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Carol Heiss holte Gold im Eislaufen

OVB
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Olympiasiegerin mit Neumarkter Wurzeln: Carol Heiss ist die Tochter von Eduard Heiss. Der Bäcker aus Neumarkt-St. Veit war 1927 nach Amerika ausgewandert.

Neumarkt-St. Veit - Es ist 50 Jahre her, dass Carol Heiss bei den Olympischen Spielen im amerikanischen Squaw Valley die Goldmedaille im Eiskunstlauf gewann. Auch die Stadt Neumarkt-St. Veit freute sich damals mit der Deutsch-Amerikanerin über den Erfolg, denn die Eiskunstläuferin ist ein "Kind unserer Heimat", wie die Tageszeitung damals schrieb.

Carols Vater, Eduard Heiss, war ein Bäcker aus Neumarkt-St. Veit. Der Bruder von Josef Heiss senior - vom gleichnamigen Baugeschäft in Neumarkt - hatte eine Münchnerin geheiratet und war 1927 nach Amerika ausgewandert. Am 20. Januar 1940 kam Carol Heiss in New York auf die Welt. Josef Heiss, Junior des Bauunternehmers Josef Heiss, der später das Baugeschäft weiterführen sollte, hielt noch Kontakt zu seinem Onkel, besuchte ihn sogar in den 70er-Jahren in den USA. In der dritten Generation ist der Kontakt aber abgerissen, erzählt Peter Heiss. Es habe sich bislang als sehr schwierig herausgestellt, mit seiner Großcousine in Verbindung zu treten, die in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag gefeiert hat.

Josef Heiss in den 70er-Jahren bei einem Besuch seines Onkels Eduard in den USA.

Als Carol Heiss ihren Olympiasieg feierte, war Peter Heiss noch gar nicht geboren. Carol Heiss "stand schon mit drei Jahren auf Rollschuhen und erhielt an ihrem vierten Geburtstag Schlittschuhe", wusste die Heimtzeitung am 26. Februar 1960 zu berichten, nachdem die erst 20-Jährige in souveräner Manier - alle neun Kampfrichter hatten sie auf Rang eins gesehen - die olympische Goldmedaille gewonnen hatte.

Mit dem Sieg sei ein "Lieblingswunsch Carols Mutter in Erfüllung" gegangen zitierte vor 50 Jahren der Anzeiger die "hübsche, mit einem überschäumenden Temperament ausgestattete Blondine" nach ihrem Triumph. Sie werde noch nicht die verlockenden Angebote annehmen, die ihr geschäftstüchtige Revue-Manager schon seit Jahren unterbreiten, heißt es weiter. "Erst will ich in den ersten Märztagen in Vancouver meine fünfte Weltmeisterschaft erringen", ließ sie vor 50 Jahren verlauten. Und prompt gelang ihr auch dieses Kunststück, dort, in dem kanadischen Ort, wo derzeit die Olympischen Spiele ausgetragen werden.

Dass der Tagesablauf einer so erfolgreichen Athletin wie Carol Heiss, die 1956 bereits Silber bei den Olympischen Spielen in Cortina d'Ampezzo gewonnen hatte, viel Verzicht mit sich gebracht hat, darüber berichtete der Anzeiger vor 50 Jahren ebenso: "Der Tagesablauf von Carol Heiss bringt allerlei Strapazen, zumal sie ja seit dem Tode ihrer Mutter für ihren Vater, die 18-jährige Schwester Nancy und den 16-jährigen Bruder Bruce sorgen muss. Bereits um 7 Uhr früh beginnt das dreistündige Training im Eislaufclub. Anschließend besucht sie die Vorlesungen, eilt nach Hause zum Mittagessen, wäscht und flickt, um dann noch eine Stunde Ballettunterricht zu nehmen."

Weiter hieß es, dass der Abend der Familie gehöre, "in der des Öfteren auch Weltmeister Jenkins zu finden ist, der Carol verehrt".

Der Anzeiger hatte also damals schon geahnt, dass es nicht bei dieser Verehrung bleiben würde: Später heiratete Carol Heiss den Olympiasieger von 1956, Hayes Alan Jenkins.

Carol Heiss hat nach dem Gewinn der Goldmedaille vor 50 Jahren ihre Karriere beendet und feierte ein Jahr später als Eiskunstläuferin ihr Filmdebüt, als sie mit der amerikanischen Komiker-truppe "Die drei Stooges" den Film "Snow White And The Three Stooges" drehte. Sie ist bis heute im US-amerikanischen Eiskunstlauf-Verband verankert, hat als Trainerin gearbeitet und Eiskunstläufer wie die Japanerin Miki Ando oder Tonia Kwiatkowski bis zu den Olympischen Spielen begleitet. Heute lebt sie in Cleveland.

je/Oberbayerisches Volksblatt

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