Aus drei Arbeitsplätzen werden zwei

Aus drei Arbeitsplätzenwurden wegen der Abstandsvorschrift zwei.Die Saloninhaberin Sonja Heiss-Frankl trennt durch Farbbänder die Arbeitsbereiche der Beschäftigten. Jaensch

Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe öffnen unter schweren Bedingungen

Neumarkt-St. Veit – Die Berufsgenossenschaft für Gesundheit macht es den Friseuren nicht leicht, wenn diese heute, Montag, wieder ihre Geschäfte öffnen dürfen. Die Auflagen zur Hygiene, Schutzausrüstung für Kunden und Friseure sowie der Zutritt zum Salon sind hoch angesetzt. Schon das Betreten des Geschäfts darf nur zum vereinbarten Termin, einzeln und mit Schutzmaske geschehen. Jeder Kunde muss seine Kontaktdaten angeben, damit im Falle einer Erkrankung die Infektionskette nachvollziehbar zurückverfolgt werden kann. Schon am Eingang achtet das Personal darauf, dass der Kunde sich die Hände wäscht oder desinfiziert. „Leider ist es nicht mehr gestattet, Getränke auszuschenken und den Lesezirkel anzubieten“, entnimmt Sonja Heiss-Frankl, Inhaberin von Sonjas Haarsalon in Neumarkt-St. Veit, den Bestimmungen. „Bei einem längeren Aufenthalt müssen sich die Kunden daher selbst versorgen.“

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Die Bedienungsplätze müssen einen Abstand von mindestens 1,50 Meter nach allen Seiten haben und Bewegungsfreiheit fürs Personal garantieren. Dadurch fallen zwangsweise einige Bedienungsplätze weg. Durch weitere Auflagen ist an eine Überbrückungszeit der Friseure während – zum Beispiel einer Farbbehandlung – nicht zu denken. So entsteht dem Saloninhaber ein weiterer hoher Verdienstausfall. Nach jedem Kunden müssen die Arbeitsgeräte desinfiziert und die Handschuhe sowie Schutzmasken gewechselt werden. Außerdem müssen sämtliche möglichen Kontaktflächen wie Stuhl und Ablagen mit Seifenlösung abgewischt werden.

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Bei der Behandlung tragen die Beschäftigten Mund- und Nasen-Bedeckung, die nach jedem Kunden entsorgt wird. Der Kundenumhang muss Berührungsflächen abdecken und ist nach einmaligem Gebrauch ebenfalls zu entsorgen. Alle diese Artikel müssen in ausreichender Zahl zur Verfügung gestellt werden, was enorme Zusatzkosten verursacht. Die Preise dieser Produkte sind seit der Corona-Pandemie stark angestiegen. Heiss-Frankl berichtet: „Ich habe 400 Einwegumhänge bestellt, aber nach 14 Tagen wurde der Auftrag wegen zu hoher Nachfrage wieder storniert.“ Nach stundenlanger Recherche im Internet und vieler Absagen blieb ihr nichts anders übrig, als Einwegregenponchos als Alternative zu bestellen. Diese sind allerdings noch nicht angekommen. Die Chefin bittet daher, ihre Kunden um Verständnis, wenn sie während der Corona-Pandemie einen kleinen Aufschlag auf ihre Preise machen muss.

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