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Ein Blick ins Stadtarchiv

Erst Kanal, dann Strom und Wasser: Modernisierung im Neumarkter Marktplatz beginnt schon 1891

Eine Ansicht, die älter als 100 Jahre ist: Diese Postkarte stammt aus den Jahren um 1910.
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Eine Ansicht, die älter als 100 Jahre ist: Diese Postkarte stammt aus den Jahren um 1910.
  • VonWalter Jani
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Immer wieder tauchen bei den Sanierungsarbeiten im Stadtplatz Zeugen längst vergangener Zeiten auf. Meist sind es Anlagen die zur Infrastruktur des alten Marktes gehörten und deren Modernisierung die Gemeindeverwaltung im ausgehenden 19. Jahrhundert Stück für Stück in Angriff nahm.

Neumarkt-St. Veit – Diese Entwicklung begann mit der Inbetriebnahme der Eisenbahn im Jahre 1875. Die technischen Entwicklungen jener Jahre führten innerhalb des Marktmagistrats zu Überlegungen, wie man zukünftig die Infrastruktur des Ortes neu gestalten will. Die fehlende Abwasserentsorgung nämlich wurde langsam zu einem drängenden Problem, die hygienischen Verhältnisse in diesem Bereich waren nicht zum Besten gestellt. Der Marktplatz hatte bis 1890 noch kein Pflaster, keine Kanalisation und keine befestigten Gehwege. Die öffentliche Wasserversorgung erfolgte immer noch über die fünf Marktbrunnen.

Kein Geld für Modernisierungen

Die Umsetzung dieser Projekte waren teuer und für den Markt zuerst nicht zu finanzieren. Die Rettung aus der finanziellen Situation kam durch das markteigene Krankenhaus, das Ende 1883 seine Pforten eröffnet hatte. Bauherr und Eigentümer war die Gemeinde, die zur Finanzierung und Schuldentilgung den Malzaufschlag (Biersteuer) zu Hilfe nahm. Obwohl sich der Distrikt (heute Landkreis) regelmäßig an den Verpflegungskosten beteiligte, blieb das Krankenhaus für den Markt eine sehr hohe Belastung. Das Krankenhaus war zwar ständig voll belegt, aber aus den Schulden konnte man mit einem Tagessatz von nur 2,70 Mark nicht herauskommen. Erst 1890 ist es Bürgermeister Franz Paul Einmayr gelungen, den Distrikt zum Kauf des Krankenhauses zu bewegen. Bei den Verhandlungen einigte man sich auf eine Kaufsumme von 38 000 Mark, Geld das nun für andere Projekte frei wurde.

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Als erste Vorhaben wurden die dringend notwendigen Verbesserungen im Bereich Abwasserentsorgung ins Auge gefasst. Wegen der dazu erforderlichen Grabungs- und Verlegungsarbeiten der Kanalrohre plante der Magistrat im Anschluss eine komplette Neugestaltung des Marktplatzes.

Die Umsetzung erfolgt ab 1891. Zuerst wird eine Kanalisation gebaut, die die Abwässer im gesamten Marktbereich direkt in die Rott einleiteten. Als Nächstes wird entlang der Häuserfronten erstmals ein Trottoir verlegt und die dort noch vorhandenen Abgänge zu den Kellergewölben zurückgebaut. Zum Schluss wird die Straße zwischen den Toren gepflastert und der Bodenbereich zwischen der Straße und den Häusern befestigt. Und für die dunkle Tageszeit hat man die Straßenlaternen von Kerzenlicht auf Petroleum umgestellt.

Petroleum statt Kerzenlicht

Die nächsten geplanten Projekte nach der Jahrhundertwende sind der Bau einer zentralen Wasserversorgung und der Anschluss an das öffentliche Stromnetz. Erste Planungen dazu werden um 1910 in Angriff genommen, die Ausführungen scheitern aber zunächst wegen des Ausbruches des 1. Weltkrieges. Erst zum Ende dieses Krieges in den Jahren 1917 und 1918 prangen dann die ersten Stromkabel auf den Dächern der Neumarkter Bürgerhäuser und der Marktplatz erstrahlt im neuen elektrischen Licht.

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Zehn Jahre später werden die Rohre der ersten zentralen Wasserversorgung verlegt. Die nächsten großen Veränderungen im Marktplatz (ab 1956 Stadtplatz) erfolgten dann in den Jahren 1977/78.

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