Erharting beschließt Baulandmodell: Haushalt 2020 hat ein Volumen von 4,87 Millionen Euro

Immernoch Wiese:„Am Fischerweg“ sollen 24 Parzellen entstehen. Im Rahmen eines Baulandmodells sollen vor allem junge Familien davon profitieren. Enzinger

Corona schlägt sich auch auf die Haushaltsplanung nieder. Die Verwaltung plant besonders bei den Steuereinnahmen äußerst zurückhaltend, die Gewerbesteuer wird total einbrechen.

Erharting – In der letzten Sitzung des Erhartinger Gemeinderates vor dem Ende der Legislaturperiode hatte das Gremium noch ein Zahlenwerk durchzuarbeiten. Es ging um den Haushaltsplan und die Haushaltssatzung von 2020, der in diesem Jahr mit einem Volumen von 4,87 Millionen Euro zu Buche schlägt.

Eines kristallisierte sich schnell heraus: Unter Berücksichtigung des Vermögens an Bauland und der intakten Infrastruktur ist die Gemeinde finanziell nachhaltig und solide aufgestellt. Die künftige Veräußerung des Baulandes möchte die Gemeinde an ein Baulandmodell knüpfen, das soziale Gerechtigkeit im Dorf sichern soll.

24 Parzellen „Am Fischerweg

Der Gemeinderat verabschiedete ein Baulandmodell mit sozialen Komponenten, das künftig bei dem Verkauf der Bauparzellen „Am Fischerweg“berücksichtigt werden soll. Insgesamt wird das Baugebiet 24 Parzellen ausweisen, davon sollen jährlich drei für das Baulandmodell zur Verfügung gestellt werden. Damit möchte die Gemeinde soziale Gerechtigkeit schaffen. Ausschlaggebend für die Genehmigung der Wohnungsbauförderung sollen Werte sein, wie zum Beispiel soziales Engagement und Einkommen der Käufer sowie die Anzahl der Kinder.

Eine gute finanzielle Grundlage für den neuen Haushaltsplan des Jahres 2020, der bis zum Ende des Jahres Investitionen in Millionenhöhe vorsieht. Dazu zählen die Errichtung einer Fotovoltaikanlage am gemeindlichen Brunnen (33 000 Euro) sowie die Erschließungskosten des Baugebiets „Am Fischerweg“ (1,8 Millionen Euro). Die Ableitung des Oberflächenwassers in der Keltenstraße kostet die Gemeinde an die 300 000 Euro. 65 000 Euro kosten die Hochwassermaßnahmen in Frixing.

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Zu den Ausgabeposten zählt auch der Erwerb unbebauter, landwirtschaftlicher Grundstücke als Anlage (420 000 Euro), um Negativzinsen zu vermeiden. Für die Bauleitplanung in „Frixing Ost“, wo Bäckermeister Anton Eicher eine neue Bäckerei errichten will, sind 28 000 Euro eingeplant.

Alle Investitionen seien sehr bedacht und bedarfsorientiert geplant worden, betonte Georg Wagenbauer, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Rohrbach, „da die Auswirkungen der gegenwärtigen Corona-Krise noch nicht einschätzbar sind“. Mögliche Einkommenseinbußen aufgrund dieser Krise seien bereits in die Planung miteinbezogen worden – auch wenn es zu diesem Zeitpunkt nur spekulativ veranschlagt werden konnte.

Weniger Gewerbesteuer durch Corona-Krise

Die äußerst vorsichtige Haushaltsplanung sieht einen gewaltigen Einbruch bei der Gewerbesteuer vor, die Wagenbauer auf 360 000 Euro veranschlagt hat, ein Minus gegenüber dem Vorjahr in Höhe von mehr als einer halben Million Euro! Von Vorteil ist ein relativ hoher Rücklagenstand, der Anfang 2020 rund 1,71 Millionen Euro ausmachte. Wegen des zu erwartenden Einbruchs der Steuereinnahmen und der geplanten Investitionen ist eine Entnahme in Höhe von rund 1,5 Millionen vorgesehen.

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Schulden will die Gemeinde dennoch tilgen, und zwar von 270 000 auf 210 000 Euro reduzieren. Ein Kontokorrentkredit wurde in Höhe von 300 000 Euro festgesetzt – zur eventuell kurzfristigen Deckung des laufenden Kontos, was Wagenbauer aufgrund des günstigen Zinsniveaus als wirtschaftlichste Lösung bezeichnete.

Und so sprach sich der Gemeinderat einstimmig für den Haushalt in Höhe von 4,87 Millionen Euro aus. Der Vermögenshaushalt weist mit 3,05 Millionen Euro ein Plus gegenüber 2019 von 789 000 Euro aus, der Verwaltungshaushalt wurde mit 1,82 Millionen Euro beschlossen, ein Plus in Höhe von 387 000 Euro.

Zahlen aus dem Haushaltsplan

Die wichtigsten Einnahmen im Verwaltungshaushalt:

Einkommensteuer 400 000 Euro, Gewerbesteuer 360 000 Euro, Schlüsselzuweisungen 191 700 Euro, Grundsteuer B 148 500 Euro, Zuführung zum Vermögenshaushalt 131 450 Euro, Abwassergebühren 100 200 Euro und Wassergebühren 77 200 Euro.

Die wichtigsten Ausgaben im Verwaltungshaushalt:Kreisumlage 467 100 Euro, Personalausgaben 440 400 Euro, VG-Umlage 136 800 Euro, Kostenerstattung Kläranlage Mühldorf 59 750 Euro, Gewerbesteuerumlage 59 200

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