In Erharting ist bald Bergweihnacht: Bairische Besinnlichkeit hoch droben auf dem Dornberg

Bis die Bergweihnacht am Sommerkeller adventliches Flair verströmt bedarf es wochenlanger Vorbereitung. Fuhrmann

Am Donnerstag beginnt der erste Christkindlmarkt im Landkreis: Neben Zimtsternen und Orangenpunsch auch Mützen aus Alpakawolle und Bienenwachskerzen

Erharting – Schnee liegt noch keiner, weihnachtlich wird’s trotzdem am Dornberg, wo am Donnerstag, 21. November, um 17 Uhr die Erhartinger Bergweihnacht beginnt. Auf diesem Adventsmarkt am im Sommerkeller bieten regionale Künstler und Handwerker ihre zum Großteil selbst gefertigten Waren an. Der Markt dauert bis Sonntag täglich bis 20 Uhr, öffnet Samstag und Sonntag jeweils um 16 Uhr, am Sonntag bereits um 14 Uhr. Musikalisch wird das Angebot begleitet von der Knopf- und Seitenmusik aus Töging sowie von den Kindern des Erhartinger Kindergartens. Veranstaltet wird die Bergweihnacht von den Erhartinger Hüttenfreunden.

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Vier Wochenenden dauern die Vorbereitungen, bis der Rahmen des wegen seiner Atmosphäre so beliebten Adventsmarktes steht. Schon allein bis die Böden gelegt sind, muss man ein Wochenende einplanen. „Die Böden werden mit der Wasserwaage ausgerichtet, damit sie eben und stabil stehen“, so der Vorstand des Vereins Ludwig Weinzierl. Mit einem Traktor werden am nächsten Wochenenden die Holzteile der Buden von einem benachbarten Hof angefahren und an einem weiteren Wochenende werden nach Absprache mit dem Staatsforst Fichten und Tannen aus dem Wald geschlagen, mit denen der kleine Marktplatz dekoriert wird. Schließlich werden unter den Händen der Hüttenfreunde Äste und Bäume mit weißer Baumwolle, Filz und glitzernden Kugeln und Sternen zum geschmackvollen Rahmen des Weihnachtstraums gestaltet.

Wenn man dann in der Abenddämmerung die windschiefen Treppen unter den tief hängenden Ästen der Bäume am Sommerkeller hochsteigt, begleitet von dem schummrigen Licht der kleinen Kerzen in den Windlichtern, findet sich man plötzlich in einer längst verloren geglaubten Zeit wieder, die an die Kindergeschichten von Ottfried Preussler erinnert: Der Duft von frischem Krapfen und Zimtzucker, gemischt mit Nelken, Orangen und fernöstlichen Gewürzen, lockt einen inmitten des fröhlichen Trubels auf den kleinen Marktplatz, auf dem die heimischen Künstler und Handwerker ihre Weihnachtswaren anbieten.

Kunstwerke aus Schwemmholz

Neben Zimtsternen und Orangenpunsch kann man hier die mehrfach prämierten Weihnachtsstollen der hiesigen Bäckerei erstehen. Wer warme Mützen oder noch einen Schal sucht, wird ebenfalls sicher fündig. Oder möchte man lieber reine Alpakawolle mit Strickutensilien kaufen, um in der dunklen Jahreszeit selbst zu stricken? Adventskränze, Kerzengestecke mit Schwemmholz, bestickte Deckchen, Kissen und Läufer warten darauf, das Zuhause gemütlich dekorieren zu dürfen. Neben hübschen Krippenfiguren findet man Selbstgemachtes aus Zirbenholz, so wie Holzschalen und Brottöpfe, oder verschiedenste Dinge, die man aus Honig herstellen kann, wie Honigbonbons, Pflegebalsam und Bienenwachskerzen. Wer lieber etwas Deftiges für den Gabentisch sucht, bekommt geräuchertes Fleisch und Wurstwaren angeboten oder Essig in den verschiedensten Variationen. Und es fehlen auch nicht die hübschen Trachtentascherl aus Filz, die Goldschmiedearbeiten aus Niedertaufkirchen und die Töpferarbeiten von Monika.

Am Sonntag werden die Kinder des Erhartinger Kindergartens ihre Weihnachtslieder den Gästen vortragen und die bevorstehende Adventszeit ankündigen.

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