Drei Anträge der CSU diskutiert

Gleich drei Anträge der CSU-Stadtratsfraktion waren in der jüngsten Sitzung Thema. Dorferneuerung Frauenhaselbach, eine zentrale, erneuerbare Energieversorgung im neuen Baugebiet "Am Galgenberg" sowie Leerrohre in diesem neuen Baugebiet für eine Glasfaseranbindung waren darin Thema.

Neumarkt-St. Veit - Stadtrat Reinhard Fuchs (CSU) hatte sich die Mühe gemacht und jeden einzelnen Haushalt in Frauenhaselbach abgeklappert, um die Einstellung der Bürger gegenüber einer Dorferneuerung zu hinterfragen. "100 Prozent würden eine Dorferneuerung befürworten", berichtete er in der Sitzung. Der Antrag der CSU geht nun dahin, zu prüfen, welche Fördermöglichkeiten durch das Amt für ländliche Entwicklung grundsätzlich für Dorferneuerungsmaßnahmen zur Verfügung stehen würden.

100 Prozent für die Dorferneuerung

Bürgermeister Erwin Baumgartner berichtete von einem Vorgespräch mit einem Vertreter des Amtes und wies darauf hin, dass es dazu keine pauschale Aussage gebe. "Wir müssen genau wissen, was wir wollen", Baumgartner meinte damit konkrete Zielvorstellungen: "Soll der Dorfplatz gestaltet werden, eine Gaststätte erhalten bleiben, Grünanlagen geschaffen werden - wir müssen die Anfrage konkretisieren."

Hilfestellung soll ein Vertreter des Amtes geben, der als Referent im Januar zur Sitzung eingeladen werden soll. Diesen Vorschlag befürwortete der Stadtrat einstimmig.

In einem weiteren Antrag formulierte die CSU den "dringenden Bedarf, bei der Planung neuer Baugebiete eine von fossilen Energien unabhängige Wärmeversorgung zu berücksichtigen". Durch die Nutzung regionaler Energielieferanten, so der Antrag, bliebe die Wertschöpfung vor Ort. Möglichkeiten sollen von einem Ingenieurbüro geprüft werden und dem Stadtrat zur endgültigen Beschlussfassung erneut vorgelegt werden, forderte CSU-Fraktionschef Michael Kulhanek.

Bürgermeister Erwin Baumgartner wies darauf hin, dass eine zentrale, erneuerbare Energieversorgung in einem reinen Wohngebiet mit langen Leitungen und wenig Abnahme wohl nicht rentabel sei. Er verwies in diesem Zusammenhang auf Gespräche mit Vertretern aus der Mustergemeinde Engelsberg. Die Einrichtung einer zentralen Versorgung sei seiner Ansicht nach sehr aufwendig und würde einen Benutzungszwang erfordern. Vergleiche mit einem ähnlichen Projekt in Schwindegg relativierte er: "Dort ist eine Biogasanlage schon vorhanden. Wir müssten eine solche erst noch bauen."

Energie: Spirkl gegen Bevormundung

Reinhard Fuchs sah es anders: "Wir wissen auch nicht, wie sich die Preise weiter entwickeln. Gas und Öl werden nicht so bleiben." Er sehe durchaus Potenzial in einer zentralen erneuerbaren Energieversorgung, die sich auch rentieren werde.

Ludwig Spirkl (SPD), der wie sein Fraktionskollege Ulrich Geltinger schließlich gegen den Antrag stimmte, begründete dies damit, dass man es den Häuslebauern selbst überlassen solle, welche regenerative Energieform sie wählen wollten. "Diese Freiheit wäre dann weg. Geltinger brachte als Gegenargument auch die Kosten für die Planung ins Spiel. Aus Sicht von Max Heimerl (CSU) war zu sehr von "Zwang" die Rede. Die ganze Welt spreche von Energiewende, im Falle des neuen Baugebietes sprach er von einer Win-Win-Situation. Auf die Frage von Martina Eisenreich (UWG), ob denn nicht die Biogasanlage von Felix Rauscheder angezapft werden könne, wusste ihr UWG-Kollege Peter Hobmaier die Antwort: "Dessen Kapazitäten sind bereits ausgeschöpft", da er bereits den Ort Teising mit Fernwärme versorge. Mit den Gegenstimmen der SPD befürwortete der Stadtrat schließlich die Prüfung der Möglichkeiten. "Sobald der Entwurf für den Bebauungsplan da ist, wird sich der Planer auch mit diesen Möglichkeiten beschäftigen."

Und dann war auch noch die Rede von der Verlegung von Leerrohren für eine spätere Glasfaseranbindung im neuen Baugebiet "Am Galgenberg". Auch dafür hatte die CSU einen Antrag eingereicht. Wie dazu Baumgartner erklärte, praktiziere die Stadt bereits erfolgreich die Installation eines sogenannten Mono-Erschließungs-Systems. Dabei handelt es sich um kombinierte Schächte, die auch die Erschließung mit Glasfaser ermöglichen soll. "Die letzten Meter über das Grundstück des Bauherrn können dann nach Bedarf verlegt werden", verwies Baumgartner auf positive Erfahrungswerte in den Baugebieten nördlich der Alten Teisinger Straße.

Der Stadtrat stimmte dafür, dass dieses System auch "Am Galgenberg" zum Tragen kommen soll.

je

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