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Musikalische Wette eingelöst

Flamingo-Liste für eine Freundin: Lohkirchenerin bezaubert Internetwelt mit ihren Liedern

Es gibt kaum ein Instrument, das in Denise Weise nicht große Lust und Neugier weckt. Mit einer an Krebs erkrankten Freundin, die inzwischen verstorben ist, hat sie eine Flamingo-Liste erstellt. Zwölf Instrumente, zwölf Lieder und diese im Internet veröffentlichen, lautet die Abmachung.
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Es gibt kaum ein Instrument, das in Denise Weise nicht große Lust und Neugier weckt. Mit einer an Krebs erkrankten Freundin, die inzwischen verstorben ist, hat sie eine Flamingo-Liste erstellt. Zwölf Instrumente, zwölf Lieder und diese im Internet veröffentlichen, lautet die Abmachung.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Wenn Denise Weise ein Instrument in die Hand nimmt, dann tut sie das mit grenzenloser Leidenschaft. Trompete, Klavier, Gesang und Kontrabass hat sie einst studiert. Doch die Bandbreite der Instrumente hat die 45-Jährige hat sie mittlerweile auf 20 erweitert. Und das hat einen besonderen Grund.

Lohkirchen – Mit einer krebskranken Freundin hatte sie gewettet, dass sie es schafft, zwölf Instrumente so zu beherrschen, „dass man davon keinen Ohrenkrebs bekommt und dies zu veröffentlichen“. Diese so entstandene „Flamingo-Liste“ – angelehnt an den wunderbaren Roman „Flamingos im Schnee“ – ist eine Reihe der Dinge, die man tun möchte, bevor man stirbt. Weise nahm die Herausforderung an, stellt seit einem Jahr ihre Fertigkeiten im Internet vor und begeistert damit viele ihrer Freunde und Bekannten. Mittlerweile hat sie sogar einen eigenen YouTube-Kanal.

Leidenschaftliche Trompetenspielerin

„Ich liebe das Töne-Bad“, erzählt die Lohkirchenerin, die als Musikpädagogin ihre Leidenschaft für Musik den Kindern des Erdkindergartens und den Schülern der Montessori-Schule in Eberharting weitergibt. Denise Weise lebt die Musik, genießt es, mit anderen zu musizieren „und den Menschen damit eine Freude zu bereiten“.

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Schon während ihrer Schulzeit hat sie ihr Faible für die Trompete entdeckt und am Ruperti-Gymnasium in Mühldorf ihr Talent in der Bigband unter der Leitung der Musiklehrerin Birgit Heckhausen gezeigt. Nach dem Abitur studiert sie elementare Musikpädagogik in Augsburg und macht damit ihre Leidenschaft zum Beruf. Sie geht in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auf. In Eberharting etwa leitet sie einen Jugendchor mit 43 Stimmen, 37 Kinder gehören ihrem Kinderchor an. Weise ist Chorleiterin der weitum bekannten „Stimmlust“. Sie singt selbst im Chor „La Gioia“, der schon mit Preisen bedacht worden ist, und sie lebt ihr musikkabarettistisches Talent bei den „Bavarian Immigrants“ aus. Ein Allroundtalent also.

Denise Weise liebt die Herausforderung

Die Lohkirchenerin gibt zu: Sie liebt die Herausforderung. Etwa wenn sie wenige Tage vor einem Auftritt gebeten wird, für einen Pianisten einzuspringen. Natürlich klappt das, denn da ist sie Vollprofi. Einer, der mit seinem Können aber lieber in der zweiten Reihe steht. „Ich könnte nie alleine als Solistin auf einer Bühne stehen. Ich bin keine Rampensau“, sagt sie in aller Bescheidenheit. Und dennoch hat sie sich jetzt dem weltweiten Netz, dem Worldwide Web geöffnet, begonnen zwölf Instrumente in die Hand zu nehmen, die sie teilweise vorher noch nie gespielt hat. Zu üben, das Ergebnis aufzunehmen und dann der Öffentlichkeit zu präsentieren. „Christine wollte, dass ich das zeige“, sagt sie zu dieser Wette mit ihrer Freundin.

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Knapp ein Jahr ist es her, dass Weise ein Akkordeon in die Hand genommen hat, um den Startschuss für die „Flamingo-Listen-12-Instrumente-je-ein-Lied-Wette-Challenge“, wie sie es nennt, zu setzen. „Auf was man sich alles einlässt im Leben, herrje!“, kommentiert sie diesen ersten Auftritt. „Le Papillon“ heißt das traditionelle Stück, das sofort ins Ohr geht. Weitere Instrumente folgen. Stets mit dem Anspruch, das Beste aus dem Instrument herauszuholen. Doch weiß Weise auch: „Bei so vielen Instrumenten muss man in Sachen Perfektion abspecken!“ Mit dem Euphonium, einem Blasinstrument, lässt sie ihre Finger über die Ventile tanzen. Auf der Gitarre folgt „Blackbird“ von den Beatles. Dann kommt ein Lied mit der Ukulele. „Last Christmas“ erklingt mit dem viersaitigen Instrument, Weise singt dazu.

Denise Weise (rechts) auf der Bühne in Mühldorf mit einem Teil des Ensembles der „Bavarian Immigrants“: Stefan Knoll (links) und Heribert Haider.

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Und als wäre die Wette nicht schon Herausforderung genug, beginnt Weise, Lieder aufzunehmen in Quartett- und Quintett-Besetzung – nur, dass sie dabei alle Instrumente selbst einspielt. Bei „Donna Donna“, einem traditionellen Klezmer, sieht man sie an der Klarinette, an der Querflöte, am E-Piano, am Cello und an der Geige. Sie zupft „Sallys Garden“ an der Harfe, zeigt sich beschwingt bei „Autumn Leaves“ am Klavier und intoniert besonders lässig an der Posaune das Stück „Makin‘ Whoopee“.

Freundin hat den Kampf gegen den Krebs verloren

Passend zur Weihnachtszeit streicht sie vierstimmig über Geige und Cello „Hört der Engel helle Lieder“ und sie schreckt auch vor einer Oboe nicht zurück. „Sehr schwer zu spielen mit einem sehr kleinen Mundstück“, verrät Denise Weise. Davon merkt man allerdings nichts, wenn sie „We Three Kings“ erklingen lässt. Und zwar so, als hätte sie nie etwas anderes gespielt. Es ist Werk Nummer 9 ihrer Wette mit ihrer Freundin Christine. Ihrer Freundin allerdings blieb es verwehrt, dieses Stück zu hören. Nur wenige Tage vor der Veröffentlichung, erst vor wenigen Wochen, hat sie den Kampf gegen den Krebs verloren.

Das Saxophon liegt als Nächstes bereit

Denise Weise zeigt sich darüber betrübt. Doch sie macht weiter, will die Herausforderung zu Ende bringen. Ihren Teil der Wette einhalten und damit allen anderen, die sie kennen, mit ihrer Musikalität eine Freude bereiten.

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Das nächste Instrument, ein Tenorsaxophon, liegt schon im geöffneten Instrumentenkoffer bereit. „Das wird spannend, wie das mit einem ordentlichen Ton funktioniert“, kündigt sie ein weiteres Video an. Nur so viel verrät sie: Man darf sich auf ein Quartett freuen. Vierstimmig also, aber in Personalunion von Denise Weise.

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