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ANTRAG ABGELEHNT

Garagen statt Carports: Der Neumarkter Bauausschuss lehnt die Tektur in der Bahnhofsstraße ab

Früher Metzgerei, bald Wohnhaus: Jetzt hat der Bauherr eine Tektur beantragt, will anstelle von Carports Garagen entlang der Bahnhofsstraße errichten. Das lehnte der Bauausschuss ab. Den Diskussionen zufolge in erster Linie wegen der Optik.
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Früher Metzgerei, bald Wohnhaus: Jetzt hat der Bauherr eine Tektur beantragt, will anstelle von Carports Garagen entlang der Bahnhofsstraße errichten. Das lehnte der Bauausschuss ab. Den Diskussionen zufolge in erster Linie wegen der Optik.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Bei dem Bauvorhaben gibt es eine Überschreitung von Grundflächenzahl, außerdem befindet sich das Vorhaben außerhalb des Baufensters. Doch bei der ablehnenden Haltung des Gremiums spielte auch die Optik eine Rolle.

Neumarkt-St. Veit – Erst waren zehn Carports geplant, jetzt sollen es 14 Garagen werden. Die Tektur des ursprünglichen Planes, der die Nutzungsänderung einer Metzgerei an der Bahnhofsstraße zu Wohnflächen zum Inhalt hatte, beschäftigte nun erneut den Bau- und Umweltausschuss der Stadt Neumarkt-St. Veit. Begeistert war dieser von den neuen Plänen nicht.

Neue Planung für 16 Stellplätze – 15 bräuchte er

Denn nicht nur, dass es jetzt Garagen werden sollen. Die Änderung weicht auch vom Bebauungsplan ab. Durch den geplanten Bau von Garagen ergibt sich nämlich eine Grundflächenzahl von 0,63, welche die eigentlich im Bebauungsplan festgesetzte Grundflächenzahl von 0,3 überschreitet. Auch das Baufenster wird nicht eingenhalten. Von circa 190 Quadratmeter ist die Rede, die das Baufenster auf der Nordseite des Grundstücks entlang der Bahnhofsstraße überschreitet. Mit zwei zusätzlichen Parkplätzen käme der Bauherr auf 16 Stellplätze – 15 bräuchte er.

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„Schönheit“ wird angezweifelt

Mit einer Befreiung könne man dem Ganzen zustimmen, sagte Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) in der Sitzung, „doch ob das Ganze schön ist, bezweifle ich“.

Wie der Beschlussvorlage der Verwaltung zu entnehmen ist, lägen die Voraussetzungen für eine Befreiung vor. Insbesondere würden laut Verwaltung die Grundzüge der Planung nicht berührt, die Befreiung sei städtebaulich vertretbar und sei auch unter Würdigung nachbarlicher Interessen mit den öffentlichen Belangen vertretbar. Man wies daraufhin hin, dass bei der bereits genehmigten Planung die Grundflächenzahl mit der Kennzahl von 0,59 deutlich überschritten wurde.

Spirkl: Bahnhofsstraße wird nicht bereichert

Ludwig Spirkl (SPD) konnte sich mit der neuen Planung nicht anfreunden: „Das führt nicht zur Bereicherung der Bahnhofsstraße“, führte er vor allem die Optik an. „Könnte man die Garagen nicht auch im östlichen Teil des Grundstücks bauen?“ Baumgartner sagte dazu, dass man das dem Bauherren nicht vorschreiben könne, genausowenig wie die Dachform. Georg Wimmer (CSU) hatte diese vorgeschlagen anstelle von Fertiggaragen beziehungsweise „Betonbunker“. „Wenn wir schon Befreiungen aussprechen, dann sollte das ganze ein Gesicht haben!“

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Zweckmäßige Garagen

Natascha Engelmann vom Bauamt im Neumarkter Rathaus klärte diesbezüglich auf, dass es wohl lediglich zweckmäßige Garagen sein werden, die der Bauherr nun bevorzugen würde.

Baumgartner klärte Wimmer auf, dass man optisch lediglich Anregungen geben könne. „Wir dürfen die eine Entscheidung nicht von der anderen abhängig machen!“

Johana Kaltenecker (CSU) nicht viel Gewicht auf Art und Aussehen der Garagen. Grundsätzlich hielte sie Garagen für sicherer als Carports.

Zusätzliche Verschandelung befürchtet

Dass das Areal an der Bahnhofsstraße „furchtbar verschandelt werde“, wenn nun die Garagen kämen, fand hingegen Peter Gruber (CSU). Eine Holzkonstruktion sei luftiger, leichter, regte er an. Und Ludwig Spirkl brachte eine Hybrid-Lösung – Carports und Garagen gemischt – als Vorschlag, was ihm auch inhaltlich die Zustimmung von Monika Eisenreich (UWG) einbrachte. Gerade weil Vieles entlang der Straße nicht besonders ansehnlich sei, sollte man darauf ein besonderes Augenmerk legen. Für Christian Perau (UWG) war es egal, ob die Garagen ein Pult- oder ein Satteldach bekämen, ihm gefielen beide Lösungen nicht.

Einstimmig die Tektur abgelehnt

Bürgermeister Baumgartner beendete dann die Diskussion: „Wir brauchen hier keine Vorschläge zu machen – wir haben entweder zuzustimmen oder den Antrag abzulehnen.“ Der Bau- und Umweltausschuss tat das Letzteres: Einstimmig wurde die Tektur abgelehnt.

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