Schwierige Erstkommunion im Pfarrverband Neumakrt: Alles muss kurzfristig geplant werden

Die selbstgemalten Gruppenplakate. Den Kindern macht die Vorbereitung auf die Erstkommunion, trotz Corona, offensichtlich trotzdem Spaß. Jaensch

In „normalen Zeiten“ werden die Erstkommunionkinder des Neumarkter Pfarrverbandes schon drei Monate vor dem großen Fest in wöchentlichen Gruppenstunden von Gruppenleiterinnen auf die Erstkommunion vorbereitet. In Zeiten des Coronavirus ist plötzlich alle anders, eine Gruppenleiterin erzählt.

Neumarkt-St. Veit – Die Erstkommunion findet nicht in der St. Jakobskirche in Hörbering und auch nicht in der Ägidiuskirche in Roßbach statt, wie es abwechselnd in den letzten Jahren war. Der Pfarrverband hält die Erstkommunion nur in der St. Vituskirche in Neumarkt-St. Veit ab; und zwar am Sonntag, 5. Juli. Dabei leisten Pfarrer Franz Eisenmann und sein Team Großartiges, um mit allen Pfarreien die Kommunionfeiern in St. Veit würdig zu gestalten.

Elli Hellfeuer erzählt, wie die Kinder aus Hörbering und Roßbach bisher die Themen behandelten, die die Kinder an ihre Erstkommunion hinführen sollen. „Dazu bastelten wir Gruppenkerzen, die dann am Altar stehen, als Zeichen, dass Erstkommunionkinder im Gottesdienst anwesend sind. Wir gestalteten Gruppenplakate, auf denen die Gottesdienstbesucher erkannten, wer im Dorf Kommunionkind ist. Gemeinsam Brot backen gehörte ebenso in die Gruppenstunden wie das Töpfern eines Kreuzes. Dazu bastelten die Kinder einen Rosenkranz, wie sie auch ihre Erstkommunionkerze selbst gestalteten. Natürlich wurde dabei auch viel gemeinsam gespielt, gesungen, besprochen und gelacht. Es machte uns Leiterinnen Spaß und den Kindern erst recht.“

Planungen mussten komplett über den Haufen geworfen werden

„Die Zusammenlegung der Erstkommunion „wirft unsere Planungen komplett über den Haufen. Nachdem wir das Plakat fertig gestaltet hatten, kam das Versammlungsverbot wegen Corona. Das hängt jetzt völlig vereinsamt in unserer Kirche, wo kaum noch Besuche stattfinden. Die drei Kinder aus Roßbach und unsere Tochter Lea können sich nicht mehr treffen. Und wie es weitergeht, ist insgesamt sehr ungewiss.

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Klar, in unseren kleinen Dorfkirchen hätten wegen der Zwei-Meter-Abstandsregel nur 20 Leute Platz. Nun sind wir am 5. Juli in St. Veit, damit wenigstens ein paar Verwandte der Kinder mitfeiern können. Eventuelle wird das dann im Internet live übertragen. Wir hoffen, dass bis dahin eventuell die Auflagen in der Kirche etwas gelockert werden.

Wie werden die Kinder jetzt auf die Kommunion vorbereitet: „Wir versuchen unter Einhaltung der Abstandsregel in den Gruppen die Mindestziele zu erreichen. Die Kinder sollen ihre Kommunionkerzen gestalten, Brot backen, das Kreuz töpfern. Die sonst übliche Kirchenführung könnten wir notfalls auf nach der Kommunion verschieben, damit die Kinder auf diese tollen Erlebnisse nicht verzichten müssen“.

Mundschutz mit Spitze als Accessoire für die Erstkommunion

Früher bekamen die Erstkommunionkinder (Mädchen) beispielsweise ein Tascherl oder etwas Vergleichbares geschenkt, dieses Jahr gibts halt als Accessoire einen Mundschutz mit Spitze.“, meint die Gruppenleiterin etwas bitter. „Und ein Kirchenchor darf auch nicht singen“, fügt sie traurig hinzu.

Das ist verständlich, denn nach derzeitigem Stand darf nicht einmal mit der Verwandtschaft gefeiert werden. „Man kann überhaupt noch nicht planen, ob eine Feier zu Hause überhaupt möglich wäre. Gasthäuser kommen derzeit auch nicht in Frage. Wir müssen alles total kurzfristig planen und einfach das Beste daraus machen.“, fügt Elli Hellfeuer, selbst Mutter eines Kommunionkindes, zuversichtlich hinzu.

Erstkommunion in der Kirche mit Mundschutz?

Und Tochter Lea meint dazu: „Es ist wirklich schade, dass nicht alle Verwandten und Freunde in der Kirche zuschauen dürfen. Und ich hoffe, dass wir in der Kirche keinen Mundschutz tragen müssen.“ nz

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