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Zünftig unterwegs in Niederbergkirchen

Die weibliche Antwort aufs „Oar-Karren“: Vier fesche Mädels lassen bayerischen Brauch wieder aufblühen

Die jungen Damen lassen am Pfingstsonntag einen alten bayerischen Brauch erblühen (von links Theresa Matzinger, Magdalena Gregori, Luisa Auer und Julia Aigner).
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Die jungen Damen lassen am Pfingstsonntag einen alten bayerischen Brauch erblühen (von links Theresa Matzinger, Magdalena Gregori, Luisa Auer und Julia Aigner).
  • VonUrsula Huckemeyer
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Was verbindet Luisa Auer, Julia Aigner, Theresa Matzinger und Magdalena Gregori? Nun, sie sind fesche junge Damen, die sich gerne in der Landjugend engagieren. Aber das ist beileibe nicht alles: Die Freundinnen, zwischen 19 und 21 Jahre jung, lassen nämlich einen bayerischen Brauch wieder aufblühen.

Niederbergkirchen – Am Pfingstsonntag machen sie sich auf den Weg zum „ Pfingstrosen -Sammeln“.

Eigentlich beginnt die Pfingstrosen-Tradition schon am Ostersonntag. Da sind die Burschen gefragt, die gemeinsam zum „Oar-Karren“ aufbrechen. In den Häusern, in denen junge Mädchen wohnen, kehren die Männer ein. Es gibt eine Brotzeit und ein rotes Osterei. „Das Ei kriegt allerdings nur der Schönste“, schmunzelt Luisa.

Früher galt das „Oar-Karren“ durchaus auch ein bisserl als Brautschau. Das ist heute vorbei. „Obwohl“, so räumen die jungen Damen ein, „ausgeschlossen ist es natürlich nicht, bei dieser Aktion jemanden kennenzulernen“. In erster Linie stehen jedoch der Spaß und das gemütliche Beisammensein im Vordergrund.

An Pfingsten folgt der Gegenbesuch

Am Pfingstsonntag starten dann die Freundinnen los, quasi als Gegenbesuch zu Ostern. Wie Julia und Theresa berichten, wird im Vorfeld per WhatsApp schon ausgemacht, welche Burschen Besuch von der Damenwelt erhalten. „Wir fahren hauptsächlich zu den Leuten, mit denen wir gerne Zeit verbringen“, erklärt Luisa.

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Bevor die jungen Frauen ausschwärmen, stärken sie sich am Pfingstsonntag erstmal mit einem deftigen Mittagessen. Schließlich kann es ein langer Tag werden.

Neun Mädels warten auf zünftige Einlagen

Insgesamt sind ab dem frühen Nachmittag neun Mädels unterwegs. Wahrscheinlich bewältigen sie die Strecken im Landkreis und darüber hinaus mit einem Kleinbus. Was die Pfingstrosen-Mädchen von den Burschen im Grunde schon erwarten, sind neben den duftenden Blumen frische Getränke und musikalische Darbietungen. Zünftige Einlagen würden tatsächlich imponieren, gibt die Gruppe zu.

Ohne Pfingstrosen läuft gar nix

Aber wo bekommen die jungen Männer die vielen Pfingstrosen-Sträuße eigentlich her? Da drücken Mütter, Verwandte oder Nachbarn wohl wieder ein Auge zu, denn ihre Gärten sind es, die vorwiegend den Plünderungen zum Opfer fallen. „Ohne Pfingstrosen läuft halt nichts“, lachen die Mädchen.

Gibt es an einer Station (so werden die Treffpunkte genannt) ausnahmsweise mal keine Pfingstrosen, so nehmen die Damen gnädigerweise auch rote Rosen als Geschenk an. „Das muss aber dann schon eine besondere Sorte sein“, betont Luisa.

Das Trachtengewand gehört dazu

Die Mädchen aus Niederbergkirchen und Umgebung freuen sich jedenfalls am Pfingstsonntag auf viele lustige Begegnungen. Und Magdalena hebt hervor: „Es ist eine Abwechslung, die Freundinnen nicht nur auf Partys, sondern auch mal in einem völlig anderen Zusammenhang zu treffen.“ Ach ja, dass sich für das „Oar-Karren“ und das „Pfingstrosen-Sammeln“ die Jugend in ihr Trachtengewand wirft, braucht eigentlich nicht extra erwähnt zu werden.

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