Fotovoltaikstrom aus Fuchshub: Eine Anlage von den Bürgern und auch für die Bürger

Der Solarpark in Fuchshub würde 1,8 Megawatt Strom erzeugen.
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Der Solarpark in Fuchshub würde 1,8 Megawatt Strom erzeugen.

Einzelbeteiligungen in Höhe von 2000 bis zu 25000 Euro: Solar-Experte Hans Holz rechnet dem Schönberger Gemeinderat vor, warum eine GbR zum Bau des Solarparks durchaus sinnvoll ist

Von Anneliese Angermeier

Schönberg – Der geplante Solarpark Fuchshub stand in der jüngsten Sitzung des Schönberger Gemeindesrates auf der Tagesordnung des öffentlichen Teils. Zu der Sitzung war Solar-Experte Hans Holz, der in der Gemeinde Niederbergkirchen ähnliche Projekte betreut, gekommen.

Bürgerbeteiligunsmodell soll der Finanzierung der Anlage dienen

Bereits im Vorfeld der Sitzung hatten Bürgermeister Alfred Lantenhammer (CSU), der Betreiber Robert Mittermaier und Hans Holz die Vorgehensweise zu einem geplanten Bürgerbeteiligunsmodell der Anlage besprochen.

Hans Holz schlug in diesem Zusammenhang vor, eine Informationsveranstaltung für die Schönberger Bürger zum Zwecke der Gründung einer GbR anzubieten – und das noch in diesem Jahr. Der Beschluss dazu erfolgte einstimmig.

Solarpark auf einer Fläche von zwei Hektar

Hans Holz würde sich auch als Vorsitzender für eine GbR zur Verfügung stellen. Diese GbR würde eine PV-Anlage auf dem nördlichen Teil von 1,8 Megawatt selbst erstellen und dann auch betreiben. Die dafür benötigte Fläche von circa zwei Hektar würde die GbR von Robert Mittermaier für mindestens 20 Jahre pachten, wie es dazu in der Sitzung hieß.

Mindestens 2000 Euro sind pro Bürger nötig

Holz erläuterte den Gemeinderäten den Aufbau in der Gemeinde Niederbergkirchen, der auch in Gemeinde Schönberg denkbar wäre. So sollen Schönberger Bürger und auch die Gemeinde selbst der GbR beitreten können. Jedes Mitglied könnte sich mit mindestens 2000 Euro bis maximal 25 000 Euro, die Gemeinde mit einer entsprechend höheren Beteiligung der GbR beitreten.

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Wenn das Geld fehlt – dann auch andere Gemeinden einbinden

Der eingezahlte Betrag würde dann im Rahmen der Ertragsausschüttung jährlich anteilig innerhalb von 20 Jahren mit der jährlichen Dividende zurückbezahlt werden. Da die GbR selbst der Eigentümer der PV-Anlage werden soll, sind die Entstehungskosten in einer Höhe von rund 1,25 Millionen Euro durch die Mitgliedern der GbR aufzubringen. Sollte der Betrag durch Schönberger Bürger nicht zustande kommen, wäre es denkbar auch Bürger aus benachbarten Gemeinden zu beteiligen.

Gewerbesteuer soll in Schönberg bleiben

Bürgermeister Lantenhammer und Hans Holz wollen weitere Details baldmöglichst klären. Die Gemeinde jedoch sollte in ihrem städtebaulichen Vertrag mit Robert Mittermaier gewährleisten, dass die Bürgerbeteiligung wie vorgesehen möglich sein muss. In der Sitzung wurde schließlich ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Gewerbesteuer aus diesen Anlagen an die Gemeinde entrichtet werden muss, in welche die Anlage betrieben wird. Im Falle von Fuchshub an die Gemeinde Schönberg

Acht Meter hohe Hecke an der Ostseite

Das Blendgutachten vom August 2020 wird zur Kenntnis genommen. Einstimmig wurde dem geänderten Bebauungsplan-Entwurf mit einer acht Meter hohen Hecke auf der Ostseite zugestimmt.

„Gewerbesteuereinnahmen sind natürlich immer positiv zu bewerten“, erklärt dazu Bürgermeister Lantenhammer zum Solarpark in seiner Gemeinde. Noch dazu in Zeiten, in denen die noch nicht absehbaren Folgen der Corona-Pandemie die örtlichen Kämmerer bei den Gewerbesteuereinnahmen vorsichtig kalkulieren lassen. Lantenhammer betont, dass er voll hinter dem Projekt steht, verweist darauf, dass auch die Staatsregierung die Investitionen in alternative forciere.

Dass sich auch Bürger an den Investitionen beteiligen können, heißt der Schönberger Bürgermeister gut. „Wenn die Einspeisevergütung und auch die tatsächlich Baukosten feststehen haben wir gesicherte Faktoren, auf deren Grundlage sich die Dividende gut vorausberechnen lässt!“ Natürlich sei er auch mit dabei, um einen finanziellen Beitrag zu leisten.

Die geplante Freiflächen-Photovoltaik-Anlage des Landwirtes Robert Mittermeier und dessen Tochter über der ehemaligen Bauschuttgrube in Fuchshub wird pro Jahr eine Leistung von rund sieben Millionen Kilowattstunden Strom einfahren. Damit könnten rund 2200 Haushalte versorgt werden. Die Einsparung von Kohlendioxid ist enorm, sie beträgt etwa 4200 Tonnen. Baubeginn soll laut Lantenhammer im Frühjahr 2021 sein.

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