Ein Käfig voller Kicker: Wie die neue Fußballanlage in Neumarkt-St. Veit auch dem TSV hilft

„Ei’gnetzt is!“ Neumarkt-St. Veits Bürgermeister Erwin Baumgartner markierte das erste Tor in der neuen Fußball-Freizeitanlage. TSV-Vorsitzender Harry Eberl konnte nichts gegen den platzierten Schuss ausrichten musste hinter sich greifen.
+
„Ei’gnetzt is!“ Neumarkt-St. Veits Bürgermeister Erwin Baumgartner markierte das erste Tor in der neuen Fußball-Freizeitanlage. TSV-Vorsitzender Harry Eberl konnte nichts gegen den platzierten Schuss ausrichten musste hinter sich greifen.

Knapp 175000 Euro umfasst das Projekt, das in Zusammenarbeit mit Leader und dem Landwirtschaftsfonds in der Rottstadt entsteht. Die Fußballer können bereits das runde Leder rumjagen. Die Skater müssen allerdings noch etwas warten.

Von Josef Enzinger

Neumarkt-St. Veit – Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner nimmt das Ziel ins Visier, läuft an und schießt den Ball ins rechte Eck des Tors – das alles geht so schnell, dass TSV-Vorsitzender Harry Eberl nur noch hinter sich blicken kann, als der Fußball bereits im Netz zappelt. „Ei‘gnetzt is!“, heißt es dazu auf der neu gebauten Freizeitanlage an der Ampfinger Straße in Neumarkt-St. Veit, wo der Fußballkäfig nun seiner Bestimmung übergeben worden ist.

Ersatz für die oft kritisierten Bolzplätze

Der Fußballkäfig ist der erste Teil des Projekts „Jugendfreizeitanlage“. Hier soll in den nächsten Wochen noch eine neue Rollsportanlage entstehen. Schon jetzt können fußballbegeisterte Kinder und Jugendliche den Käfig nutzen, der unmittelbar an die Fußballplätze des TSV Neumarkt-St. Veit anschließt. Allerdings nur unter bestimmten Bedingungen.

Wegen Corona bislang nur feste Trainingsgruppen zugelassen

Wegen der Corona-Pandemie dürfen zunächst nur feste Trainingsgruppen den Käfig nutzen, der mit einer Kunstrasenfläche ausgelegt ist. „Diese festen Trainingsgruppen müssen sich vorher nur bei der Stadt melden, um sich das ,Okay‘ zu holen“, erklärt Thomas Menzel, Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft Neumarkt-St. Veit. Für circa zehn Stunden pro Woche kommen die Nachwuchsfußballer des TSV Neumarkt-St. Veit auf ihre Kosten.

Zusätzliche Trainingsmöglichkeit für die TSV-Fußballer

Abteilungsleiter Hanjo Hellfeuer freute sich, dass den rund 200 Abteilungsmitgliedern jetzt eine zusätzliche Trainingsmöglichkeit zur Verfügung steht: „Die Erwachsenen können fünf gegen fünf spielen, die Kinder sogar zu siebt pro Mannschaft kicken.“

Hellfeuer spricht von einer High-End-Anlage

Von einer High-End-Anlage spricht Hellfeuer, der an Kinder und Jugendliche appelliert, den Fußballkäfig pfleglich zu behandeln. TSV-Vorsitzender Harry Eberl würdigte das Engagement der Stadt: „Die Kinder sind weg von der Straße, haben mit dem Käfig nun eine Alternative zu den Bolzplätzen, deren Bau immer daran gescheitert ist, dass sie niemand in seiner Nähe haben wollte.“

Eine passende Alternative zu den fehlenden Bolzplätzen

Die fehlenden Bolzplätze griff auch Sportreferent Peter Hobmaier (UWG) auf: „Mit dem Fußballkäfig haben wir ein Vakuum gefüllt.“ Er freue sich über die Installation in unmittelbarer Nähe zu den Trainingsplätzen des TSV. Es sei eine Freizeitanlage auf höchstem Niveau entstanden.

Knapp die Hälfte kommt als Zuschuss zurück

175 000 Euro lässt sich die Stadt Neumarkt das Projekt kosten. Doch kommt sie in den Genuss einer großzügigen Förderung in Höhe von 87 000 Euro. Das Geld kommt vom Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raumes (ELER) und vom Freistaat Bayern im Rahmen des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum in Bayern (Leader).

Baumgartner dankte seinen Mitarbeitern im Rathaus, die alles in die Wege geleitet hätten, um die maximal mögliche Förderung abzurufen. „Das ganze Verfahren ist unkompliziert über die Bühne gegangen.“

Bei der offiziellen Eröffnung zusammen mit Vertretern des TSV schoben Baumgartner und Co. den Ball über den Kunstrasenplatz. Es wurde sogar die Möglichkeit in Betracht gezogen, eine Rathausmannschaft gegen eine TSV-Auswahl antreten zu lassen.

Skateranlage lässt noch auf sich warten

Zunächst sollen sich die Jugendlichen an der Anlage erfreuen. Während der Fußballkäfig bereits steht, dauert die Fertigstellung der Skateranlage noch. Der Asphaltbelag ist fertig, die Lieferung der Gerätschaften lasse allerdings noch auf sich warten. Ob diese noch in diesem Jahr montiert werden, kann Florian Reichl vom Bauamt in Neumarkt-St. Veit noch nicht sagen.

Ballübergabe an den TSV Neumarkt-St. Veit, der zehn Stunden pro Woche den Fußballkäfig für Trainingszwecke nutzt. Von links: Bürgermeister Erwin Baumgartner, Rüdiger Streck, Florian Reichl und Markus Huber (beide Bauamt), Fußballabteilungsleiter Hellfeuer, Sportreferent Hobmaier und TSV-Vorsitzender Eberl.Enzinger
„Aha, der Erbauer war wohl ein Sechzger-Fan!“ Sportreferent Peter Hobmaier fand einen blauen Kunstgrashalm.

Kommentare