JAHRESRECHNUNG 2020

Corona hinterlässt seine Spuren im Neumarkter Stadtsäckel: 15 Prozent weniger Gewerbesteuer

Die Coroa-Krise trug ihren Teil dazu bei, dass die Gewerbesteuer in Neumarkt-St. Veit um 15 Prozent eingebrochen ist. Für 2021 prognostiziert Kämmerer Thomas Menzel aber wieder einen Aufwärtstrend.Klinger
+
Die Coroa-Krise trug ihren Teil dazu bei, dass die Gewerbesteuer in Neumarkt-St. Veit um 15 Prozent eingebrochen ist. Für 2021 prognostiziert Kämmerer Thomas Menzel aber wieder einen Aufwärtstrend.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
    schließen

Auch der Einkommensteuereinbruch treibt dem Kämmerer Thomas Menzel die Sorgenfalten auf die Stirn. Doch der Herrder Finanzen im Schloss Adlstein bleibt zuversichtlich

Neumarkt-St. Veit – 24,5 Millionen Euro sollte der Haushalt der Stadt Neumarkt im Jahr 2020 eigentlich umfassen. Tatsächlich schloss der Gesamthaushalt mit knapp 21,5 Millionen Euro, wie dem Rechenschaftsbericht von Kämmerer Thomas Menzel zu entnehmen ist. Der Stadtrat nahm davon in der jüngsten Stadtratssitzung zur Kenntnis.

Über 200.000 Euro weniger Gewerbesteuer

Natürlich hat sich die Corona-Krise auch auf die Finanzen der Stadt Neumarkt-St. Veit ausgewirkt, erklärt Kämmerer Menzel gegenüber den OVB-Heimatzeitungen.

Vor allem im Bereich der Gewerbesteuer seien Mindereinnahmen zu verbuchen gewesen. Anstatt der kalkulierten 1,35 Millionen Euro flossen lediglich 1,14 Millionen Euro in den Stadtsäckel – ein Minus von 15 Prozent.

Geld vom Freistaat kompensiert Einbruch

Erstmals, nach kontinuierlichem Anstieg in den Jahren zuvor, sei auch der Gemeindeanteil der Einkommensteuer rückläufig, bedauert Menzel. Er hatte mit 3,22 Millionen Euro kalkuliert. Aufgrund von Kurzarbeit, die in einigen Betrieben corona-bedingt nötig geworden sei, seien es am Ende nur 2,94 Millionen Euro Einnahmen gewesen und damit um 9 Prozent weniger als veranschlagt.

„Das sind auf den Schlag 300.000 Euro weniger, die uns im Stadtsäckel fehlen“, so Menzel. Er bleibt aber zuversichtlich: Wegen Corona würden zwar Einnahmen Steuereinnahmen aus Einzelhandel und Gastronomie weiterhin ausbleiben. Aber in den Segmenten Handwerk und Industrie seien die Prognosen gut, Menzel rechnet für 2021 wieder mit einem Anstieg der Einkommensteuerbeteiligung.

1,47 Millionen Euro für d

„Geholfen hat uns bei den rückläufigen Steuern der Ausgleich der Gewerbesteuermindereinnahmen, der vom Freistaat gekommen ist. Sonst wäre das Ergebnis nicht so gut ausgefallen“, erklärt Menzel. 429 300 Euro habe die Stadt vom Freistaat bekommen. Anstelle der veranschlagten 1,05 Millionen Euro konnten deshalb 1,47 Millionen Euro dem Vermögenshaushalt zugeführt werden.

Deutlich weniger Betriebsaufwand

Den sogenannten Verwaltungsüberschuss betrug laut Menzel rund 569 000 Euro weniger als 2019. Die erforderliche Mindestzuführung in Höhe der ordentlichen Tilgung der Kredite von rund 330 000 Euro sei jedoch deutlich erreicht worden. Ursächlich für die Ergebnisverbesserung im Verwaltungshaushalt seien Minderausgaben vor allem im Bereich des sächlichen Verwaltungs- und Betriebsaufwandes von knapp 401 000 Euro.

Weil sich die Stadtplatzneugestaltung verzögerte: Vermögenshaushalt weit unter dem Ansatz

Die Jahresrechnung 2020 der Stadt Neumarkt-St. Veit schließt im Verwaltungshaushalt mit von 14,35 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt mit 7,12 Millionen Euro. Das Gesamtergebnis gibt Menzel mit 21,47 Millionen Euro an. Es liegt damit um rund 940 000 Euro über dem Niveau des Vorjahres.

Auch interessant: Entwicklung in Neumarkt-St. Veit – CSU für Grobplanung, UWG wirbt für Mut und die SPD warnt

Auffällig im Vermögenshaushalt: Der Ansatz lag bei 10,08 Millionen Euro. Tatsächlich sind es in der Jahresrechnung aber 7,12 Millionen Euro. Menzel begründet diese Abweichung in Höhe von 29 Prozent mit der Verzögerung der Maßnahmen zur Stadtplatzneugestaltung, die erst 2021 so richtig zum Tragen kommen. Die im vergangenen Jahr dafür vorgesehenen Kreditaufnahmen in Höhe von zwei Millionen seien mittlerweile in Anspruch genommen worden. Menzel rechnet damit, dass im laufenden Haushaltsjahr weitere zwei Millionen Euro an Schulden aufgenommen werden müssen.

Kindergarten schlägt mit 1,75 Millionen Euro zu Buche

Im Bereich der Wohnbauförderung hatte Menzel mit knapp 3 Millionen Euro an Einnahmen kalkuliert, tatsächlich waren es 1,74 Millionen Euro. Für den Neubau des Kindergartens waren Ausgaben in Höhe von 1,75 Millionen Euro berechnet, Einnahmen in Form von Zuschüssen flossen in Höhe von 875.000 Euro.

1,6 beziehungsweise 1,7 Millionen Euro verschlangen Maßnahmen zur Abwasserbeseitigung und zum Straßenbau. 823.000 Euro wurden den Rücklagen zugeführt und erhöhte sich auf 959.000 Euro. Die Mindestrücklage in Höhe von 140.000 Euro war damit vorhanden.

Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei rund 286 Euro

Die Verschuldung der Stadt Neumarkt-St. Veit stieg nicht so hoch an, wie ursprünglich eigentlich geplant war. 5 Millionen Euro waren im Haushaltsplan veranschlagt. Stattdessen wurden Schulden weiter abgebaut. Von 2,13 Millionen Euro am 1. Januar 2020 reduzierte sich die Verschuldung der Stadt bis Ende Dezember auf rund 1,8 Millionen Euro. Das ergibt bei einer Einwohnerzahl von 6.303 eine Pro-Kopf Verschuldung von 285,96 Euro.

Mehr zum Thema

Kommentare