Erharting gedenkt der 5600 Gefallenen von 1322

Gefallenenehrung am Totenpoint bei Schoßbach durch den Brauchtumsverein Erharting, mit Bürgermeister Mathias Huber (Mitte).
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Gefallenenehrung am Totenpoint bei Schoßbach durch den Brauchtumsverein Erharting, mit Bürgermeister Mathias Huber (Mitte).

Ein Birkenkreuz für die Toten, die vor knapp 700 Jahren im letzten Kampf ohne Feuerwaffen niedergemetzelt wurden

Von Leo Biermaier

Erharting – Wenn von ruhmreich geschlagenen Schlachten die Rede ist, erfährt man vieles von den taktisch versierten Feldherren und glorreichen Siegern. Kaum jemand denkt an das unsägliche Leid der getöteten und verwundeten Krieger. Der Brauchtumsverein Erharting gestaltete nun eine Gedenkfeier am Originalschlachtfeld der letzten Ritterschlacht ohne Feuerwaffen auf deutschem Boden.

Ludwig der Bayer und Friedrich der Schöne stand sich gegenüber

Am Dienstag, 28. September 1322 frühmorgens standen sich die beiden Könige Ludwig der Bayer und Friedrich der Schöne von Österreich im Kampf um die Kaiserkrone gegenüber. Nach der üblichen Feldmesse gingen die Ritterheere, unterstützt von Fußtruppen, gegeneinander in den Kampf.

Einheit von 500 Ritern in Rohrbach

Anfangs sah es nach einem Erfolg für Friedrich aus, Ludwig hatte jedoch im nahegelegenen Rohrbach eine Einheit von 500 Rittern hoch zu Roß unter dem Kommando des Nürnberger Burggrafen als Reserve verborgen, die in das Kampfgeschehen eingriff und gegen drei Uhr nachmittags die Schlacht zugunsten von Ludwig dem Bayern entschied. Friedrich der Schöne von Österreich wurde gefangen genommen und für eine Nacht auf der Erhartinger Burg Dornberg interniert.

Bei all der Freude über den „Bayerischen Sieg“ waren auf Ludwigs Seite 1100 und auf Friedrichs Seite etwa 4500 Männer gefallen. Mehr als 1400 Österreicher gerieten in Gefangenschaft und wurden zum Teil erst Jahre später gegen Lösegeld entlassen. Das Leid der Gefallenen und Verwundeten wird oft vergessen, wenn man von glorreichen Schlachten berichtet. Damit das nicht so bleibt, hatten sich die Akteure „Schlacht von Erharting 1322“ zu einer Ehrung der Gefallenen am Totenpoint, einer der großen Begräbnisstätten der Erhartinger Schlacht, eingefunden.

Birkenkreuz mit Inschrift und Widmung am Originalschauplatz der Ritterschlacht

In einem Trauerzug begaben sich die Akteure zum Zentrum der Begräbnisstätte und stellten ein schlichtes Birkenkreuz mit Inschrift und Widmung am Originalschauplatz der Ritterschlacht auf.

Mit einem Gebet für die gefallenen Krieger und einem Nachruf klang das Gedenken am Totenpoint aus, verbunden mit dem Wunsch „nie wieder Krieg“. bil

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