Mit Flower-Power zum Dreschen: Eine „Pink Lady“ für alle Fälle

Die „Pink Lady“ im Einsatz– zusammen mit zwei ihrer neuen Eigentümer Robert Eder (links) und Michael Huber (rechts). Petzi

Baujahr 1967, 68 Pferdestärken und knallrosa: Wie Oldtimer-Sammler Robert Eder aus Lohkirchen zu einem Flower-Power-Mädrescher kam? Eine „saudumme Geschichte“, wie er selbst zugibt.

Lohkirchen – Er ist neun Meter lang, ausgefahren drei Meter breit, er hat gut ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel, er ist knallrosa mit Flower-Power-Optik – und er gehört jetzt Robert Eder, zusammen mit zwei Freunden: Ein Matador Standard Mähdrescher, Baujahr 1967. Er war der „Star“ bei der Versteigerung beim Oldtimertreffen, das die Eicher Raubtiere in Salmanskirchen im Rahmen ihrer Jubiläumsveranstaltung zum 15-jährigen Bestehen ausgetragen haben.

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Flower-Power mit 68 Pferdestärken

Eine Geschichte, die im Biergarten ihren Anfang nahm. Hier saßen sie zusammen, Robert Eder und seine Kumpels, der Landwirt Michael Huber und der Mechaniker Alfred Eder. Und wenn es warm ist – und das war es bei dem Festival, das unter dem Motto „Irgendwie und Sowieso“ gelaufen war – dann trinkt man halt die ein oder andere Maß Bier, kommt ins „Schmatzen“ und dabei auf den kuriosen Gedanken, dass eigentlich noch ein Mähdrescher in der eigenen Sammlung fehlt. Und zwar genau so einer wie der, der gerade versteigert werden sollte.

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Das Gerät hatten die Eicher Raubtiere rosarot bemalt und mit bunten Blumen geziert – eben ganz so wie derjenige aus der Fernsehserie „Irgendwie und Sowieso“. Und bevor es sich Robert Eder versah, hob er seinen Hut und gab ein Gebot ab. „Wir hörten nur noch 2100 Euro zum Ersten, Zweiten und Dritten!“ Nach der Ersteigerung gab es übrigens vom Veranstalter nochmals ein paar Maß Bier. Auf den Schrecken irgendwie.

Überzeugungsarbeit bei der Gattin

Jetzt nennt Robert Eder ein altes Motorrad, ein paar Bulldogs, ein Unimog und nun einen rosa Mähdrescher sein Eigen. Robert Eders Gattin musste übrigens noch eine Woche später von der Sinnhaftigkeit der Investition überzeugt werden.

Den ersteigerten Mähdrescher hat Robert Eder vorher nicht angeschaut. Das nennt man dann wohl, die Katze im Sack kaufen. Aber diese Katze, die hat es in sich: „Das ist nicht irgendein Mähdrescher“, versichert der 55-Jährige. In den 60er Jahren war der Matador Standard die größte Maschine auf dem Markt mit 68 PS und einem robusten Motor.

„Die Maschine ist immer noch voll im Einsatz!“ Und weil seine „Pink Lady“ – wie er sie liebevoll nennt – noch so richtig gut in Schuss ist, möchten Robert Eder und seine zwei Freunde das Gerät an die kleinen Bauern im Umkreis verleihen. Wie man auf so einen Gedanken kommt? Nun, ganz spontan auf der Bühne nach der Ersteigerung, schmunzelt Robert Eder.

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Rosa Aushilfskraft für die nächste Ernte

Eine Geschäftsidee, die ihren Reiz hat. Schließlich versorgen die Anbieter von landwirtschaftlichem Gerät zunächst einmal die großen Betriebe, erklärt Landwirt Michael Huber, der übrigens auf seinem Betrieb nur Maschinen älteren Baujahrs verwendet. „Da muss man eben warten, bis man drankommt.“ Jetzt kann bei der Ernte ausgeholfen werden – mit der schlagkräftigen „Pink Lady“.

Robuste Maschine ohne viel Elektronik

Erste Aufträge für das kommende Jahr seien schon da, ergänzt Robert Eder, der überhaupt keine Bedenken hat, was die Einsatzfähigkeit seines in die Jahre gekommenen Mähdreschers anbelangt. „Kaputtgehen diese alten, robusten Geräte ohne die ganze Elektronik kaum. Anstatt einen Knopf zu drücken, wird eben der Hebel umgelegt. Ganz einfach.“

Eine „Pink Lady‘ für alle Fälle! Und falls doch einmal eine Reparatur anstehen sollte, dann komme eben der Dritte im Bund zum Zug. Der ist schließlich Mechaniker.

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