Corona macht die Pläne des Gründungsfestes zunichte

Davon spricht man heute noch: Beim Freilichtspiel „Der Schwed auf Schloss Klebing“ 2002 wirkten auch viele Mitglieder des Trachtenvereins „D’Holzlandler“ mit.
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Davon spricht man heute noch: Beim Freilichtspiel „Der Schwed auf Schloss Klebing“ 2002 wirkten auch viele Mitglieder des Trachtenvereins „D’Holzlandler“ mit.

Pleiskirchen – Dieser Tage wäre Pleiskirchen im nördlichen Landkreis Altötting die Brauchtums-Hochburg im weiten Umkreis gewesen – mit über 2000 Trachtlern, elf Musikkapellen und fünf Festtagen mit zünftiger Musik, schneidigen Tanz- und Plattlerdarbietungen und Vielem mehr.

Doch der Coronavirus hatte die mehrjährigen Planungen im März zunichte gemacht. Die Feierlichkeiten zum 75. Gründungsfest des Trachtenvereins D’Holzlandler Pleiskirchen mussten aufgrund behördlicher Anordnungen abgesagt werden.

Verein existiertseit 1945

Der Verein kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken: Als einziger Trachtenverein in ganz Bayern wurde er noch im Herbst 1945, kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs, gegründet. Schon an Silvester 1945 wurde im Gasthaus Münch, dem Vereinslokal der „Holzlandler“ seit der Gründerzeit, der erste Heimatabend aufgeführt. Vorsitzender wurde Georg Kallmaier und 1947 erfolgte der Beitritt zum Gauverband I, einem großen Dachverband, der im Bayerischen Trachtenverband engagiert ist.

Im Juli 1952 feierten die „Holzlandler“ ihre erste Fahnenweihe, als Patenverein fungierte der Trachtenverein „Taubenbergler Stamm“ aus Neumarkt-St. Veit. Von 1954 bis 1956 führte Hans Kallmaier den Verein, ihm folgte bis 1958 Hans Forster. 1951 wurde die Trachtenkapelle Pleiskirchen gegründet, die den Verein bis zu ihrer Auflösung Ende der 50er-Jahre bei zahlreichen Veranstaltungen begleitete.

In einer Zeit, in der Brauchtum und Tradition in der Gesellschaft zunehmend geringer geschätzt wurden, übernahm Hans Kallmaier 1958 erneut den Vorsitz und führte den Verein bis zu seinem Rücktritt im Herbst 1990.

Zu den bisherigen Vereinsaktivitäten wie Heimatabenden, Theateraufführungen sowie der Teilnahme an kirchlichen Feiern und Trachtenfesten kamen neue Veranstaltungen hinzu: Maibaumaufstellen, Maiandachten, Waldfeste am Klebinger Weiher, Teilnahmen am Gebietspreisplattln mit Dirndl- drahn, Volkstanzveranstaltungen und Faschingshochzeiten.

1975 feierten die „Holzlandler“ das 30. Gründungsfest verbunden mit der Weihe der zweiten Fahne. Die Gründung der Kinder- und Jugendgruppe 1964 bildete eines der wichtigsten Verdienste von Hans Kallmaier, der von 1991 bis zu seinem Tod 2014 auch Ehrenvorstand der „Holzlandler“ war.

Nachfolger als Vorsitzender wurde 1990 Engelbert Hellbauer, der den Verein bis zum Herbst 2017 führte. 1992 fand das erste Mehr-Vereine-Preisplattln mit den Patenvereinen statt, dasseither abwechselnd dieTrachtenvereine Leonberg, Reisch ach, Neumarkt-St.Veit und Pleiskirchen organisieren. 1994 wurde die Frauentracht eingeführt und mit der Gestaltung einer Trachtenordnung 2016 eine wichtige Informationsquelle geschaffen. 1995 feierte der Verein das 50. Jubiläum mit einer großen Festwoche, auch dabei fungierten die „Grenzlandler“ aus Leonberg als Patenverein.

In Zusammenarbeit mit dem Ortsheimatpfleger Gunther Prunner wirkten 2002 zahlreiche „Holzlandler“ vor der prächtigen Kulisse des Schlosses Klebing beim historischen Freilichtspiels „Der Schwed auf Schloss Klebing‘“ mit, das aufgrund des Erfolges 2005 in Heisting eine Wiederholung fand. Einer der Höhepunkte in der Amtszeit Hellbauers war der Bau des Trachtenheims in der ehemaligen Schule 2010. Seit Herbst 2017 leitet GeorgEnglsperger den Trachtenverein und er ernannte Engelbert Hellbauer im Rahmen eines Ehrenabends 2018 zum Ehrenvorstand.

Ilse Aigner kommt – aber erst nächstes Jahr

Als nächstes großes Ereignis stand das 75. Gründungsfest im Kalender der „Holzlandler“, das aber aufgrund der „Corona-Pandemie“ nun auf 2022 verschoben wurde. Das Programm bleibt unverändert: Zum Festauftakt am Donnerstag, 30. Juni, ist ein „Tag der Betriebe, Bauern und Vereine“ geplant mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Am Freitag, 1. Juli, heißt es „Boarisch trifft Mittelalter“, gefolgt vom Heimatabend am 2. Juli und dem Festsonntag, 3. Juli. Ein G’stanzlsingen am 4. Juli soll den Abschluss des Jubiläums-Reigens bilden, das dann im gebührenden Rahmen – und hoffentlich ohne jegliche Einschränkungen – durchgeführt werden soll.

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