Kater Eddy kommt schwer verletzt heim nach Egglkofen - Tierquäler unterwegs?

Die Verletzung war so schlimm, dass der Schwanz amputiert werden musste. Der Fall von Kater Eddy wirft Fragen auf. Ist in Egglkofen ein Tierhasser unterwegs?
+
Die Verletzung war so schlimm, dass der Schwanz amputiert werden musste. Der Fall von Kater Eddy wirft Fragen auf. Ist in Egglkofen ein Tierhasser unterwegs?
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
    schließen
  • Karlheinz Jaensch
    Karlheinz Jaensch
    schließen

In Egglkofen sorgt man sich um die Gesundheit der Haustiere. Nachdem Kater Eddy schwer verletzt von einem Streifzug heim kehrte hatten die Besitzer klaffende Schnittwunden am Schwanz bemerkt. Ist er unter ein Mähwerk gekommen? Oder ist ein Tierquäler unterwegs? Die Familie hofft auf Hinweise.

Egglkofen – Vor zwei Jahren kam die junge Familie Holzner (Namen sind von der Redaktion geändert) nach Egglkofen. Sie bezog mit ihrem damals zweijährigen Kind Emmi eine Wohnung in einem Haus zwischen Kindergarten und Schule. Die Katze „Coco“ fühlte sich ebenfalls bald wohl in der neuen Umgebung und ließ sich von Emmi gern streicheln. 

Katze "Coco" und Kater "Eddy" miteinander unterwegs

Seit einem Jahr spielte der junge Kater Eddi gerne mit im Garten er zog auch mit Coco „um die Häuser“. Am letzten Donnerstag, es war der bisher heißeste Tag des Jahres, saßen die Eltern lange Zeit auf der Terrasse und genossen den milden Sommerabend. Katerchen Eddi kam von einem ausgedehnten Streifzug nach Hause und schlich sofort in die Wohnung.

+++ Nicht der einzige Fall von Tierquälerei:Tödliches Drama um Kater Fogo - Röntgenbild offenbart Erschreckendes ++++ Tierquäler durchbohrt Gänse-Mutter mit Pfeilen - Jäger schreitet ein +++ Faules Brot und Plastik auf der Weide – Empörung über Entsorgung in Langenstegham ++++

Kater Eddy liegt blutend am Boden

Als die Holzners gegen 23 Uhr ebenfalls ins Haus gingen, erlebten sie eine böse Überraschung. Kater Eddy lag blutverschmiert am Fußboden und sah zum Erbarmen aus. Sein Rücken war rasiert und an der unteren Seite des Schwanzes fehlte das Fell. Am Hinterteil klafften offene Schnittwunden.

Amputation als Rettung

Unverzüglich suchten sie einen ihnen bekannten Tierarzt in der Nachbargemeinde auf, der den Kater noch in der Nacht notversorgte, seine Wunden desinfizierte und mit Schmerzmitteln das Leiden linderte. Er bestellte Eddy für den nächsten Morgen wieder zu einer Operation in seine Tierarztpraxis, wobei er schon andeutete, dass der Schwanz des Katers wohl amputiert werden müsse. Der Tierarzt schloss nicht aus, dass der Kater auch von einem Mähwerk oder einem großen Reifen verletzt worden sein könne.

War es ein Mähwerk?

Das aber kann die Familie gar nicht glauben, denn: „Es waren weder Spuren von irgendwelchen Mährückständen oder Dreck“ an den Wundrändern“, erkannte Mutter Sylvia. „Und die Schwanzunterseite sah aus wie enthäutet. Eddy konnte wohl fliehen, bevor der Perverse den Schwanz völlig enthäutet hatte.“ Sylvia H. veröffentlichte den Vorfall in den sozialen Medien und erfuhr dort viel Mitgefühl. Einige User wussten zu berichten, dass solche Fälle sowohl in Egglkofen als auch in Oberbergkirchen in den letzten Jahren vorgekommen seien.

Überlebt, aber Medikamente sind nötig 

Am Freitag wurde der Kater dann operiert, doch konnte sein Schwanz nicht mehr gerettet werden. Am Nachmittag holte die Familie ihr Schmusetier wieder beim Tierarzt ab und versorgt nun den Kater daheim mit Medikamenten. Er hat wohl das Gröbste noch nicht überstanden. Aber er hat überlebt. Die Sorgen aber bleiben. Deswegen hofft die Familie auch auf Informationen von Tierhaltern, die ähnliche Erfahrung gemacht haben.

Das sagt der Tierarzt

In der Praxis von Tierarzt Dr. Karl Stelzer in Massing kommt es immer wieder vor, dass Katzen mit Verletzungen an den Extremitäten behandelt werden müssen. Aktuell musste einer Katze ein Bein amputiert werden, weil sie ganz offensichtlich unter ein Mähwerk geraten war. An und für sich keine große Sache. Denn wenn ein Tier gesund sei, könne es auch mit drei Beinen weiterhin ein gutes Leben führen, heißt es aus der Praxis. Man habe in der Vergangenheit aber keine Anhaltspunkte auf Handlungen festgestellt, die auf eine konkrete Verletzung des Tierschutzgesetzes hindeuten würden.

Kommentare