Einige Überraschungen

Neumarkt-St. Veit hat gewählt.

Dem ersten Schock für die UWG nach der Nachricht zur Stichwahl um das Bürgermeisteramt folgte das enttäuschende Ergebnis der Stadtratswahl, die ganz klar einen Trend zeigt: Die alten Strukturen sind aufgebrochen, der Stadtrat wird etwas weiblicher und auch jünger. Über die Gründe für den zumindest stabilen Zuspruch der CSU und den eklatanten Stimmenverlust der UWG kann aktuell nur spekuliert werden.

Fakt ist zwar, dass einige Stimmenkönige weggefallen sind, weil sie gar nicht erst angetreten sind. Und altgediente Mandatsträger, die es noch einmal wissen wollten, haben nicht mehr den Zuspruch von früher. Man kann also von einem Generationswechsel sprechen, der sich in Neumarkt-St. Veit vollzogen hat. Und das ist auch gut so. Frische Ideen, innovative Geister, fernab vom Fraktionszwang: Das wünscht der Wähler, der keine UWG-Mehrheit mehr haben wollte. Er ist der oft beschworenen Gestaltungsmehrheit überdrüssig geworden, will, dass ergebnisoffen und auch transparent diskutiert wird.

Auffällig auch: Der Außenbereich ist nicht mehr so stark vertreten. Die UWG verliert mit Martina Huber die stellvertretende Fraktionssprecherin. Mit dem Abschied des Zweiten Bürgermeisters Michael Asbeck fehlt zukünftig auch die Stimme Hörberings im Stadtrat – es sei denn, Maria Kobold rückt in zwei Wochen nach. Wie sich die Mehrheitsverhältnisse nach der Stichwahl verändern, bleibt spannend: Entweder die größten Fraktionen haben eine Pattsituation, wenn sich Baumgartner auf UWG-Seite durchsetzen sollte. Oder Kulhanek kann auf neun CSU-Stadträte zählen, denen die UWG nur noch acht Mitstreiter entgegenzusetzen hat. Klar ist: Die Zeiten der Gestaltungsmehrheit, die in den Händen einer einzigen Partei liegt, sind vorbei. Dank der Grünen, die mit einem Mandat eingezogen sind und sich in Zukunft die Aufgabe mit der SPD teilen, das Zünglein an der Waage zu spielen.

Kommentare