"Unfair - vor allem Kindern gegenüber": Fußballfans aus der Region über Corona-Einschränkungen

Fans sehen keine Alternative, empfinden Geisterspiele aber als blutleer: Spitzenspiel Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München.
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Fans sehen keine Alternative, empfinden Geisterspiele aber als blutleer: Spitzenspiel Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München.

Neumarkt-St. Veit/Polling –Die Corona-Pandemie hat den Fußball verändert. Wer mit Fanclub-Vorsitzenden aus der Region spricht, bekommt unterschiedliche Aussagen zu Geisterspielen und Unterschieden zwischen Profi- und Amateur-Fußball.

Was sagen Sie dazu, dass die restlichen Spiele wegen Corona nun als Geisterspiele ausgetragen werden?

Albert Hofmann (TSV 1860 München): Es gab ja im Endeffekt nur zwei Möglichkeiten, entweder die Fortsetzung mit Geisterspielen oder den Abbruch der Saison. Letzteres wäre für uns Fans und auch für die Mannschaften viel schlimmer gewesen, dann schon lieber Geisterspiele als als gar keinen Fußball.

Christoph Eberl (FC Bayern München): Ich war von Anfang an skeptisch, aber spätestens nach dem ´Topspiel gegen Dortmund finde ich Geisterspiele sinnlos. Keine Emotionen auf dem Spielfeld, keine Emotionen im Stadion. Und warum müssen die Ersatzspieler Masken tragen, wenn sie fünf Minuten später nach ihrer Einwechslung einen Zweikampf führen, auch beim Torjubel finde ich: Lasst sie doch jubeln.

Amateure sollen wieder kicken dürfen

Wie seht Ihr die Sonderregelungen für Profis?

Eberl: Einfach unfair vor allem auch den Kindern gegenüber, denen wird ihr Hobby genommen, stattdessen sitzen sie nun vorm PC. Aber auch der Amateur Herrenbereich braucht die Einnahmen von Heimspielen. Lasst die Amateure wieder kicken. Amateur Fußball verbindet mehr als die Geisterspiele

Christoph Eberl.wagner

Hofmann: Es hat ja keiner einen Schaden, da der Profifußball seine Kosten für die ganzen Hygienemaßnahmen, allen voran für die Testungen, selbst trägt. Ob das im Amateurbereich möglich beziehungsweise finanzierbar wäre, bezweifle ich. Natürlich wäre es zu begrüßen, wenn auch die Amateure bald wieder ihrem Sport nachgehen könnten, die hängen ja momentan direkt in der Luft, was die Fortsetzung angeht.

Zusammen mit Freunden vor derm Fernseher

Wie verbringt ihr den Spieltag, nachdem ihr ja nicht ins Stadion könnt?

Hofmann: Nach den Lockerungen dürfen sich ja wieder zwei Haushalte treffen und das nutzen wir natürlich, um gemeinsam vor dem Fernseher mit unseren Löwen mit zu fiebern – mit dem gebotenen Abstand und den geltenden Vorsichtsmaßnahmen.

Albert Hofmann.

Eberl: Ich setze mich 30 Minuten vor Spielbeginn daheim oder bei einem Freund auf die Couch und schau mir das Spiel im Fernsehen an, aber wie schon erwähnt: Ohne Fans macht es einfach keinen Spaß.

Keine Gänsehautstimmung

Was fehlt Euch?

Hofmann: Neben der Gänsehautstimmung im Stadion, sind es vor allem die gemeinsamen Busfahrten mit unserem Fanclub zu den Spielen, die ausgelassene Stimmung im Bus, die Vorfreude auf ein hoffentlich erfolgreiches Spiel. Und in letzter Zeit waren wir natürlich auch auf der Rückfahrt in bester Stimmung

Eberl: Am Wochenende oder unter der Woche ins Stadion zu gehen, die gemeinsamen Busfahrten zu den Spielen mit Freunden. Und natürlich habe ich viele Freunde, die man nur in der Kurve trifft, die vermisse ich alle. Meine Hoffnung ist, dass man ab September wieder ohne Auflagen ins Stadion darf.

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