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Konsequent digital

Gottesdienste per Video wegen Corona bei den Zeugen Jehovas in Neumarkt-St. Veit schon seit März

Es hilft nichts: Auch die Zuegn jehova nutzen die digitalen Medien anstelle der Treffs im Königreichsaal. Im Bild Harald Hanhöfer
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Es hilft nichts: Auch die Zuegn jehova nutzen die digitalen Medien anstelle der Treffs im Königreichsaal. Im Bild Harald Hanhöfer
  • Karlheinz Jaensch
    VonKarlheinz Jaensch
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Wenn die Jüngeren den Älteren unter die Arme greifen müssen: Wie die Zeugen Jehova in Neumarkt die Pandemie angehen.

Neumarkt-St. Veit – Im vergangenen Jahr waren in den Kirchen der katholischen und evangelischen Christen die Plätze nur in sehr beschränkter Anzahl zur Verfügung. Nicht nur bei größeren Ansammlungen wie Trauer- oder Freudenfeiern wurden Platzkarten nur gegen Reservierung ausgegeben. Und im zweiten verlängerten Lockdown schließen manche Kirchen ganz, wie etwa die evangelischen Kirchen in Töging und Neumarkt-St. Veit.

Alternativen dank der technik und kreativer Ideen

Wie für jede andere Glaubensgemeinschaft hatte die Covid-19-Pandemie auch erhebliche Auswirkungen auf Jehovas Zeugen. Bereits im März des letzten Jahres reagierten die Zeugen Jehovas bedeutend einschneidender. Anstatt nur Beschränkungen zu sehen, konzentrierten sie sich auf die vielen Möglichkeiten und Alternativen, die sich ihnen dank modernster Technik und etwas Kreativität boten.

Die drei Versammlungsältesten aus Neumarkt-St. Veit. Von links: Karl Asbeck (69), Bruno Rohde (84) und Kornelius Rohde (57 im Königreichsaal.

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Am März bereits Videokonferenzen

Bereits am 14. März 2020 entschieden Jehovas Zeugen weltweit, ihre Gottesdienste nur noch per Videokonferenz abzuhalten. Vor allem die christliche Nächstenliebe veranlasste sie dazu, diesen Kurs über die Zeit der Lockerungen beizubehalten, um ja niemanden einem Risiko auszusetzen. Obwohl die Zeugen schon lange mit moderner Technik arbeiten, war es kein leichter Weg. So manchem ging es wie dem 84 Jahre alten Bruno Rohde aus Neumarkt-St. Veit, der sagte: „Das fange ich mir mit meinem Alter nicht mehr an. Das ist mir viel zu kompliziert!“

Die Jüngeren halfen den Älteren

Mit Geduld halfen dann die Jüngeren aus der Gemeinde jedem einzelnen, mit der Technik zurechtzukommen. Und so blieb der Königreichsaal in Neumarkt-St. Veit seit dem Frühjahrsbeginn für Veranstaltungen jeder Art geschlossen.

„Zwei Mal in der Woche halten wir unsere Zusammenkünfte per Videokonferenz ab, in denen bis zu 100 Personen zusammenkommen,“ erklärt Karl Asbeck, der als einer der Ältestensprecher die Aktivitäten der Gemeinde mit koordiniert. „Außerdem sind wir in Gruppen von 15 bis 20 Personen aufgeteilt. Die Treffen sich wieder extra im Videochat und schauen, wie es jedem einzelnen so geht. Da geht niemand verloren!“

Sommerkongress im Wohnzimmer

Die Neumarkter Gemeindemitglieder wurden mit der Zeit ziemlich kreativ darin, andere mit Ihrer Botschaft zu erreichen. So schreiben sie vermehrt Briefe, basteln Karten und kleine Geschenke mit aufmunternden Bibelversen und führen biblische Gespräche per Telefon oder Videochat. Die Kreativität der Neumarkter Zeugen Jehovas zeigte sich erstmals im Jahre 1986, als etwa 200 Freiwillige nach einem Schnellbaukonzept innerhalb von drei Wochen unter der Leitung von Koordinator Bruno Rohde ihren Königreichsaal errichteten.

Programm übersetzt in 500 Sprachen

Statt, wie noch letztes Jahr, drei Tage nach Salzburg in die Messehalle zu fahren, erlebten die Neumarkter Zeugen Jehovas den besonderen Gottesdienst als digitalen Stream im eigenen Wohnzimmer. Da es allen Glaubensbrüdern weltweit genauso ging, wurde das Programm in 500 Sprachen übersetzt.

Doch die Zuversicht lassen sie sich nicht nehmen

Durch die konsequente Umstellung auf digitale Wege hat die Religionsgemeinschaft 2020 versucht, einen Beitrag dazu zu leisten, Ansteckungsherde zu vermeiden und so auch die Krankenhäuser zu entlasten. Für 2021 gilt für sie die Priorität, dem Virus mit mehr als der geforderten Vorsicht zu begegnen. „Dennoch schauen sie mit viel Zuversicht ins neue Jahr, denn mit der richtigen Einstellung verbergen sich hinter jeder großen Herausforderung immer auch neue Möglichkeiten“, sind sich die drei Versammlungsältesten einig.

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