Gemeinde Egglkofen muss etwas für ihre Kinder tun

In den beiden Gebäuden des Kinderlandes Egglkofen sind Kinderkrippe und Kindergarten untergebracht. Der Hort wird zum nächsten Schuljahr im zweiten Stock der Grundschule untergebracht sein.
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In den beiden Gebäuden des Kinderlandes Egglkofen sind Kinderkrippe und Kindergarten untergebracht. Der Hort wird zum nächsten Schuljahr im zweiten Stock der Grundschule untergebracht sein.

Die Gemeinde Egglkofen muss in Sachen Kinderbetreuungseinrichtungen etwas tun. Der aktuelle Kinderbedarfsplan zeigt, dass die Zahl der Kinderkrippen und Kindergartenplätze gerade so reicht. Da die Gemeinde aber derzeit zwei neue Baugebiete erschließt muss auch mit weiterem Zuzug gerechnet werden.

Von Harald Schwarz

Egglkofen – Das gilt umso mehr, als mit dem Weiterbau der A94 sowie dem zweigleisigen Ausbau der Bahnlinie von Mühldorf nach München die Verkehrsanbindung der Gemeinde verbessert wird und sie damit auch für Berufspendler attraktiver wird.

Bedarf und Bestand werden verglichen

Im Jahr 2011 hat die Gemeinde das letzte Mal einen Bedarfsplan in Sachen Kinderbetreuung aufgestellt. Da die Gemeinde laut bayerischem Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz verpflichtet ist, sich um ein ausreichendes Angebot in Sachen Kindertageseinrichtungen zu kümmern, ist jetzt ein neuer Bedarfsplan aufgestellt worden, der dem Gemeinderat vorgestellt wurde.

Dabei wurde zum einen der Bestand aller Betreuungsplätze für Krippen- und Kindergartenkinder sowie für Hortkinder ermittelt. Zudem hatten Eltern die Möglichkeit, sich an einer Befragung zu beteiligen und in einem letzten Schritt wurden der Bedarf und der Bestand verglichen, um zu sehen, ob das bestehende Angebot ausreichend ist oder Handlungsbedarf für die Gemeinde besteht.

Gemeinde hat Handlungsbedarf

Die Gemeinde Egglkofen hat im „Kinderland Egglkofen“ aktuell zwölf Krippenplätze und 40 Kindergartenplätze. Dazu kommen 16 Plätze für Hortkinder, die bis dato ebenfalls im Kinderland untergebracht waren, ab dem kommenden Schuljahr aber im zweiten Stock der Grundschule untergebracht werden soll.

Die Auswertung der Belegungszahlen hat ergeben, dass in der Kinderkrippe elf Kinder angemeldet sind, also nur ein freier Platz ist. Die Entwicklung der Belegungszahlen der vergangenen Jahre zeigt, dass die Zahl zwischen zehn und 13 Kindern schwankt.

Während des kommenden Betreuungsjahres werden aber voraussichtlich weitere Betreuungsplätze gebraucht, prognostiziert die Gemeindeverwaltung. Sie begründet das einmal mit dem Zuzug in die Gemeinde und zum anderen damit, dass Mütter kurzfristig wieder ihre Arbeit aufnehmen. Dazu kommt, dass es auch in der Krippe seit diesem Jahr einen Beitragszuschuss für Eltern gezahlt wird.

Im Kindergarten ist die Situation noch angespannter: Dort gibt es aktuell keinen freien Platz mehr. Hier ist die Belegungszahl in den vergangenen Jahren kontinuierlich nach oben gegangen, sodass auch hier die Gemeinde mit weiteren Anmeldungen rechnen muss.

Bei der Nachmittagsbetreuung von Grundschulkindern ist es sogar so, dass bereits 19 Anmeldungen vorliegen, es aber nur Platz für 16 Kinder gibt. Auch hier zeigt der Blick in die Statistik, dass der Bedarf kontinuierlich nach oben geht.

Aufstockung auf 24 Krippenplätze

Aus den erhobenen Zahlen ergibt sich auf alle Fälle Handlungsbedarf vonseiten der Gemeinde. So schlägt die Verwaltung bei der Kinderkrippe eine Aufstockung auf 24 Plätze vor, was einer zusätzlichen Krippengruppe entspricht.

Auch im Kindergarten wird der Bedarf weiter steigen. Da derzeit 40 Kindergartenplätze vergeben sind, aber 16 weitere Plätze zur Verfügung stehen, wenn die Hortkinder in die Grundschule umgezogen sind, ist hier erst einmal nicht so viel Druck. Allerdings wird der Bedarf von der Verwaltung auf 66 Betreuungsplätze beziffert. Wenn der Hort in der Grundschule eingezogen ist, dann stehen dort 25 Plätze zur Verfügung. Aktuell hat die Gemeinde bei der Nachmittagsbetreuung allerdings vier Plätze zu wenig zur Verfügung. Die Prognose besagt allerdings, dass 30 Plätze in der Zukunft notwendig werden.

Moderne Kindertagesstätten

Insgesamt fasst Bürgermeister Johann Ziegleder (ULE) zusammen, dass Egglkofen mit dem Kinderland und dem Hort über zwei moderne und gut ausgestattete Kindertageseinrichtungen verfügt. Um ein plurales Angebot zu sichern, gibt es zusätzliche Betreuungsangebote wie den Erdkindergarten in Eberharting (Montessori-Pädagogik) oder den Naturkindergarten Gänseblümchen in Vilsbiburg. Er ergänzt, dass es zudem die Möglichkeit der Tagespflege gebe, wenn der Betreuungsbedarf weder durch den Platz in einer Kindertageseinrichtung innerhalb noch außerhalb von Egglkofen befriedigt werden kann.

Der Gemeinderat stimmte dem Kinderbedarfsplan einstimmig zu.

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