Er war der Gast, sie hat bedient: Im Café Söll hat alles angefangen

Egon und Christine Zaglauer feierten ihre Diamantene Hochzeit. Jaensch

Egon und Christine Zaglauer sind seit 60 Jahren ein Paar: Warum der Bräutigam für die Hochzeit die Erlaubnis seiner Eltern benötigte.

Niedertaufkirchen – Es war ein rauschendes Fest: die Diamantene Hochzeit von Christine und Egon Zaglauer. Ins Café Söll, wo sich die beiden vor 62 Jahren kennengelernt hatten, kamen zahlreiche Gratulanten.

Es war ein Festtag damals beim Söll in Niedertaufkirchen, bei der die junge Gastronomiearbeiterin Christine Ramgraber als Serviererin aushalf. Egon Zaglauer, der als Gast anwesend war, gefiel das Fräulein Christine und man verabredete sich. Kaum zwei Jahre danach wurde in der Pfarrkirche in Erharting geheiratet, die weltliche Feier fand am 29. Oktober 1959 im damaligen Hochzeitsparadies Engfurt statt.

Bräutigam Egon, der damals noch keine 21 Jahre alt war, brauchte für die Heirat noch die Erlaubnis seiner Eltern. Christine war drei Monate zuvor 18 Jahre alt geworden, und somit heiratsfähig. Zunächst bewohnten beide zwei Zimmer im Haus der Eltern Zaglauer, doch nach der Geburt der dritten Tochter wurde es doch zu eng. „Ja, wovon soll ich denn ein Haus bauen?“, fragte der gelernte Landmaschinenmechaniker Egon Zaglauer. Und seine Mutter antwortete: „Du muaßt hoid as Bier nur oschaugn und s’Wasser dringa.“

Sechs Enkel und acht Urenkelkinder sind die größte Freude

So kam es, dass 1965 die junge Familie ins Haus in Schoßbach einzog. Von 1971 an pachtete Christine zehn Jahre lang den Bäckerwirt in Erharting, wo sie auch die Wohnung bezog. Von 1982 an bewohnte die Familie wieder das Haus in Schossbach, ehe man 1992 ein älteres Anwesen in Stetten kaufte und es generalüberholte. „Unser neues Zuhause ist mittlerweile ein Vier-Generationen-Haus geworden“, erzählt Christine Zaglauer.

Die jüngste Tochter mit ihrer Familie und der Enkelsohn mit seiner Familie wohnen mit in dem Anwesen. „Wir genießen das Zusammenleben in unserer Großfamilie sehr, auch wenn es uns manchmal an unsere Grenzen bringt.“ Christine Zaglauer strahlt dabei und sieht glücklich aus. Wie auch ihr Gatte Egon Zaglauer, der nach 45 Arbeitsjahren bei der Firma Palitza in Mühldorf seinen Ruhestand genießt. Guten Kontakt pflegen die beiden zu ihren sechs Enkelkindern und den acht Urenkeln.

Beide wünschen sich für die Zukunft Gesundheit. Und das wünschten auch die Gäste im Café Söll, darunter die beiden Bürgermeister Niedertaufkirchens Sebastian Winkler und Anneliese Schaber. nz

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