Ein Egglkofener Urgestein lebt nicht mehr: Nik Gebler gestorben

Fast vier Jahrzehnte lang war Nik Gebler (links) das Gesicht der KSK Egglkofen. Hier beim Kriegerjahrtag in Egglkofen neben Bürgermeister Johann Ziegleder.
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Fast vier Jahrzehnte lang war Nik Gebler (links) das Gesicht der KSK Egglkofen. Hier beim Kriegerjahrtag in Egglkofen neben Bürgermeister Johann Ziegleder.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Tiefe Bestürzung hat in Egglkofen der Tod von Franz-Xaver Gebler ausgelöst. Nach einer schweren Erkrankung starb der 72-Jährige am Nikolaustag, 5. Dezember. Mit ihm geht ein Urgestein, das das Vereinsleben Egglkofens viele Jahrzehnte lang prägte.

Egglkofen – Franz-Xaver Gebler wurde am 21. September 1947 in Oberweinbach geboren. Er wuchs mit vier Geschwistern wohlbehütet auf. Zeitlebens war er darauf stolz, „ein Bauernbub“ zu sein, wie der „Nik“ selbst immer zu sagen pflegte. „Nik“ so nannte man den Franz-Xaver Gebler seit seinem 18. Lebensjahr – nach dem Vornamen des im Zweiten Weltkrieg gefallenen Onkels Nik Gebler. Unter diesem Namen war er weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Sein Bekanntheitsgrad kommt nicht von ungefähr. Zeitlebens war der „Gebler Nik“ jemand, der sich für andere einsetzte, immer zur Stelle war, wenn man ihn brauchte.

Nach Abschluss der Volksschule, die er in Hauzenbergersöll besuchte, erlernte er 1961 mit viel Eifer bei der Firma Maierhofer in Schönberg das Maurerhandwerk und konnte mit diesen Kenntnissen und Fertigkeiten dank seiner großen Hilfsbereitschaft vielen helfen – nicht nur seinen Kindern, sondern auch auf dem elterlichen Hof des Bruders.

Der Reservisten- und Kriegerverein wollte ihn bald für seine 50-jährige Mitgliedschaft ehren

Nach seiner beruflichen Ausbildung leistete er vom 1. April 1968 bis zum 30. September 1969 in Brannenburg bei den Gebirgsjägern seinen Grundwehrdienst ab. Eine körperlich sehr anspruchsvolle Zeit wie er immer sagte. 1969 wurde er Vereinsmitglied beim Reservisten- und Kriegerverein Schönberg, die ihn in der nächsten Versammlung für 50-jährige Mitgliedschaft ehren wollten.

Nach dem Grundwehrdienst war er von 1970 bis 1985 Getränkeausfahrer bei der Firma Westermeier in Neumarkt-St. Veit, bei dem ihm sein freundliches Wesen und seine Kommunikationsfreudigkeit nützten. Im Anschluss war er bis 2002 bei der Firma Dynamit-Nobel tätig, bis er wieder in seinen Ausbildungsberuf als Maurer bei der Firma Sepp Heiß in Neumarkt-St. Veit zurückkehrte. Dort war er bis zu seinem Ruhestand 2007 tätig.

Am 16. August 1980 heiratete der „Nik“ seine Maria und sie bezogen das mit viel Mühe und Arbeit neu errichtet Wohn- und Geschäftshaus in der Landshuter Straße in Egglkofen. Seine Frau betrieb das Lebensmittelgeschäft und konnte trotz seines jeweiligen Arbeitsverhältnisses auf seine Mithilfe „als Lehrbub“ wie er zu sagen pflegte, zählen. Aus der harmonischen und liebevollen Ehe gingen die beiden Kinder Thomas (1982) und Ulrike (1983) hervor. An den drei Enkelkindern hatte er viel Freude und war ein überglücklicher Opa.

Er war ein Vereinsmensch

Der „Gebler Nik“ war ein ausgesprochener Vereinsmensch. Er gehörte nahezu allen Egglkofener-Vereinen an. Von der Feuerwehr bis zu den Schützen, vom Fußballclub bis zu den Wanderern, von der Marianischen Männerkongregation bis zum Schnupferclub Harpolden, um nur einige zu nennen. Alle diese Vereine konnten beim Spenden sammeln und anderen Tätigkeiten auf ihn bauen.

Das Geschick, Mitmenschen zu unterhalten und zu begeistern, war ihm gegeben. Seine größte Leistung erbrachte er zunächst als Mitglied und anschließend ab 1983 als Vorsitzender bei der Krieger- und Soldatenkameradschaft Egglkofen. Er lebte für diesen Verein und konnte mit seiner Hingabe, aber auch seinem wertschätzenden Wesen alle Mitglieder zur Mitarbeit bewegen. Viele sehr arbeitsaufwendige große Vereinsfeste, Mitgliederversammlungen und Kriegerjahrtage organisierte er in den nahezu 37 Jahren seiner Vereinsführung.

Der Nik galt auch als naturverbundener Mensch, hat in der Laube für seine Vögel das Futter selbst gemacht, als Blumenliebhaber seine Tagetes selbst gezogen und mit den Tomaten die Nachbarschaft versorgt.

Nik Gebler war auch ein gläubiger Mensch und vielfach in den Sonntagsgottesdiensten und anschließend am Grabmal seiner Schwiegereltern anzutreffen.

Tiefe Verbundenheit zu Egglkofen

Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich vor Kurzem zusehends, es zeichnete sich eine sehr schwere Erkrankung ab, die ihn mehrfach zu einem Krankenhausaufenthalt zwangen. Der letzte Aufenthalt in Vilsbiburg hatte die Entlassung am 4. Dezember zur Folge und tags darauf in den frühen Morgenstunden, durfte er im Kreise seiner Lieben daheim die Augen für immer schließen.

Nik Gebler hinterlässt mit seinem Tod tiefe Spuren, mit ihm geht ein Egglkofener Urgestein, das seinen Platz mitten in der Gesellschaft hatte. Sinnbildlich für seine tiefe Verbundenheit zu Egglkofen, mag die Linde stehen, die Gebler vor weniger Jahren in der Dorfmitte gepflanzt hatte. In der Mitte des Dorfes. Fest verwurzelt. Wie es auch Nik Gebler war.

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