Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Radkriterium in Schönberg

Elsaßbäcker Toni Jung lädt am Pfingstsonntag, 5. Juni, Spitzenradfahrer zum Kriterium ein

Auf dem Bild sind Ewald Strohmeier, Toni Jung, Bürgermeister Alfred Lantenhammer und Dominik Dietrich zu sehen (von links)
+
Auf dem Bild sind Ewald Strohmeier, Toni Jung, Bürgermeister Alfred Lantenhammer und Dominik Dietrich zu sehen (von links)
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
    schließen

Nachdem der Radsport schwierige Zeiten durchlebt hat, soll die Veranstaltung in Schönberg ein Zeichen von Fairness, Freundschaft und Begeisterung sein.

Schönberg – Wenn es um den Radsport geht, ist der Elsaßbäcker Toni Jung in seinem Element: Er ist nicht nur der Erfinder der Rundfahrt-Brezn, die der Schönberger anlässlich der Bayern-Rundfahrt 2013 kreiert hatte und die ihn zum offiziellen Rundfahrt-Bäcker gemacht hatte. Vor einigen Jahren hob Toni Jung auch ein eigenes Radrennen aus der Taufe.

Lesen Sie auch: Wirte, Veranstalter und Landratsamt: So läuft die Kontrolle von Coronaregeln im Kreis Mühldorf

Fünf Mal ging es für junge Amateure Hobbyradler und Kinder um einen Rundkurs im Nachbarort Velden, bevor das Rennen aufgrund organisatorischer Gründe begraben werde musste. Jetzt hat sich der Schönberger ein neues Projekt ausgedacht: Er holt sich Spitzenfahrer einfach nach Schönberg, wenn er am Pfingstsonntag, 5. Juni, zum Kriterium einlädt.

„Es kann nicht sein, dass viele Radsporttalente auf der Strecke bleiben, weil es bei uns in Deutschland kaum noch eine Möglichkeit gibt, sein Können der breiten Öffentlichkeit zu zeigen und sich dem Wettbewerb zu stellen“, schimpft der Elsäßer, der es bedauert, dass nach knapp 35 Jahren die Bayern-Rundfahrt eingestellt worden ist. Die sollte 2016 sogar durch Schönberg führen. Doch am Ende fehlten knapp 300.000 Euro an Sponsorengeldern. Das prestigeträchtigste und bis dato ranghöchste deutsche Etappenrennen war damit Geschichte.

„Wir holen uns ein Stück Bayern-Rundfahrt nach Schönberg“, verkündet Elsaßbäcker Toni Jung. Der Radsport-Fan hat auch das passende Rad dazu. Vor Jahren ersteigerte er sich ein Rennrad mit Unterschriften vieler bekannter Radsport-Größen, darunter die des deutschen Radrennfahrer Jens Voigt (am Rahmen links).

Bayernrundfahrt ist seit 2016 Geschichte

Ein Umstand, der auch dem ehemaligen Rennleiter der Rundfahrt, Ewald Strohmeier, missfällt. Er machte im Sommer dieses Jahres in einem Interview aber auch die Bürokratie für das Scheitern verantwortlich: „Man braucht Unmengen an Absperrgittern, einen Sanitätsdienst, die Auflagen werden immer größer und die Absicherung soll durch die Polizei erfolgen. Doch die hat keine Kräfte.“ Die Corona-Pandemie habe ihr Übriges dazu beigetragen, dass sich der Radsport in Deutschland im Dornröschenschaf befindet, zumal auch die Auflagen viel strenger seien als in den Nachbarländern.

Auch interessant: Für Oberbergkirchener Wege ungeeignet

Doch wer den Elsaßbäcker kennt, der weiß: Wo ein Weg ist, da ist auch ein Wille. Und so hat er sich erst vor zwei Wochen zusammen mit Schönbergs Bürgermeister Alfred Lantenhammer mit Ewald Strohmeier, und einem weiteren Radsportbegeisterten aus der Gegend, Dominik Dietrich (DD Cycling) aus Gangkofen, getroffen, um über einen Standort für ein neues Rennen in Bayern zu beraten. Gefunden hat man einen schnellen 700 Meter Kriteriumskurs in Schönberg. Bürgermeister Lantenhammer war schnell von der Idee überzeugt und sagte die Unterstützung der Gemeinde zu: „Schönberg ist eine Radsport-Hochburg“, dankt Lantenhammer dem Ortsbäcker für dessen Engagement.

„Mich als Bürgermeister freut es, dass am Pfingstsonntag dieses international besetzte Radrennen stattfinden soll. Nachdem der Radsport schwierige Zeiten durchlebt hat, soll diese Veranstaltung in Schönberg ein Zeichen von Fairness, Freundschaft und Begeisterung sein!“, findet Schönbergs Bürgermeister im Hinblick auf den 5. Juni, wenn die Radrennsportler in einer Art Triangel durch Schönberg heizen.

Organisator vertraut auf Netzwerk im Ort

Die Strecke führt über die Hauptstraße in Richtung Nordwesten, dann biegt die Kolonne in die Verbindungsstraße in Richtung Aspertsham ein, bevor es wieder in die Hauptstraße geht, am Gasthaus Esterl vorbei zurück auf die Ortsstraße. Ein Rundkurs von 700 Metern ist das, der 100 Mal zu bewältigen ist. „Die Kürze der Strecke macht das Zusehen umso interessanter, weil die Fahrer natürlich schon nach kurzer Zeit wieder an den Zuschauern vorbei rasen“, erklärt Jung.

Weitere interssante Artikel aus dem Landkreis Mühldorf

Zehn Sprintwertungen soll es geben, wenn das Hauptrennen in der Klasse KT/ Elite Amateure gestartet wird. Einen Tag darauf am Pfingstmontag, wird in der Region das Rennen in Wartenberg bei Erding stattfinden. „So können Rennfahrer bei einer Anreise zwei Rennen bestreiten“, nennt Jung die Anreize, die vor allem großartige und talentierte Nachwuchssportler, die Profis von morgen, in die Region locken sollen. „Radfahrer, die vielleicht irgendwann mal bei der Tour de France starten“, so Jung. Andersrum hat er es schon erlebt: Der ehemalige Readrennsportler Christophe Kern, ein Landsmann aus der Schönberger Partnergemeinde Ritterhoffen, war beim letzten Rennen 2019 in Velden mit am Start.

In Sachen Organsiation verlässt sich Toni Jung auf sein Netzwerk und die Ortsvereine. Von der Absicherung bis zu den Absperrgittern ist da allerhand gefordert. Schließlich soll niemand zu Schaden kommen, kein Elitefahrer und auch kein Fahrer im geplanten Hobbyrennen und keine Kinder und Jugendlichen, die anschließend mit den „Fetten Reifen“ auf den Kurs geschickt werden. Jung denkt aber auch an die knapp 1000 Zuschauer, die er erwartet. Und dann wären auch noch die 400 Pfingstwallfahrer, die auf dem Weg nach Altötting auch Schönberg passieren werden. Jung wurde bereits tätig, hat eine Alternativroute ausgetüftelt – mit maximal 50 Metern Umweg. Vielleicht bleiben sie aber auch stehen, halten inne auf ihrer Wallfahrt. Und schauen für einige Minuten zu.

Mehr zum Thema

Kommentare