Dieter Gruber – der Neumarkter Ehren-Wadlbeißer ist seit 1980 bei der Kabarettgruppe

Stolz zeigt Dieter Gruber die Ernennungsurkunde, die in seinem haus einen Ehrenplatz kriegen wird. Die Präsidentenkappe diente später als Requisite. Jaensch
+
Stolz zeigt Dieter Gruber die Ernennungsurkunde, die in seinem haus einen Ehrenplatz kriegen wird. Die Präsidentenkappe diente später als Requisite. Jaensch

Im Frühherbst des Jahres 1975 gründete eine kleine Gruppe der Faschingsgesellschaft Rottalia das Kabarett „die Wadlbeißer“. Nach Anweisung ihrer Chefs Max Neumeier und Fritz Weber tingelte die Truppe im Fasching 1976 durch die Wirtshäuser in der Stadt und in den eingemeindeten Dorfgaststätten.

Neumarkt-St.Veit – Das wiederholte sich im Jahr 1978. Und schon zwei Jahre später stieß Dieter Gruber, Sohn des legendären Neumarkter Faschingsgestalters Franz Gruber, zu den „Wadlbeißern“. Schwungvoll übernahm er das Texten von Liedern, die er bei den Wadlbeißer-Auftritten mit seinen „Muskeltieren“ vortrug. Mit insgesamt acht Auftritten in diversen Gaststätten begeisterte der neue Teil der Wadlbeißermannschaft.

Diter Gruber beobachtete die Neumarkter genau

Im Jahr 1981 traten „die Wadlbeißer“ erstmals nur im Saal der Genossenschaft auf, und das gleich an vier Abenden. Der Erfolg verleitete die Akteure, in den Jahren 1981, 1983, 1984 und 1986 Auftritte zu gestalten. Dem Dieter ging dabei nie der Stoff aus, denn er beobachtete die Neumarkter genau und er sammelte in seinem Archiv die Lokalseite des „Neumarkter Anzeigers“, in der er „Faschingsträchtiges“ vermerkt hatte.

+++ Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion.Jetzt Newsletter ausprobieren! +++

Nebenbei gestaltete Dieter Gruber in diesen Jahren bei den Rottalia-Aktionen führend mit. Es gab einen Faschingsanbau, eine Fahnenweihe und eine Faschingshochzeit, wozu er außerdem mit eigenen Gedichten, Reden und Liedern beitrug.

Seit 1996 "die Schlawiner"

Die Galaabende der Rottalia am Unsinnigen Donnerstag gestaltet Dieter Gruber oft mit kurzen Wadlbeißerauftritten mit, einfallsreich wirkte er auch mit Liedern und Kulissen bei anderen Bällen mit.

Die Präsidentenkappe diente als Requisite.

Mit den großen Wadlbeißerauftritten ging es erst 1996 wieder weiter. Dieters Grubers Gruppe nannte sich von da an „Schlawiner“ und heißt seitdem immer noch so, allerdings mit wechselnder Besetzung. Doch Liedauswahl und Text lieferte immer Dieter Gruber.

Die „Schlawiner“ waren immer ein wichtiger Teil des Wadlbeißer-Programmes

Nebenbei erstellte der Lehrer und langjährige Schulleiter umfassende bebilderte Chroniken über 750 Jahre Neumarkt-St. Veit und 60 Jahre Rottalia. Und mehr.

Noch zehnmal traten „die Wadlbeißer“ auf, seit diesem Jahrtausend im Drei-Jahres-Rhythmus. Und immer bestritten die „Schlawiner“ den Großteil des Programms. Zehn und mehr Lieder trug er mit seinen Schlawinern vor, die er oft noch mit kurzen Gedichten ankündigte. Seine Soloauftritte in all den Jahren waren oft Kunstwerke in Maske und Sprache. Beim Maier in Roßbach, wo man dieses Jahr dreimal auftrat, stellte er einen Rekord von 20 Liedern auf. Er wollte sich damit wohl verabschieden, denn er kündigte schon vorher seinen Rücktritt als aktiver „Wadlbeißer“ an.

Nach 40 Jahren ein „Ehrenwadlbeißer“

Die Vorstandschaft der Rottalia anerkannte seine großartige Mitarbeit in all den insgesamt 40 Jahren an und ehrte ihn mit dem Titel „Ehrenwadlbeißer“. Stolz zeigt dieser unermüdliche Kabarettist die Ernennungsurkunde, die sicher einen Ehrenplatz in seinem Haus erhalten wird. Aber ob er wirklich seinen Bleistift zur Seite legen wird, darf bezweifelt werden. Wohl auch von ihm selbst.

Waldbeißer Dieter Gruber ist dankbar für die Ehrung und er fügt hinzu: „Ich wollt die Leut halt unterhalten, damit sie schmunzeln können und den Alltag a bisserl vergessen.“

Kommentare