Der liebste Termin des Bürgermeisters: Die Auszeichnung der Besten in Schule und Beruf

18 Absolventen mit hervorragenden Abschlüssen, 14 Frauen und vier Männer: Bürgermeister Erwin Baumgartner (Mitte hinten) beglückwünschte die Einserschüler für ihre Traumnoten.
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18 Absolventen mit hervorragenden Abschlüssen, 14 Frauen und vier Männer: Bürgermeister Erwin Baumgartner (Mitte hinten) beglückwünschte die Einserschüler für ihre Traumnoten.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Ehrung der Einserschüler von Neumarkt-St. Veit: Absolventen lüften im Kulturbahnhof das Geheimnis ihres Erfolges.

Neumarkt-St. Veit – Junge Menschen, die einen Schul-, Berufs- oder Studienabschluss mit einer Eins vor dem Komma bestanden haben, erhalten jedes Jahr eine kleine Auszeichnung durch die Stadt. Das hat Tradition. „Normalerweise kombinieren wir diese Ehrung mit der Bürgerversammlung, um die Wichtigkeit herauszustellen. Dieses Jahr müssen wir es anders machen.“, begrüßte Bürgermeister Erwin Baumgartner die zu Ehrenden. Der große Saal im Kulturbahnhof von Neumarkt-St. Veit reichte in Zeiten von Corona dazu aus, um die Jungen Leute und auch deren erschienene Eltern unterzubringen. Es waren dieses Jahr insgesamt 23 Abschlüsse, die mit einer Eins die Bedingungen für die besondere Anerkennung erfüllten.

Dank an Ausbilder für das „Rüstzeug“

Den Bürgermeister erfüllte es mit besonderer Freude, dass so viele seiner jungen Bürger so hervorragende Abschlüsse erreicht hätten, und sich damit einen guten Grundstock für das Berufsleben schafften. „Wenn Ihr so weitermacht in Eurem Berufsleben, werdet Ihr erfolgreich sein“, prognostizierte er. Und somit hätten sie schon mal die Voraussetzungen für ein Leben in Zufriedenheit geschaffen.

In diesem Zusammenhang dankte das Stadtoberhaupt den Lehrern und Ausbildern für das gute Rüstzeug, das sie den Kindern mitgegeben hätten. Aber er sagte auch Dank den Eltern, die überhaupt die Möglichkeit für diese gute Ausbildung geschaffen haben.

Eine glatte Eins für die Lackiererin Maria Hucul

Anschließend rief er alphabetisch die jungen Leute auf und überreichte ihnen unter dem Beifall der Anwesenden ein anerkennendes Geschenk. Den Qualifizierenden Abschluss an der Mittelschule Neumarkt-St. Veit hat Valentin Bernauer mit 1,7 geschafft. Von der gleichen Schule gehen mit dem Mittleren Schulabschluss ab: Lea Citus mit 1,56, Katharina Hüttner (1,9), Attila Solt (1,89) und Sebastian Weidinger (1,11). Die Mittlere Reife an der Realschule Vilsbiburg hat erreichte Julia Fleischer (1,58).

Viele unterschiedliche Berufsfelder: Von der Ernährungsassistentin bis zum Kfz-Mechatroniker

Das Abitur am Ruperti-Gymnasium machten Katharina Brams (1,7), Ramona Haagen (1,9), Anna Mesner (1,4) und Elisabeth Rothkopf (1,9). Die Staatliche Berufsschule Mühldorf verließen Christina Huber als Verkäuferin (1,7), Theresa Kreuzpointner als Ernährungsassistentin (1,5), Philipp Siegerstätter als Kfz-Mechatroniker (1,42 )und Andrea Weber als Kinderpflegerin (2,0). Christina Eisenreich besuchte die Berufsschule 2 in Landshut als Industriekauffrau (1,5), die Berufsschule 1 in Landshut absolvierte Eva Maria Hucul als Lackiererin (1,0). Auf die Private Berufsschule Landshut ging Anna Maria Kreuzpointner (Physiotherapie, 1,89), auf die Berufsfachschule München Christina Reißl (Pharmazeutisch Technische Aissistentin, 1,67). Auf der Berufsschule Dingolfing lernte Theresa Rauscheder Lagerberufe (1,2) und die Fachakademie Mühldorf absovilierte Manuela Schmaußer erfolgreich (Erzieherin, 1,31).

