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HAUSHALT VERABSCHIEDET

Corona dämpft Erwartungen: Trotz verminderter Steuereinnahmen verbaut Egglkofen eine Million Euro

So gliedern sich die Baumaßnahmen in der Gemeinde Egglkofen für dieses Jahr auf. Den Mammutanteil nimmt der Anbau an die Kinderkrippe ein, für den die Gemeinde mit 200000 Euro kalkuliert.Klinger
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So gliedern sich die Baumaßnahmen in der Gemeinde Egglkofen für dieses Jahr auf. Den Mammutanteil nimmt der Anbau an die Kinderkrippe ein, für den die Gemeinde mit 200.000 Euro kalkuliert.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Mit einem Haushaltsvolumen in Höhe von rund vier Millionen Euro geht die Gemeinde Egglkofen in das Jahr 2021. Der Gemeinderat hat das Zahlenwerk von Kämmerer Thomas Menzel in einstimmig abgesegnet. Tenor: Die Steuereinnahmen sind zum Teil rückläufig, die Investitionen dennoch immens.

Egglkofen – 2,49 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt und 1,53 Millionen Euro im Vermögenshaushalt – so setzt sich der Haushalt der Gemeinde Egglkofen zusammen. Wobei Kämmerer Menzel vorsichtig bei seinen Prognosen ist, zumal die Corona-Pandemie die Berechnungen schwierig mache.

Als Beispiel nannte er die Abweichung zwischen Ansatz und tatsächlicher Gewerbesteuereinnahme im Jahr 2020: 200.000 Euro hatte er veranschlagt, tatsächlich wurden aber nur 82.000 Euro eingenommen.

Bis jetzt schon 174.000 Euro Gewerbesteuer eingenommen

Er geht aber davon aus, dass in diesem Jahr die 200.000 Euro wieder erreicht werden können. Seine Zuversicht begründet er mit aktuellen Zahlen, so seien in diesem Jahr bereits 176.000 Euro Gewerbesteuer eingenommen worden.

Kurzarbeit schlägt sich auf die Einkommensteuer nieder

647.000 Euro hatte die Gemeinde im vergangenen Jahr an Einkommensteuerbeteiligung verbucht. In diesem Jahr kalkuliert Menzel mit 680.000 Euro. Er machte diese Zahl aber von Corona abhängig, beziehungsweise davon, inwieweit sich die wirtschaftliche Lage auswirkt, besonders die Kurzarbeit vieler Arbeitnehmer.

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Schlüsselzuweisung nach wie vor auf hohem Niveau

Mit einem Plus in Höhe von 55.000 Euro rechnet Menzel bei den Schlüsselzuweisungen, die maßgeblichen Anteil zur Finanzierung der laufenden Ausgaben im Verwaltungshaushalt hätten. Er gab die Summe mit 407.650 Euro an. Aufgrund der niedrigen Steuerkraft der Gemeinde rechnet Menzel für 2022 mit einer weiteren Erhöhung.

Kinderbetreuung stellt großen Kostenfaktor dar

Bei den Ausgaben im Verwaltungshaushalt nannte Menzel vor allem die Personalausgaben, die mit 675.250 Euro um rund 29.000 Euro über dem Vorjahr liegen. Er begründete den Anstieg zum einen mit der tariflichen Erhöhung der Löhne, zum anderen mit „rasant steigenden Personalkosten der Kinderbetreuung“. Alleine 2021 seien dies rund 22.000 Euro mehr als 2020.

19.000 Euro weniger Kreisumlage

Die Ausgaben beim Verwaltungs- und Betriebsaufwand sind mit 573.000 Euro veranschlagt und wurden im Vergleich zum Vorjahr um 50.000 Euro reduziert, „um einen ausgeglichenen Haushalt sicherstellen zu können“, erklärte Menzel.

Immerhin: Die Kreisumlage ist zwar mit 612.900 Euro nach wie vor hoch, hat sich aber gegenüber 2020 um 19.000 Euro reduziert.

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Erst ab 2022 wieder Verwaltungsüberschuss

Wie es im Bericht von Menzel heißt, ist es 2021 nicht möglich, einen Überschuss aus den laufenden Einnahmen und Ausgaben darzustellen. „Daher kann die gesetzlich festgeschriebene Mindestzuführung in Höhe der Tilgungsleistungen der Kredite nicht aus den laufenden Einnahmen und Ausgaben erreicht werden.“ Die Tilgungen müssen demnach aus der Rücklage finanziert werden. Für die Jahre 2022 bis 2024 prognostieziert Menzel wieder einen Verwaltungsüberschuss.

Tiefer Griff in die Rücklagen

„Sehr beachtlich“ ist laut dem Kämmerer das Investitionsvolumen für 2021: Es bewegt sich bei 1,47 Millionen Euro und wird in erster Linie durch eine Entnahme aus der Rücklage in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro finanziert. Die Rücklage reduziert sich damit auf nur noch 124.080 Euro.

Beim Blick auf die Zukunft bleibt Menzel allerdings wegen der Corona-Pandemie vorsichtig. Zur Finanzierung der Investitionen 2021 muss die Gemeinde ein Darlehen in Höhe von 100.000 Euro aufnehmen. Der Schuldenstand steigt damit von rund 619.000 Euro auf rund 665.000 Euro an, nachdem noch 54.000 Euro an Tilgungsleistungen folgen. Die Pro-Kopf-Verschuldung steigt von 529 auf 568 Euro an.

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Gemeindeschulden steigen drastisch an

Die Kläranlagensanierung in Neumarkt-St. Veit sowie die Kinderbetreuung nannte Menzel als die Bereiche, die die Gemeinde finanziell maßgeblich begleiten werden. Die größten Posten bei den Baumaßnahmen, die Menzel auf insgesamt rund 965.000 Euro bezifferte, betreffen den Anbau der Kinderkrippe (200.000 Euro), den Straßenbau in der „Fürstbergstraße“ (175.000 Euro), die Baumaßnahmen im Zusammenhang mit dem Radwegebau nach Feichten (155.000 Euro), den Straßenbau „Harpoldener Straße Nord“ (70.000 Euro) sowie den Straßenbau ab Tegernbach Richtung Harpolden (55.000 Euro). Kanalbau (50.000 Euro), die Verlegung von Leerrohren für den Breitbandausbau (45.000 Euro), sowie der Investitionskostenzuschuss für den Breitbandausbau (87.400 Euro) und den Wasserleitungsbau schlagen hier ebenfalls zu Buche.

Pro-Kopf-Verschuldung bis 2024 bei 1328 Euro

Menzel prognostizierte bis 2024 weitere Darlehensaufnahmen in Höhe von rund einer Million Euro. Die Schulden explodieren damit auf rund 1328 Euro pro Einwohner.

Hohe Kosten durch Kläranlagensanierung

Bürgermeister Johann Ziegleder (ULE) fügte auf Nachfrage aus dem Gremium hinzu, dass in diesem Jahr keine Ausweitung des Gewerbegebietes geplant sei. Er kündigte an, dass man ein Auge auf den Kinderhort werfen müsse. Gegebenenfalls müsse man hier aufgrund der großen Nachfrage aufrüsten.

Und was die genauen Zahlen betrifft, die aufgrund der Kläranlagensanierung in Neumarkt-St. Veit auf die Gemeinde Egglkofen zukommen werden, müsse man sich im Laufe des Jahres detailliert darüber unterhalten.

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