Matthias Pfaffinger aus Mühldorf sammelt Eicher-Traktoren - nicht nur aus Liebe zu den Oldtimern

Matthias Pfaffinger sammelt Eicher-Oldtimertraktoren.
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Matthias Pfaffinger hat eine Leidenschaft: Er sammelt Eicher-Oldtimertraktoren. Elf hat er bereits. Sie sind nicht nur Schmuckstücke für ihn, sondern auch Wertanlagen.

Elf Eicher-Maschinen stehen auf einem Hof in Mühldorf. Sie gehören Matthias Pfaffinger, der die hellblauen Traktoren seit seinem 16. Lebensjahr sammelt. Mittlerweile ist Pfaffinger 34, Land- und Baumaschinenmechaniker und nutzt seine Maschinen nicht nur im Alltag. Auch in der Freizeit widmet er sich den Oldtimern.

Von Sophia Strasser

Mühldorf - „Ich richte sie komplett wieder her“, erzählt der Land- und Baumaschinenmechaniker. Elf Eicher-Maschinen stehen bereits auf Pfaffingers Hof, darunter ein Eicher-Lastwagen und sogar ein kleiner Tretbulldog. „Den fährt aber meine kleine Nichte“, lacht Pfaffinger.

Die Traktoren haben zwischen 11 und 105 PS. Das älteste der Sammlerstücke ist Baujahr 1953. „Das war der erste Traktor, den ich gekauft habe“, erinnert sich der 34-Jährige. „Da war ich 16 Jahre alt.“

Pfaffingers erster Eicherr sei beim Kauf auch ziemlich kaputt gewesen, erzählt der Mechaniker. Da er erst mit der Lehre anfing, hatte er noch nicht das Wissen, wie man einen solchen Oldtimer repariert und restauriert. „Da hat mir mein Onkel viel gezeigt, wir haben den Traktor zusammen hergerichtet.“

Mit acht Jahren wurde Leidenschaft für Eicher-Traktoren geweckt

Die Leidenschaft für Eicher-Traktoren entdeckte Pfaffinger aber schon viel früher; in seiner Kindheit. Das sei gewesen, als er mit acht Jahren zum ersten Mal mit dem Eicher seines Vaters fahren durfte. „Ich bin mit meinem Papa beim Gülleausbringen mitgefahren. Auf einmal rutschte er rüber und sagte ‚Jetzt fährst du.‘ Das war ein tolles Gefühl“, erinnert sich Pfaffinger immer noch gerne.

Die Leidenschaft für Eicher-Traktoren teilen auch Pfaffingers Brüder „Nur der Papa ist manchmal nicht so begeistert, wenn schon wieder ein neuer Bulldog am Hof steht.“, meint der 34-Jährige.

Eicher-Fan mit Sinn fürs Praktische

Dabei stehen die Traktoren nicht nur sinnlos auf dem Hof herum, jeder hat seine eigene Aufgabe. „Einen verwende ich gerne für die Holzarbeit, der kleine eignet sich perfekt für die Heuernte.“ Es sei auch besonders wichtig, dass die Traktoren zum Einsatz kommen: „Sonst entstehen Standschäden, das wäre nicht gut und unnötig“, so Pfaffinger.

Der Land- und Baumaschinenmechaniker ist selbstverständlich auch in einem Eicher-Fanclub – sein Verein sind die Eicher-Raubtiere aus Salmanskirchen.

Außerdem ist Pfaffinger in der Szene der Eicherfreunde gut vernetzt. „Ich bin in einer WhatsApp-Gruppe mit lauter Eicherfreunden, die stammen zum Teil aus den Niederlanden oder Luxemburg.“

Eicher-Traktoren sind auch eine Wertanlage

Beim größten Eicher-Treffen Deutschlands ist Pfaffinger mit den Eicher-Raubtieren ebenfalls vertreten. Alle drei Jahre findet dieses Treffen, veranstaltet von den Eicher-Freunden Westerwald, statt. Die Veranstaltung ist gut besucht, mehrere Tausend Gäste kommen von überall her, weiß der Traktorfan. Beim letzten Mal mit dabei war natürlich auch einer seiner Traktoren: „Den haben wir auf einen Lastwagen geladen und sind damit zum Treffen gefahren.“

Die Eicher-Traktoren sind nicht nur eine Sammelleidenschaft, sondern auch eine Geldanlage. Zwischen 25 000 und 30 000 Euro sei so ein Traktor wert, sagt Pfaffinger. „Das finde ich persönlich einen angemessenen Wert.“

Aus Schrotthaufen wird Schmuckstück

Einen neuen Traktor hätte er auch schon im Auge gehabt, „da sind wir aber preislich einfach nicht zusammengekommen.“

Pfaffinger repariert nicht nur für sich selbst, sondern auch im Auftrag anderer Oldtimerbesitzer. „Ich gebe den anderen auch gerne mal Tipps, wenn sie einen Rat brauchen.“ Die Reparaturen sind zeitaufwendig, Pfaffinger macht das alles neben seiner Arbeit als Land- und Baumaschinenmechaniker.

„Manche meiner Traktoren waren komplette Schrotthaufen, als ich sie gekauft habe.“ Es seien auch Tage dabei, an denen er nichts tut, aber meistens geht Pfaffinger direkt nach der Arbeit in seine Werkstatt. „Denn die Werkstatt ist mein Wohnzimmer.“

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