Erstes klimaneutrales Busunternehmen in Bayern: Perseus pflanzt Bäume für den Klimaschutz

Dr. Marcel Huber (rechts), Birgit Perseus-Hörmann und Ludwig Perseus (beide Geschäftsführer Perseus Reisen) freuen sich über die Urkunde von Fokus Zukunft, die das Unternehmen als klimaneutrales Unternehmen auszeichnet. Als erstes Busunternehmen in Bayern darf Perseus Reisen dieses Siegel tragen.
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Dr. Marcel Huber (rechts), Birgit Perseus-Hörmann und Ludwig Perseus (beide Geschäftsführer Perseus Reisen) freuen sich über die Urkunde von Fokus Zukunft, die das Unternehmen als klimaneutrales Unternehmen auszeichnet. Als erstes Busunternehmen in Bayern darf Perseus Reisen dieses Siegel tragen.

Wachstum von 54000 Bäumen in Südamerika über Kauf von Zertifikaten: Neumarkt-St. Veiter Firma will damit 1100 Tonnen Kohlendioxidausstoß kompensieren.

Neumarkt-St. Veit – Eine Busreise ist mit einem Kohlendioxid-Ausstoß von 32 Gramm pro Personenkilometer eine klimafreundliche Alternative gegenüber anderen Verkehrsmitteln. Das ist Fakt. Perseus Reisen aus Neumarkt-St. Veit pflanzt dennoch Bäume für den Umweltschutz und macht damit ab November 2019 Busfahren sowohl im ÖPNV als auch in der Bustouristik noch sauberer – als erstes klimaneutrales Busunternehmen Bayerns.

Es geht um 1100 Tonnen Kohlendioxid

Wie es dazu gekommen ist, erklärt Geschäftsführerin Birgit Perseus-Hörmann. Im Rahmen einer Tagung der Gütegemeinschaft Buskomfort sei man auf Fokus-Zukunft gestoßen, ein Unternehmen, das sich auf Nachhaltigkeitsberatung spezialisiert hat und Firmen Zertifikate anbietet, um den CO2-Ausstoß zu kompensieren. Perseus Reisen produziert im Jahr knapp über 1100 Tonnen Kohlendioxid. Dieses Treibhausgas entsteht bei allen Fahrten im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und Busreisen, die das Unternehmen anbietet, sowie auf den Arbeitswegen seiner Mitarbeiter, der Energieversorgung des Betriebshofs und der Produktion der Reisekataloge. All diese Faktoren werden berücksichtigt, wenn die Beratungsfirma den ökologische Fußabdruck eines Unternehmens berechnet. Mit dem Kauf von Zertifikaten der Beratungsgesellschaft wird dieser CO2-Ausstoß – Fokus-Zukunft spricht von 3,5 Euro pro Tonne Kohlendioxid – vollständig kompensiert. Das Geld fließt in die Aufforstung von neuen Flächen, im Fall von Perseus-Busreisen in ein Projekt mit über 23 Millionen Bäumen auf mehr als 21 000 Hektar in Südamerika.

Aufforstung in Uruguay

Am Beispiel der Firma Perseus veranschaulicht: Ein Bus, der bei Perseus durchschnittlich 60 000 Kilometer fährt und damit rund 60 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ausstößt, benötigt zum Ausgleich das Wachstum von 3000 Bäumen. Ein Baum bindet etwa 20 Kilogramm CO2. „Damit unterstützt Perseus Reisen das Wachstum von circa 54 000 Bäumen. In unserem Fall in Uruguay, wo eine frühere Weidefläche von Rindern aufgeforstet wird“, informiert die Geschäftsführerin. Warum das Neumarkter Unternehmen in Südamerika investiert und nicht in Europa, erklärt Birgit Perseus-Hörmann damit, dass eine Aufforstung in Deutschland teurer wäre und damit auch nicht die Menge an Bäumen gepflanzt werden könnte, wie es nun in Südamerika der Fall ist.

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Konkret handelt es sich dabei um ein FSC zertifiziertes Baumpflanzprojekt in Südamerika. FSC steht für „Forest Stewardship Council“, das weltweit bekannteste Zertifizierungssystem für nachhaltige Waldwirtschaft. Zudem ist das Projekt von der Rainforest Alliancevalidiert, einer internationalen gemeinnützige Umweltschutzorganisation.

Durch die Kooperation mit Fokus Zukunft unterstütze Perseus Reisen auch die Allianz für Entwicklung und Klima. „Das Klima-Siegel, das wir Perseus Reisen verleihen, erfüllt international gültige und vom Umweltbundesamt anerkannte Standards für die CO2-Kompensation“, erklärt Peter Frieß, Geschäftsführer von Fokus-Zukunft.

„Der Klimawandel ist ein globales Problem. Dennoch können wir nicht darauf warten bis die UNO oder die großen Staaten der Erde sich auf Weltklimakonferenzen zu konkreten Maßnahmen durchringen“, stellte der CSU-Landtagsabgeordnete Dr. Marcel Huber beim Ortstermin an den Garagen des Busunternehmens fest. Jeder könne jeden Tag etwas tun, egal wo er ist. Die Firma Perseus Reisen GmbH gehe mit ihrem Projekt dabei mit glänzendem Beispiel voran. „Ich würde mir wünschen, dass noch viele andere Betriebe diese Idee aufgreifen und so konkret ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten“, so Dr. Huber.

Unternehmen will auch 2021 Zertifikate

Und das ohne Mehrbelastung für die Kunden, wie Perseus-Hörmann betont: „In den Linienbussen und den Busreiseangeboten wird sich an den Preisen nichts ändern.“ Die Zertifizierung läuft 2019 und 2020. 2021 will sich das Unternehmen dann neu zertifizieren lassen, verspricht die Geschäftsführerin. „Es müssen ja nicht immer die ganz großen Unternehmen sein, die in Sachen Umweltschutz tätig werden. Jeder Einzelne kann einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.“

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