Eine, die anpackt, jetzt aber einpacken muss

Irmgard Wagnerwar sechs Jahre Bürgermeisterin. Sie tritt das Amt in Zangberg ab Mai an Georg Auer ab. Sutherland

Zangberg – Vieles konnte Irmgard Wagner (CSU) in ihrer Zeit als Bürgermeisterin von Zangberg anpacken und bewegen.

Im Rückblick erinnert sie sich an die Errungenschaften ihrer Amtszeit, die allerdings nur eine Legislaturperiode dauerte. Sie begann mit ihrer Tätigkeit 2014 und endet nun am 30. April 2020.

Die Gymnasiallehrerin für Physik und Mathematik, heute 65 Jahre alt, blickt zurück, sagt, sie sei damals zur Stelle gewesen, als sich niemand anderes zur Verfügung gestellt hätte. Gerne habe sie ihre Aufgabe angenommen und gleich mit der Sanierung der Mehrzweckhalle begonnen. Auch die Organisation des Bürgersaals als Veranstaltungsort sei ihrem Einsatz zuzuschreiben. Sie erzählt: Im Laufe ihrer Amtszeit habe sie nicht nur Ordnung in die Finanzen des Ortes gebracht, auch die Beseitigung des Investitionsstaus sei ihr zuzuschreiben. In ihre Amtszeit fielen der Erwerb, die Erschließung und der Verkauf von Grundstücken eines großen Baugebietes.

Weil im Zuge des Gaststättensterbens zwei Wirtshäuser schließen mussten, funktionierte sie das größere der beiden, das Gasthaus Sedlmayr, um in eine Asylbewerberunterkunft, die das Landratsamt dringend gesucht habe. Auch wurde mit der Unterstützung von Bürgermeisterin Wagner der Helferkreis gegründet. Derzeit sind es fast 20 Asylbewerber „und sie sind gut integriert“, sagt die Bürgermeisterin.

Wagner betont, dass sie viele Dinge ihres Vorgängers aufgearbeitet habe. Sie nennt die Wasserversorgung von Weiher, die Installation von Brandschutztüren, wo es nötig war, und die Nachbesserung von Kleinarbeiten.

Sie sorgte dafür, dass schöne Blühflächen angelegt wurden. „Weil die Biodiversität mir am Herzen liegt“, erklärt sie. Schließlich sei auf ihr Betreiben hin die Gemeinde Zangberg dem Landschaftspflegeverband beigetreten und darf 2021 sogar als Mustergemeinde teilnehmen.

Sehr gekämpft hat Irmgard Wagner für den Breitbandausbau unter dem Motto „Glasfaser bis ins Haus“. Der Außenbereich mit schlechter Versorgung konnte so am Förderprogramm teilnehmen.

Als einen besonderen Moment erinnert sich die Bürgermeisterin an eine Fahrt mit der KSK in die Toskana zum Soldatenfriedhof. „Ich durfte die Gedenkansprache halten, das war ein ergreifendes Erlebnis!“

Das traurigste Ereignis in ihrer Amtszeit war das Ende. Man hatte nicht den Mut gefunden, mit ihr zu reden. „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen“, so sei das Verhalten ihrer Partei, der CSU, die ihr im Zuge der Nominierung für das Bürgermeisteramt die Gefolgschaft verweigert hatte, bei ihr angekommen.

Doch Irmgard Wagner ist guten Mutes. Sie wird nun den Vorstand des Vereins Frauen helfen Frauen übernehmen. Und ihrer Gemeinde Zangberg wünscht sie ein gesundes Überstehen der Corona-Krise.

Kommentare