Das Federvieh liegt ihr noch heute am Herzen

Wenn man am Niederbergkirchener Adventsmarkt Plätzchen kauft, dann können die durchaus von Elisabeth Auer stammen. Sie liefert auch mit 85 Jahren noch Leckereien für den beliebten Markt. Bichler

Die „Bäcker Liese“ feiert 85. Geburtstag, strickt gerne Socken und backt Plätzchen

Niederbergkirchen – Wenn die „Bäcker Liese“, wie sie genannt wird, im Herbst stundenlang auf abgeernteten Maisfeldern sich ein um das andere Mal bückt, um für ihr Federvieh zentnerweise Maiskolben aufzusammeln, dann würde niemand vermuten, dass sie kürzlich die Vollendung ihres 85. Lebensjahres feiern konnte.

Als Elisabeth Auer, fünftes von sieben Kindern, erblickte sie am 14. November 1934 in Eiselharting das Licht der Welt. Die Volksschule besuchte sie im Pfarrdorf Niederbergkirchen. Noch im Schulalter war sie, als einer ihrer Brüder im zweiten Weltkrieg sein Leben verlor.

+++ Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren! +++

Nach Erfüllung der Schulpflicht trat sie eine Stelle als Hausmädchen beim Bäckeranwesen in Niederbergkirchen an, wo damals neben der Landwirtschaft auch eine Bäckerei betrieben wurde. Bis heute ist dort ihre Heimat, denn ihr Gatte Josef Paringer, mit dem sie im April 1960 den Ehebund schloss, stammte von dort. Zusammen mit ihm übernahm sie die Landwirtschaft, während der Bruder ihres Gatten 1963 die Bäckerei an den Kirchweg im Dorfkern verlegte.

Zwei Söhne und zwei Töchter entstammen der harmonischen Verbindung. Inzwischen darf sich die Jubilarin über acht Enkel und sieben Urenkel freuen.

Während ihr Gatte als Bauhelfer zum Unterhalt der Familie beitrug, kümmerte sie sich neben der Erziehung der Kinder mit großem Fleiß um die Landwirtschaft. Neben der Arbeit im Kuhstall war das Heranziehen von Gänsen und Enten ihr ein Herzensanliegen – und das bis heute.

Mit nimmermüdem Einsatz und viel Gottvertrauen

Bereits 1988 verstarb ihr Gatte im Alter von nur 55 Jahren. Mit nimmermüdem Einsatz und tiefem Gottvertrauen meisterte sie die schwere Folgezeit.

Auch nach der Übergabe des Anwesens an Sohn Sepp und dessen Gattin Petra im Jahr 2001 arbeitete sie mit vollem Einsatz mit und hilft noch heute im Garten, beim Federvieh und wo sie sonst gebraucht wird.

Zusätzlich versorgt sie ihre große Familie mit selbst gestrickten Socken und liefert Plätzchen für den Adventsmarkt.

Zu ihrer Geburtstagsfeier stellten sich neben Verwandten und Freunden auch Bürgermeister Werner Biedermann und eine Vertreterin des Besuchsdienstkreises der Pfarrei als Gratulanten ein. bic

Kommentare