E-MOBILITÄT

Die Gemeinde Schönberg bekommt jetzt auch ein Lasten-Fahrrad – mit Elektronik-Antrieb

So sieht das Lasten-Fahrrad aus, das die Gemeinde Schönberg anschaffen will.
+
So sieht das Lasten-Fahrrad aus, das die Gemeinde Schönberg anschaffen will.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
    schließen

Ein Fahrer und Platz für vier Kinder: Gemeinderat will Mikromobilität salonfähig machen. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung seine Zustimmung gegeben. Im März soll das Lastenrad , ein „Babboe Curve E“ den Gemeindebürgern zur Verfügung stehen.

Schönberg – Ein gemeindeeigenes E-Auto hat die Kommune Schönberg bereits im September 2020 in Betrieb gestellt. Jetzt soll ein Lasten-Fahrrad dazu kommen. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung seine Zustimmung gegeben. Im März soll das Lastenrad , ein „Babboe Curve E“ den Gemeindebürgern zur Verfügung stehen.

Corona hemmt Einsatz des Sieben-Sitzers

Hinter der Idee steckt der Verein „landmobile.de“, der bereits das Carsharing-Projekt mit dem Namen „Mümo – einfach unterwegs“ mit sieben Landkreisgemeinden initiiert hatte. Seit über vier Monaten können in den Gemeinden Haag, Schwindegg, Neumarkt-St. Veit, Ampfing, Oberbergkirchen, Buchbach und eben auch Schönberger Bürger ein E-Auto buchen, um damit Besorgungen zu erledigen oder Ausflugsfahrten zu unternehmen. Es sei zwar eine stets steigende Tendenz der Nutzung zu beobachten. „Doch es könnte besser genutzt werden“, meint Schönbergs Bürgermeister Alfred Lantenhammer zur bisherigen Frequenz.

Seit August ist das E-Mobil in Betrieb. Unser Bild zeigt die Testfahrer vom Sommer vergangenen Jahres. Von links: Bürgermeister Alfred Lantenhammer, Andreas Reiter, am Steuer Manuela Heindlmeier, Monika Kleindienst, Ingrid Kleindienst, August Brams und Elisabeth Pointner.

Auch die Gemeinde nutzt das elektrische Familienfahrzeug

Fünf bis zehn Buchungen von Privatpersonen pro Monat würden in der Gemeinde verzeichnet, so Lantenhammer. Er spricht von Familien und auch Alleinerziehenden, die den elektrischen Sieben-Sitzer in Anspruch nähmen. „Sie sind sehr dankbar über das Angebot“, weiß Lantenhammer.

Lesen Sie dazu auch:

Prozess um Waldkraiburger Anschlagsserie beginnt im März

Ampfinger Bilanz zu Car-Sharing-Projekt fällt positiv aus

Zur aktuell noch geringen Ausnutzung des Fahrzeuges verweist Lantenhammer auf Corona: „Ausflugsfahrten werden deswegen wohl hinten angestellt!“ Das hieße aber nicht, dass das E-Auto nur rumsteht. Die Gemeinde nutze den Nissan E NV 200 für Dienstfahrten, wenn er nicht gerade von Privatpersonen gebucht wird. „Wenn ich etwa ins Landratsamt muss, Angestellte des Kindergartens Besorgungen erledigen müssen oder – wie zuletzt erst geschehen – Vertreter der Feuerwehren unterwegs sind, um sich ein Bild vom einem Feuerwehrfahrzeug zu machen, das die Gemeinde kaufen will.“ Auch am heutigen Freitag wird das E-Mobil wieder im Einsatz sein: Lantenhammer und Co. wollen sich in Reischach eine Krippe ansehen, nachdem der Gemeinderat jetzt erst den Bau einer eigenen Kinderkrippe verabschiedet hatte.

E-Mobilität auch auf drei Rädern

Und die Bemühungen rund um die E-Mobilität gehen weiter. Lantenhammer stellte im Rahmen der Gemeinderatssitzung das neue Programm mit dem Elektro-Lastenfahrrad und Elektro-Moped vom Verein landmobile.de vor. Für die Anschaffung würde die Gemeinde einen Zuschuss erhalten. Die angekündigte Förderung entspräche in etwa der Höhe der Anschaffungskosten und der monatlichen Kosten eines Lasten-Fahrrades. Auch ein E-Roller stand zur Diskussion. Weil dessen Anschaffung und Unterhalt aber mit dem Zuschuss nicht komplett abgedeckt wären, hat man sich davon distanziert.

Standort steht schon fest: An der Fahrradhalle an der Schule

Nach der Beratung war sich der Gemeinderat einig, dass ein E-Lastenfahrrad erworben werden sollte. Der Bauausschuss hatte in einer früheren Zusammenkunft angeregt, ob es Sinn machen würde, das Fahrrad an einen bürgernahen Standort, zum Beispiel im Bondlfeld, abzustellen. In der Sitzung hat der Gemeinderat von dieser Idee aber Abstand genommen, weil dafür erst ein Unterstand errichtet werden müsste. Gemeinderatsmitglied Ingrid Kleindienst (CSU/Freie Wähler) schlug vor, das Rad auch in der Fahrradhalle am Schulhaus unterzustellen. „Es müsste kein Unterstand errichtet werden und Strom wäre auch greifbar“, argumentierte sie.

Gemeinderätin will gerne selbst testen

Kleindienst interessiert sich sehr für die Elektromobilität, war als Testfahrerin des E-Autos schon mit von der Partie. Als Testfahrerin eines Lastenfahrrads – auch das könne sie sich gut vorstellen. Die Mutter dreier Kinder – Zwillinge im Alter von fünf Jahren und eines dreijähriges Kindes – findet, dass der Weg nach Neumarkt-St. Veit für die Kinder noch zu beschwerlich sei. Die Bewältigung der Strecke von Schönberg in die Rottstadt mit E-Motor und ihren Kindern vorne drin, könne sie sich gut vorstellen. „Zumal das Fahrrad ja auch für maximal vier Kinder ausgelegt ist und auch Gurte hat.“ Für sie sei es sicherer, ihre Kleinkinder bei sich zu haben und nicht auch noch auf den Straßenverkehr und drei kleine Selbstfahrer acht geben zu müssen.

Einstimmig für die Anschaffung

Der Beschaffung eines Elektro-Lastenfahrrades hat der Gemeinderat dann mit 13:0 zugestimmt. Lantenhammer rechnet damit, dass das Fahrrad im März geliefert wird. Das Projekt läuft dann bis Ende 2022.

Mehr zum Thema

Kommentare