Coronakrise: Große Solidarität beim Blutspenden in Neumarkt-St. Veit

Im Kulturbahnhof fand dieses Mal der Blutspendetermin statt. Und überall wurde auf die Einhaltung des Mindestabstandes geachtet. Jaensch

Die Schlange vor dem Kulturbahnhof in Neumarkt-St. Veit war schon am Beginn der Blutspendeaktion am Donnerstag um 16 Uhr über 100 Meter lang, und sie riss bis in die Abendstunden nicht ab. Auch im Gebäude waren die Räume bis hin zur Halle voll mit Spendenwilligen.

Neumarkt-St.Veit – Freilich achteten die Helfer und Ärzte des BRK-Blutspendedienstes überall auf die Einhaltung des Mindestabstandes. Sie selbst trugen alle Atemmasken oder Mundschutz, und auch etliche Spender schützten sich und andere durch das Tragen von Masken vor möglicher Übertragung. Den Wartenden im Freien und im Gebäude wurden immer wieder Erfrischungen gereicht.

Den Blutspendern wird zuerst die Temperatur gemessen

Noch vor der Eingangstür maß man den Spendenwilligen die Temperatur, ehe man sie einließ. Nach dem Anmeldeprocedere kam es noch einmal zu kleineren Wartezeiten, ehe man auf einer der Liegen Platz nehmen konnte. Über ein Dutzend davon standen in der großen Halle, und sie wurden laufend neu besetzt.

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Nach der Spende gab es diesmal keinen Erfrischungsraum, sondern eine Brotzeit für den Heimweg und ein kleines Geschenk. Das obligatorische Kuchenstück – immer schon eine Spende der Bäckerei Windhager – konnte jeder gerne mit heimnehmen.

209 Blutspender – ein Rekordergebnis für Neumarkt-St. Veit

Wilma Kalisch, die Leiterin des Blutspendeteams des BRK Mühldorf hatte mit ihren sechs Helfern alle Hände voll zu tun, denn der Andrang ließ bis abends nicht nach. Auch die drei Ärzte und das Blutspendeteam aus München hatten praktisch keine Pause. 209 Spender, die Mehrzahl männlich, darunter insgesamt 33 Erstspender, brachten schließlich ein Rekordergebnis für die Rottstadt. Viel Freude und Dank empfand der Blutspendedienst für die zahlreichen Spender und unermüdlichen Helfer.

Die Heimatzeitung fragte einige Blutspender, ob denn die Coronakrise ihre Spendenwilligkeit beeinflusst hätte.

Anna Moosner (19), Neumarkt-St. Veit, Azubi zur Industriekauffrau: „Also die Tatsache, dass jetzt das Coronavirus herrscht, veranlasste mich weniger zum Spenden. Mit der Spende hilft man ja auch nicht gegen Corona. Blutspenden ist wichtig, deshalb habe ich damit angefangen. Sicherlich hat die unerwartete Freizeit mich ein bisserl zu der Spende verleitet. Ich wollte einfach Gutes tun, und das habe ich jetzt tatsächlich geschafft.“

Ludwig Berlinger,(62), Elektriker, Egglkofen: „Die Coronakrise hatte überhaupt keinen Einfluss auf meinen Spendenwillen. So oft ich kann, spende ich. Schon jahrzehntelang stelle ich mein Blut zur Verfügung. An die 130 mal war ich schon hier, und es hat hoffentlich vielen Kranken und Verletzten sehr geholfen. Das Spenden fällt mir leicht, und so lang ich kann, werde ich weiterspenden.“

Michaela Hölzlhammer, (20),Studentin, Neumarkt-St. Veit. „Ich ging heute zum ersten Mal zum Blutspenden. Das Helfen ist mir sehr wichtig. Allerdings ist es schon ein mulmiges Gefühl, wenn man auf der Liege plötzlich sein Blut in diesen Beutel fließen sieht. Aber es ging ja alles gut. Nun bin ich froh, dass ich was Gutes gemacht habe, und die momentane Freizeit hat diesen Schritt begünstigt.“

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