Hobbies nicht vergessen – trotz Schulstress

Die beiden besten Abiturientinnen –  Hanna Schneider (1,3) und Luisa Fußeder (1,3) – sind zwar nicht verwandt, haben aber sehr ähnliche Lebensläufe: Beide Neumarkterinnen sind jetzt 18 Jahre alt, besuchten nach der Grundschule in Neumarkt-St, Veit das Ruperti-Gymnasium in der Kreisstadt. Das G 8 machte keiner von ihnen in irgendeiner Jahrgangsstufe Probleme. „Wir kamen immer gut mit“. In den acht Jahren seien sie häufig, aber nicht immer, in derselben Klasse gewesen. Auch ihre Lieblingsfächer waren in der Zeit identisch. Beide mochten sie Mathematik, was für Mädchen ja nicht unbedingt üblich ist. Als zweites Fach begeisterten sich beide für die Kunst.

Maschinenbau und Kunst im Fokus

Bleibt bei so viel Fleiß noch Zeit für Hobbies? Beide nicken: Sie lesen gerne, auch Romane, und Zeichnen mit Freude. Nach ihren Plänen gefragt, so will Hanna Schneider erst einen Keramikkurs besuchen und dann Maschinenbau studieren. Luisa Fußeder macht gleich eine Ausbildung zur Keramikerin – und danach? „Da werde ich Kunst studieren!“

So hat Einserschülerin Julia Hirschberger ihr Studium bewältigt

Nach der Schule folgt das Studium – das hat Julia Hirschberger bereits erfolgreich hinter sich gelassen. Sie schaffte ihr Studium zum Master of Science an der Universität Passau mit einer 1,9. „Ich habe Master Business Administration mit Schwerpunkt International Management und Marketing an der Universität Passau studiert“, berichtet Hirschberger.

Zwischen hohen Anforderungen und Spaß am Studentenleben

Das Studium dort bezeichnet sie als sehr anspruchsvoll. Interesse und Leidenschaft für Mathematik, Statistik und Informatik seien die Voraussetzungen, um dieses Studium erfolgreich zu absolvieren. Das Studium habe sie gefordert, gleichzeitig aber auch großen Spaß gemacht, insbesondere betont sie die Möglichkeit mit einem Erasmus-Stipendium im Ausland zu studieren.

Tipp: man muss immer dran bleiben, Struktur ist die halbe Miete

Was ist das Geheimnis einer erfolgreichen Ausbildung? Dazu relativiert Hirschberger: „Es gibt mit Sicherheit schnellere Studenten und es ist nicht so leicht gegangen, wie es die Durchschnittsnote vielleicht vermitteln mag. Ich habe mich schon immer anstrengen müssen!“ Ihr Geheimnis: „Man muss ständig dran bleiben. Schon während der Semesterzeit habe ich die Inhalte zusammengefasst, um in Klausurenphase Zeit zu sparen.“

Das Auslandssemester möchte Julia Hirschberger nicht missen

Fünf Semester habe sie benötigt, um ihre Masterarbeit abzuschließen. Während ihres Studiums in Passau habe sie Praktika absolviert, aber auch einen Auslandsaufenthalt eingebaut. Ein halbes Jahr war sie dafür im holländischen Nijnegen. „Eine Zeit, die prägt!“, sagt Hirschberger, die diese Erfahrung nicht missen möchte. „Man lernt selbstständiger zu sein, man ist mehr auf sich selbst gestellt und muss sich vielleicht auch auf neue Wege der Problemlösung einlassen. Das ist alles furchbar interessant!“, berichtet sie. Man eigne sich die Sprache besser an, „ich spreche jetzt flüssiger Englisch!“ Und dann ist natürlich die internationale Community, die sie in ihrer Wohngemeinschaft genießen konnte. Spoanier, Franzosen, Brasilianer, Engländer und Polen – es seien gute Netzwerke entstanden, Kontakte, die sie auch heute noch pflegt, „auch wenn die Intensität des Austauschs abgenommen hat.

Bei der Arbeitssuche gleich auf den Traumjob gestoßen

Bei ihrer Jobsuche ist sie gleich fündig geworden: „Direkt nach Abgabe meiner Abschlussarbeit startete ich in das Berufsleben mit einer Anstellung am Landratsamt Mühldorf“, berichtet Hirschberger, die im Projektmanagement tätig ist, „genau das, was ich mir vorgestellt hatte!“ Sie ist mit der Umsetzung des Nahverkehrsplans beschäftigt, beackert das Themenfeld Energie und Klimaschutz, wobei hier das Stichwort „Stadtradeln“ fällt. Fast abgeschlossen sei die Organisation der Verstärkerbusse. Hirschbergers stellt schon jetzt zufrieden fest: „Ein sehr vielschichtiges Arbeitsfeld mit interessanten Themenbereiche!“

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