60 PAAR SIND SCHON FERTIG

Damit Covid-Patienten nicht frieren: Zangberger Seniorenkreis strickt Socken für Krankenhaus

Anna Weiß bei ihrer Lieblingsbeschäftigung. Die 89-Jährige strickt für ihr Leben gern und hat maßgeblichen Anteil, dass Patienten im Mühldorfer Krankenhaus warme Füße haben.
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Anna Weiß bei ihrer Lieblingsbeschäftigung. Die 89-Jährige strickt für ihr Leben gern und hat maßgeblichen Anteil, dass Patienten im Mühldorfer Krankenhaus warme Füße haben.

Die Corona-Pandemie bringt für viele Menschen Einschränkungen mit sich. Für manche Menschen birgt sie aber auch Chancen für ihren Alltag. Das zeigt sich am Beispiel von Anna Weiß aus dem Zangberger Ortsteil Moos. Sie strickt in der Pandemie Socken für Patienten im Mühldorfer Krankenhaus.

von Herrman Huber

Zangberg – Die Corona-Pandemie bringt für viele Menschen erhebliche Einschränkungen und Probleme mit sich. Für manche Menschen birgt sie aber auch Chancen für einen positiven Einfluss auf ihren Alltag. Das zeigt sich am Beispiel von Anna Weiß aus dem Zangberger Ortsteil Moos. Sie strickt in der Pandemie Socken für Patienten im Mühldorfer Krankenhaus.

Schon im vergangenen Dezember bekam der Zangberger Seniorenkreis vom Mühldorfer Klinikseelsorger Martin Kuhn eine überraschende Anfrage. Er suchte Freiwillige, die Socken stricken würden. Diese würden im Krankenhaus Mühldorf benötigt, um frierende Covid19-Patienten zu wärmen, die oft über kalte Füße klagen. Aber auch andere Patienten seien froh über bequeme, wärmende Socken, da ja derzeit auch viel gelüftet wird.

Seniorenkreis freute sich über Anfrage

Mit dieser Anfrage stieß Martin Kuhn bei mehreren älteren Damen in Zangberg auf offene Ohren. Ganz besonders Anna Weiß nahm sich die Anfrage zu Herzen. Sie hat – neben ihrer Liebe zum Stricken – einen besonderen Bezug zur Mühldorfer Klinik: Von 1949 bis zu ihrer Hochzeit 1955 war sie dort als Stationsmädchen unter den Mallersdorfern Schwestern tätig. Zu ihren Aufgaben zählten neben der allgemeinen Unterstützung der Schwestern das Verteilen des Essens und das Fiebermessen. An diese Zeit denkt sie gerne zurück.

Auch mit 89 sitzt Anna Weiß jeden Tag da, um zu stricken

Schon als junges Mädchen hat Anna Weiß das Stricken von ihrer Mutter gelernt und als Mutter fertigte sie für ihre Tochter und die beiden Söhne Pullover und Kleider aus Wolle.

Obwohl sie mittlerweile 89 Jahre alt ist, setzt sie sich täglich, wenn die Hausarbeit erledigt ist, in ihren Lieblingssessel und schwingt die Stricknadeln.

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„Das dient auch zur Nervenberuhigung“, meint die mehrfache Großmutter. Unterstützung erhält sie dabei auch von ihrem Sohn Ferdinand, der sie mit den nötigen Strick-Materialien versorgt. Jede Woche muss er für Nachschub sorgen; im Schnitt sind das zehn Knäuel Wolle. Daraus entstehen dann meistens fünf Paar Socken.

Mittlerweile sind 60 Paar Socken fertig

So war es ihr auch ein leichtes, gleich nach der Anfrage von Martin Kuhn zehn Paar bereitstellen und seither sind noch einmal 30 Paar hinzugekommen. Bei jedem Kontakt mit dem Seniorenkreisteam kann sie wieder frisch gestrickte Socken beisteuern. Es bereitet ihr eine große Freude, dass sie mit ihrer Leidenschaft für das Stricken nunmehr ein gutes Werk tun kann und sie dankbare Abnehmer für die Produkte ihres Hobbies hat.

60 Paar Socken wärmen bereits die Füße von Patienten

Insgesamt haben die fleißigen Zangberger Damen bereits über 60 Paar wärmende Wollsocken für Patienten der Kreisklinik gestrickt.

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