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Ritterschlacht von 1322

Gedenkjahr mit vielen Aktionen – Erharting feiert das Jubiläum der letzten Ritterschlacht

Der Wittelsbacher Ludwig der Bayer kämpfte mit Friedrich dem Schönen um den Kaiserthron.
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Der Wittelsbacher Ludwig der Bayer kämpfte mit Friedrich dem Schönen um den Kaiserthron.
  • VonLeo Biermaier
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Die letzte Ritterschlacht ohne Feuerwaffen auf deutschem Boden fand im Jahr 1322 bei Erharting statt. Der Brauchtumsverein gestaltet in Zusammenarbeit mit weiteren Ortsvereinen und der Gemeinde für das Gedenkjahr „700 Jahre letzte Ritterschlacht ohne Feuerwaffen in den Fluren von Erharting“ vom 26. bis 29. Mai 2022 ein viertägiges Mittelalterfest mit historischem Lagerleben, Feldschlachten und vielen weiteren Aktionen.

Erharting – Mit heimatgeschichtlichen Vorträgen von Geschichtsforschern soll auf das Gedenkjahr hingeführt werden. Mit begleitenden Aktionen zum Thema „Erharting 1322“ wollen die Akteure das Geschehen vom 28. September 1322, ohne künstliche Regie, hautnah vermitteln.

Wenn man von der letzten Ritterschlacht ohne Feuerwaffen auf deutschem Boden bei Erharting am 28. September 1322 spricht, dreht sich fast alles um das blutige Schlachtgeschehen vor Ort. Zwei Könige, die seit 1314 um die Kaiserwürde streiten, prägen das Bild, das vor dem geistigen Auge auftaucht. Aber was war der Ausgangspunkt für diese Fehde zwischen den zwei Vettern, die ursprünglich sogar eine jugendliche Freundschaft verband? Warum kam es zu der Schlacht von Erharting im Jahre 1322?

Nach dem Tod von Kaiser Heinrich VII.folgte ein Streit um die Nachfolge

Als der deutsche Kaiser Heinrich VII. aus Luxemburg im Jahr 1313 überraschend starb, folgte ein Streit um seine Nachfolge. Nach dem Tode Heinrichs meldeten sowohl die Habsburger aus Österreich als auch die Luxemburger ihren Anspruch auf den Thron an. Das Haus Habsburg entsandte Friedrich den Schönen zur Wahl und auf der Luxemburger Seite sollte sich König Johann von Luxemburg, der Sohn des verstorbenen Heinrich, um den Thron bewerben.

Zwei Kandidaten stellten sich zur Wahl

Als dieser überraschend seine Ansprüche auf den Thron zurückzog, diesen aber nicht seinem Konkurrenten Friedrich überlassen wollte, schlug er den Wittelsbacher Herzog von Oberbayern und der Pfalz, Ludwig IV. als Kandidaten vor. Am 13. Oktober 1314 fanden sich beide Kandidaten in Frankfurt am Main zur Wahl ein. Ludwig lagerte im Stadtteil Frankenerde, dem offiziellen Wahlplatz, während sich Friedrich in Sachsenhausen niederließ. Friedrich ließ die Einladung Ludwigs, sich zur gemeinsamen Wahl zu stellen, unbeantwortet, eine Entscheidung die zwangsläufig zu einer Doppelwahl führen musste. So wählten die Kurfürsten aus Köln, der Pfalz und aus Sachsen-Wittenberg am 19. Oktober 1314 Friedrich den Schönen in Frankfurt-Sachsenhausen zum König. Am 20. Oktober 1314 wurde Ludwig am offiziellen Wahlort Frankfurt-Frankenerde durch die Kurstimmen aus Mainz, Trier, Böhmen, Brandenburg und Sachsen-Lauenburg ebenfalls zum König gewählt.

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Obwohl Herzog Ludwig IV. die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigen konnte, wollte der unterlegene Friedrich die Wahlniederlage nicht akzeptieren und beanspruchte ebenfalls die Königswürde. Um das Ganze zu untermauern hatte sich Friedrich schon der original Reichsinsignien bemächtigt, während Ludwig mit Kopien von Krone, Zepter und Reichsapfel vorlieb nehmen musste.

Kuddelmuddel bei und nach den Wahlen

So wurde Friedrich nicht am vorgesehenen Wahlplatz gewählt, jedoch vom zuständigen Kölner Erzbischof in der falschen Stadt, nämlich in Bonn, gekrönt. Die Krönungsstadt Aachen verweigerte Friedrich den Zutritt deshalb musste er nach Bonn ausweichen. Ludwig wurde zwar am richtigen Ort in Frankfurt gewählt und am offiziellen Krönungsort gekrönt, aber vom Mainzer Bischof, weil die Aachener Bürger, den Kölner Erzbischof zuständig, für die Krönung, nicht in ihre Stadt ließen.

Kampf um den Thron dauerte acht Jahre

Es folgten beiderseitige Bemühungen um die päpstliche Approbation, also die Bestätigung eines Kandidaten durch den Papst. Dieser wollte aber zunächst keinen der beiden Thronanwärter anerkennen, um so die politischen Verhältnisse noch offen zu halten und seine eigenen Interessen verfolgen zu können. Die Folge war ein acht Jahre andauernder Kampf um den Thron.

Mehrere kriegerische Aufeinandertreffen brachten keine Entscheidung. Aber bevor es zur alles entscheidenden Schlacht in den Fluren von Erharting kam, standen sich die Kontrahenten schon genau drei Jahre vorher am gleichen Schlachtfeld, wenn auch mit einem kleineren Aufgebot gegenüber.

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