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VON KÄMPFERN UND KÖCHINNEN

Gedenken an die Ritterschlacht bei Erharting: Die letzte Schlacht ohne Feuerwaffen

Soldaten und Ritter, bis unter die Zähne bewaffnet.
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Soldaten und Ritter, bis unter die Zähne bewaffnet.

Es ist nur noch ein Jahr bis zum Gedenken an die Ritterschlacht von Erharting vor 700 Jahren: Mit kleinen Episoden informiert der Brauchtumsverein über die letzte Ritterschlacht ohne Feuerwaffen auf deutschem Boden, zu deren historischem Mittelpunkt 1322 die kleine Gemeinde an der Isen wurde.

Erharting – Es ist nur noch ein Jahr bis zum Gedenken an die Ritterschlacht von Erharting vor 700 Jahren: Mit kleinen Episoden führt der Brauchtumsverein Geschichtsinteressierte zu den Gedenktagen der letzten Ritterschlacht ohne Feuerwaffen auf deutschem Boden gedenken, zu deren historischem Mittelpunkt 1322 die kleine Gemeinde an der Isen wurde.

Erharting wird hierzu vier Tage ein Lagerleben organisieren, genau dort, wo die Schlacht nachweislich stattfand. Um auf dieses Ereignis Geschichtsinteressierte hinzuführen, bietet die Mittelaltergruppe des Brauchtumsvereins Erharting regelmäßig Veranstaltungen an, bei denen Episoden über dieses Ereignis und das Leben in dieser Zeit anschaulich dargestellt werden. Dabei legt der Brauchtumsverein Erharting Wert darauf, historisch nachweislich zu berichten.

Ein strategisch wichtiger Fernblick

Im 12. Jahrhundert errichtete der Edelfreie Dietmar von Dornberg auf einem Bergkegel vom Dornberg eine Burg, von der sich ein strategisch wichtiger Fernblick über das Isen- und Inntal bis zu den Chiemgauer und Salzburger Bergen bot. Zu Füßen der Burg verlief ein vielbenutzter Fernhandelsweg nach Landshut, der über die Innbrücken zu Mühldorf und Neuötting das Reisen und den Handel nach Süden ermöglichte. Hierüber führten der „Nürnberger Venedighandel“ und die „Untere Salzstraße“ von Reichenhall nach Landshut und hier verlief auch die Grenze zwischen dem Land der Salzburger Bischöfe und den bayrischen Herzögen.

1322 kam es in Erharting zu der entscheidenden Schlacht um die Kaiserwürde des Römischen Reiches Deutscher Nation.

Ludwig der Bayer und Friedrich der Schöne streiten um die Krone

Um diese Krone stritten sich Ludwig der Bayer und Friedrich der Schöne. Ludwig war der jüngste Spross aus dem Hause Wittelsbach, Friedrich sein Cousin mütterlicherseits, ein Habsburger. Die Schlacht in Erharting entschied Ludwig für sich, Friedrich wurde für eine Nacht auf der Burg zur Dornberg festgehalten.

Einblicke in das Mittelalterleben

Wie man sich das Lager des bayrischen Heeres von 1800 schwer bewaffneten Reitern sowie 4000 Fußkämpfern und Schützen mitsamt ihrem Tross von weiteren 10 000 Gefolgsleuten im Isental vorstellen kann, wie die Verpflegung funktionieren konnte, wie es den Bauern im Dorf zu dieser Zeit erging und welche Rolle die Burg Dornberg in diesem Zwist spielte, über all das berichten die Akteure der Mittelaltergruppe. Sie geben Einblicke in den Handel mit den Mühlen vor Ort, in die Versorgung der mitgebrachten Tierherden, über die Beschaffung von Brennholz, die Waffen der Ritter und der Berufssoldaten des böhmischen Königs.

Die Mittelaltergruppe des Brauchtumsvereins besteht aus Thomas und Christian, Leibeigene und Bauern, Maria als Tross-Küchenchefin, deren Rezept für Getreidebrei heute noch beliebt ist, Sylvia, Bedienstete im Tross und Pferdewirtin, Michael, der Ritter und Stefan, Sergeant im Heer des böhmischen Königs. Leo tritt als Erzähler auf.

Kleine Episoden zeigen das Leben von vor 700 Jahren

In kleinen, selbstinszenierten Episoden stellen sie die Geschichte der Erhartinger Bürger von 1322 anschaulich dar. Thomas und Christian haben existenzielle Schwierigkeiten wegen der vielen Abgaben, die sie zu leisten haben und der zusätzlichen Arbeit, die anfällt. Michael ist nervös, er trägt die Verantwortung für die strategische Aufstellung der Truppen.

Von Kämpfern und Köchinnen

Stefan gehört zu den ersten Berufssoldaten der Geschichte. Seine Ausrüstung ist nicht so teuer wie die von Michael, aber er hat schon so manche Schlacht erfolgreich geschlagen und kennt sich mit Waffen richtig gut aus. Seine wichtigste Waffe ist sein Schwert. Auf was er auf keinen Fall verzichten möchte, sind sein Messer und seine Handschuhe. Maria muss richtig viele hungrige Mäuler stopfen. Alles was die Küche betrifft, ist sie absoluter Profi. Wenn die Pferde versorgt sind, hilft ihr Sylvia bei der Zubereitung und Verteilung von Essen. Wie die einzelnen Schicksale zusammenhängen und was sie mit dem Bruderstreit Ludwig und Friedrich zu tun haben, weiß Leo kurzweilig, meist hoch zu Ross, zu berichten.

Die Mittelaltergruppe des Brauchtumsvereins Erharting (von links): Leonard Biermaier, Stefan Kafurke, Sylvia Unterhuber, Maria Atzinger, Thomas Mück und Michael Rieder; Hier nicht zur sehen ist Christian Hans.
Wenn Leo Geschichten über Geschichte erzählt, macht es auch den Kleinsten Spaß.

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