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STADTPLATZSANIERUNG

Gastterrassen am Stadtplatz Neumarkt-St. Veit: Keine klobigen Aufbauten mehr

Aufbauten oder Kaffeehaus-Bestuhung auf blankem Boden? Die Holzterrassen sollen künftig der Vergangenheit angehören, wenn der Stadtplatz erst einmal barrierefrei ausgebaut sein wird.
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Aufbauten oder Kaffeehaus-Bestuhung auf blankem Boden? Die Holzterrassen sollen künftig der Vergangenheit angehören, wenn der Stadtplatz erst einmal barrierefrei ausgebaut sein wird.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Die Gastterrassen am Stadtplatz waren Thema im Neumarkt-St. Veiter Stadtrat. In der Diskussion ging es dann auch um das Für und Wider einer Gestaltungssatzung.

Neumarkt-St. Veit – Die Gastterrassen, wie sie heute auf dem Neumarkter Stadtplatz aufgebaut sind, wirken geschlossen und massiv. Ginge es nach der Planerin Christina Lehner, wird es diese Konstruktionen nach der Sanierung des Stadtplatzes nicht mehr geben. „Das wäre auch im Sinne des Denkmalschutzes“, betonte Lehner in der jüngsten Stadtratssitzung, in der nicht nur die künftige Gestaltung der Gastterrassen Thema war, sondern auch die Stromversorgung.

Besser in der Fläche integrieren

Gemäß Denkmalamt „sind die Gastterrassen in der Fläche des Platzes zu integrieren. Einer Abgrenzung durch Zäune wird nicht zugestimmt.“ Eine weitere Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege sei erforderlich, heißt es dazu schließlich auch im Beschluss.

Wie die Planerin in ihrer Präsentation feststellte, sind die Möglichkeiten mit den Gastronomen in der Stadt bei einem Ortstermin erörtert worden. Die Betreiber seien nicht abgeneigt gewesen, auf die Terrassen-Konstruktionen beziehungsweise die Aufbauten zu verzichten. „Sofern es auch die Topographie zulässt“, ergänzte Lehner. Die Betreiber hätten signalisiert, den Terrassenbetrieb zu testen. Sie hätten keine Einwände geäußert, das Mobiliar mit Ausgleich durch Bodengleiter direkt auf Stadtboden zu stellen.

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Aufbauten vermeiden, um Stolpergefahr zu minimieren

Aufbauten seien aber grundsätzlich zu vermeiden, um die Stolpergefahr zu minimieren. Sollten Aufbauten erforderlich sein, dann sollten gestalterische Zielvorgaben über Material, Konstruktion, Abgrenzung, Bepflanzung und Beschattung getroffen werden, empfahl Lehner. Die Konstruktion sollte „möglichst leicht“ wirken, ergänzte die Planerin. Es sei zu überlegen, so Lehner weiter, ob die Stadt eine Gestaltungssatzung beschließt oder lediglich Gestaltungsempfehlungen gibt, die jedoch mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden müssten.

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Laut Städtebauförderung, das ergänzte die Verwaltung in der Beschlussvorlage, werden feste Gastterrassen sowie das Stadtmobiliar mit der gesamten Maßnahme gefördert. Schirme und Möblierungen von Gastterrassen können über den Projektfond gefördert werden.

Perau sieht keinen Sinn in einer Satzung

Christian Perau (UWG) stellte die Sinnhaftigkeit einer Satzung in Frage: „Damit bleibt immer noch Raum für hässliche Dinge!“ Vielleicht sollte die Gastronomie den Erwerb neuen Mobiliars mit dem Stadtrat abstimmen, schlug er stattdessen vor. Er verwies auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK), das doch bereits eine Gestaltungsempfehlung vorgebe. Deren Inhalte seien aber nicht durchzusetzen, „dann schon eher eine Satzung“, erwiderte dazu die Planerin.

Baumgartner ist für eine Gestaltungsempfehlung

Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) sprach sich für eine Gestaltungsempfehlung aus, fügte aber hinzu, dass es bei der Diskussion zunächst nur um die Aufbauten gehe. Mit einer Empfehlung würde man aber den Gastronomen ein Gestaltungsinstrument an die Hand geben.

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Brauereischirme contra Linientreue

Kämmerer und Verwaltungsleiter Thomas Menzel erinnerte daran, „dass wir eine Kleinstadt sind. Wir brauchen jede Art von Belebung, die Gastro ist hier besonders wichtig. Eine Satzung wirkt hier eher wie ein Korsett!“ Auch Peter Gruber (CSU) fand, dass man durch Regelungen den Wettbewerb unter Gastronomen nicht unterbinden sollte.

Denkmalamt will mitreden, doch bindend sind die Empfehlungen nicht

Dem Hinweis von Bauamtschefin Natascha Engelmann, dass Sonnenschirme meist von den Brauereien gesponsert würden, konterte Rosmarie von Roennebeck damit, dass es eine gemeinsame Linie geben sollte. Und Christian Perau befürchtet ein Hintertürchen, wenn zwar das Landesamt für Denkmalpflege im Vorfeld Mitspracherecht habe, danach aber die Empfehlungen nicht bindend seien.

Zum Thema Stadtplatzsanierung und konkret zur Baumfällung hat uns dieser Leserbrief erreicht.

3500 Euro für unterirdischen Stromanschluss

Während die Terrassendiskussion nur der Diskussion diente und ohne Beschluss blieb, fasste das Gremium eine Entscheidung bezüglich der Übernahme der Kosten für einen Stromanschluss von Gastterrassen. Beim Ortstermin hatten die Betreiber die Übernahme der Kosten für die Unterflurverteiler durch die Stadt angeregt, die mit geschätzten 3500 Euro beträchtlich seien. „Das ist eigentlich Sache des Hauseigentümers, der seine Gasträume vermietet hat“, klärte Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) dazu auf.

Sorge um Kabelsalat und 08/15-Lösungen

Überlasse man die Entscheidung den Eigentümern, dann bestehe die Gefahr, dass wieder 08/15-Lösungen, oberirdisch verlegt herangezogen werden, befürchtete Christian Perau (UWG). Ludwig Spirkl (SPD) lehnte eine Übernahme der Kosten kategorisch ab, lediglich den Einbau von Leerrohren könnte er sich vorstellen.

Warum nicht die Wirte direkt darauf ansprechen?

Peter Hobmaier (UWG) war der Ansicht, die Wirte direkt zu befragen, ihnen die Kosten zu benennen und die Entscheidung zu überlassen. Baumgartners Kompromissvorschlag, das sich Stadt und Gastronomen beziehungsweise Hauseigentümer die Kosten auch teilen könnten, stieß dann aber ebenso wenig auf Zustimmung wie die generelle Übernahme der Kosten.

Stadtrat lehnt Kostenübernahme für Stromverteiler ab

Mit 15:0 lehnte es der Stadtrat ab, die Kosten für die Stromverteiler zu übernehmen. Die Stadträte Klaus Windhager (UWG), Ulrich Geltinger (SPD) und Egbert Windhager (CSU) durften aufgrund persönlicher Beteiligung an der Abstimmung nicht teilnehmen.

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