Corona macht es der Erwachsenenbildung nicht leicht. Doch Neumarkts VHS strotzt vor Ideen

Referentin Anna Senftl hatte nicht nur Wetterkerzen oder Wachsstöckl zur Erläuterung mitgebracht. Fotos Jaensch
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Referentin Anna Senftl hatte nicht nur Wetterkerzen oder Wachsstöckl zur Erläuterung mitgebracht. Fotos Jaensch
  • Karlheinz Jaensch
    vonKarlheinz Jaensch
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Volkshochschule in Neumarkt-St. Veit startet mit Themen rund um die bayerische Heimat in den Herbst

Neumarkt-St. Veit– Das Jubiläum „Hundert Jahre Volkshochschulen“ feierte Neumarkt-St. Veits Erwachsenenbildung im September vorigen Jahres mit einer neuen Führungsmannschaft und mit interessanten Programmpunkten. Kein halbes Jahr später stoppte das tückische Coronavirus zwar die Ausführung der Vorträge und Lehrgänge, nicht aber den Schwung des neuen Führungsteams. Nach endlos langweiligen sechs Monaten Pause ergriffen die Damen der „Hochschulleitung“ die Initiative und bieten zunächst einmal einen goldenen „bairischen Oktober“ ihren Bürgern an.

Auftakt mit traditionellen Feiertagen und Brauchtum

Die Auftaktveranstaltung im DAV-Heim jedenfalls lässt vermuten, dass die Volkshochschule das Interesse vieler Wissbegieriger getroffen hat. Bei einem gut besuchten Weißwurstfrühschoppen im Heim des Alpenvereins stellten Schatzmeisterin Hilde Heimerl, Geschäftsführerin Brigitte Häglsperger und Vizevorsitzende Rosina von Roennebeck zunächst das Oktoberprogramm vor. Die gelungene Auftaktveranstaltung umrahmte Georg Maier stimmungsvoll auf seinem Akkordeon.

Es sind erlesene, typisch bairische Themen, die bereits im Oktober angeboten werden. So hielt schon an diesem Feiertagvormittag, Anna Senftl, die Kreisbäuerin des BBV, einen Vortrag über „Traditionelle Feiertage und Brauchtum“. Die Referentin wies auf die regional verschiedenen Ausführungen von Bräuchen hin, beschränkte sich dabei aber nicht nur auf die Heimat zwischen Vils und Isen. Sie unterstützte ihre Ausführungen mit einer Menge echtem Anschauungsmaterial, wodurch die Freude der Zuhörer, selbst Beiträge zu liefern, gefördert wurde.

Hochzeitslader gewährt tiefe Einblicke

Die Aufgaben eines Progodas (Hochzeitsladers) bei einer bäuerlichen Hochzeit erläuterte der aktive Progoda Christian Senftl. Er wies dabei auch auf die Hochzeitsbräuche hin, die durchaus in den benachbarten Dörfern der Region kleine Unterschiede aufweisen. Auch bei diesen Ausführungen wurde erkannt, dass manche typisch bairische Bräuche der Jugend gar nicht geläufig sind. Gerade darum schien es den Damen der Volkshochschule wichtig, diese alten Gewohnheiten vor dem Vergessen zu schützen. So geht es jetzt im Oktober weiter mit Schafkopflehrgängen für Damen, für Fortgeschrittene, mit Back- und Häkelkursen, mit bairisch Kochen und Singen, Sprechen und das richtige Tragen von Trachtenund Kränzebinden.

Ganz ohne Coronavorsorge geht es halt immer noch nicht. Anmeldungen sind erforderlich und werden unter Telefon 0162/1874146 entgegengenommen.

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