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5000 Liter warten bereits

Ein Urenkel lässt das St. Veiter Klosterbier wieder auferstehen: Das sind seine Pläne

Der neue Sud des St.Veiter Klosterbieres: Es schaut gerade wie unfiltriertes Kellerbier aus. Doch Braumeister Max Vetter(links) und Bernhard Altmann, Urenkel des letzten Bräu der Klosterbrauerei, sind bereits zufrieden mit dem Ergebnis. Es wird so schmecken, dass es den aktuellen Geschmack der Biertrinker trifft.
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Der neue Sud des St.Veiter Klosterbieres: Es schaut gerade wie unfiltriertes Kellerbier aus. Doch Braumeister Max Vetter(links) und Bernhard Altmann, Urenkel des letzten Bräu der Klosterbrauerei, sind bereits zufrieden mit dem Ergebnis. Es wird so schmecken, dass es den aktuellen Geschmack der Biertrinker trifft.
  • Harald Schwarz
    VonHarald Schwarz
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Bernhard Altmann ist der Urenkel des letzten Bräu der Klosterbrauerei St.Veit, Otto Hertrich. Er hat sich aufgemacht, das St.Veiter Klosterbier wieder zum Leben zu erwecken.

Neumarkt-St.Veit – Immer wieder steigen Bläschen in dem kleinen Kontrollglas auf; ein Zeichen, dass das Bier, das in dem dazugehörigen Stahltank lagert, noch nicht ganz fertig ist. Der Braumeister Max Vetter sagt, dass „es noch ein paar Wochen braucht“.

Geduld, Genauigkeit und Sorgfalt; das sind wichtige Eigenschaften, um ein gutes Bier herzustellen. Geduld, Genauigkeit und Sorgfalt hat Bernhard Altmann aber auch gebraucht, um seine Familiengeschichte aufzuarbeiten; und die ist eng mit Bier verbunden, denn Bernhard Altmann ist der Urenkel des letzten Bräu der Klosterbrauerei St.Veit, Otto Hertrich.

Altmann, gelernter Restaurantfachmann und Biersommelier, hat es sich zum Ziel gesetzt, das St. Veiter Klosterbier wieder auferstehen zu lassen. Da ihm Bürgermeister Erwin Baumgartner eine Originalflasche zur Verfügung stellte, konnte er die Inhaltsstoffe analysieren. Gepaart mit Berichtsheften von ehemaligen Klosterbräu-Mitarbeitern hat er sich an diese Aufgabe gemacht.

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Dabei hat er sich die Unterstützung von Max Vetter geholt. Der gelernte Braumeister hat vor drei Jahren das „Innbräu“ gegründet und selbst neue Biere auf den Markt gebracht. In der Privat-Brauerei auf Gut Forsting hat er sich der Export-Rezeptur angenommen und versucht, das Original nachzubrauen. Und das erste Ergebnis des ersten Suds war vielversprechend. Es traf offensichtlich auch den Geschmack der Biertrinker, sodass sich Altmann entschloss, weiterzumachen.

5000 Liter Bier lagern gerade im Gärkeller

Deshalb ruhen gerade 5000 Liter St.Veiter Klosterbier im Gärkeller der Forstinger Privat-Brauerei. „Sie brauchen noch ein paar Wochen, bis sie ihren vollen Geschmack entwickelt haben“, verrät Brauer Max Vetter. Bernhard Altmann ist es ein Anliegen, ein „hervorragendes, originales Klosterbräu St. Veit-Bier zu brauen“. Da spürt er eine Verpflichtung seinem Urgroßvater gegenüber.

Ab 1643 brauten auch die St. Veiter Benediktinermönche ihr eigenes Bier. Die Anzahl der Marktbrauereien wird im Jahre 1844 mit neun angeben, nahm aber dann im Zuge des technischen Fortschrittes immer weiter ab. Vor dem Ersten Weltkrieg existierten in Neumarkt nur mehr drei Brauereien und die, in der noch eigenständigen Gemeinde St. Veit liegende ehemalige Klosterbrauerei, die nach ihrem Besitzer den Namen Schlossbrauerei Hertrich trägt.

Nach 1918 blieben neben der St. Veiter Brauerei nur mehr die im Jahre 1913 neugegründete Genossenschaftsbrauerei über. Die wirtschaftlichen Probleme nach dem Ersten Weltkrieg und die Inflation waren letztlich der Grund dafür, dass diese beiden Brauereien ihre Kräfte bündelten und 1923 zur Klosterbräu St. Veit AG fusionierten. 60 Jahre später war auch diese von der Schließung bedroht, da es der Münchner Paulanerbrauerei gelungen war, die Aktienmehrheit zu erwerben. Die Münchner hatten aber kein Interesse an einer Weiterführung und stellten den Braubetrieb ein.

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