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VHS bringt Menschen zusammen: Wie die neue Leiterin das in Neumarkt-St. Veit forcieren will

VHS-Leiterin Sandra Büge hat viele Ideen, um die Volkshochschule in Neumarkt-St. Veit fit für die Zukunft zu machen. Wichtig ist ihr, dass die VHS ein Ort bleibt, an dem Menschen gerne zusammenkommen. Enzinger

Erst seit wenigen Wochen im Amt, sprudelt Sandra Büge, die neue Leiterin der Volkshochschule Neumarkt-St. Veit, nur so vor Ideen. Schon im Herbst 2019 will sie ein neues, überarbeitetes Programm vorstellen. Jetzt verrät sie dessen Eckpfeiler.

Neumarkt-St. Veit – „Für mich und meine Familie ist Neumarkt-St. Veit der schönste Ort im Landkreis“, das Gespräch mit der neuen Leiterin der Volkshochschule von Neumarkt-St. Veit beginnt mit einer Liebeserklärung an ihre Wahlheimat. Sie sieht sie als perfekte Mischung aus der Intimität eines Dorfes mit Angeboten einer Stadt – die voller charmanter Ecken mit historischen Gebäuden und Winkeln ist. „Aber wirklich Heimat wurde es erst, als wir erste Freundschaften knüpften“, erzählt sie. Über Eltern-Kind-Gruppen und Kindergarten seien schnell Kontakte geknüpft worden und Freundschaften entstanden.

Bei der VHS können auch Freundschaften entstehen

Was das mit der VHS zu tun hat? „Je älter man wird, umso schwieriger wird es, statistisch gesehen, neue echte Freundschaften zu schließen. Und hier sieht sie die besondere Qualität einer kleinen Volkshochschule wie in Neumarkt-St. Veit, „in der man Gleichgesinnten begegnet“, erklärt Büge. Sie bezieht sich auf Studien aus Westeuropa und den USA, dass es gerade die tiefen Beziehungen zu anderen Menschen seien, die gegen Stress und Widrigkeiten des Lebens resistent machten. „Die Wissenschaftler kamen zu der Erkenntnis, dass soziale Kontakte die Lebenserwartung im Schnitt mindestens so stark wie Rauchen, Bluthochdruck oder Übergewicht beeinflussen.“ Und hier sieht sie das große Plus der VHS in Neumarkt-St. Veit: handverlesene, kompetente Dozenten schaffen ihrer Ansicht nach „eine so angenehme Atmosphäre, dass eben nicht nur vorübergehende Freundschaften entstehen, sondern sich nicht selten echte Freundschaften entwickeln“.

Das liege auch daran, dass sich die Dozenten mit der VHS in Neumarkt so stark identifizieren. Ob das nun Rita Bölsterl ist, die mit ihren Töpferkursen quasi ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis ist. Oder die Yoga-Trainerin, für die es eine Selbstverständlichkeit ist, für Kurse von Falkenberg nach Neumarkt zu fahren.

Lernen in der Gruppe contra Youtube-Tutorials und Babbel

Das besondere Selbstverständnis der VHS in der Rottstadt macht Büge daran fest, dass sich manche in der Volkshochschule organisierten Gruppen schon seit 20 Jahren regelmäßig treffen – auch privat. „Menschen zusammenzubringen und Wissen zu verbreiten – zwei wundervolle Aufgaben, für die ich mich von Herzen gerne engagiere!“

Leidenschaft auf der einen Seite, die große Herausforderung auf der anderen. Dazu braucht Büge nur auf die Zahlen aus den vergangenen Jahren blicken. Und die zeigen, dass die Teilnehmerzahlen an privaten Weiterbildungsmaßnahmen rückläufig sind. „In Zeiten von Youtube-Tutorials und Babbel scheint Wissen ganz bequem zu uns nach Hause zu kommen.“ Büge aber glaubt, dass ein Umdenken einsetzt. Die Leute würden spüren, dass Lernen in der Gruppe weit mehr bietet als die bloße Wissenvermittlung. „Und sie sehnen sich danach!“

Anfragen für 68 verschiedene Kurse in der Wunschbox

Das macht sie an speziellen Erhebungen fest. In den vergangenen zwei Wochen, seit sie im Herzoglichen Kasten eine Wunsch-Box für das neue Programmheft aufgestellt hat, seien Anfragen für 68 verschiedene Kurse eingegangen. „Nach Vilsbiburg fahren kostet mich fast fünf Euro Sprit und vor allem eine knappe Stunde Autofahrerei. Zeit, die man anders nutzen könne“, zitiert Büge eine Frau, die sich ihr gegenüber voller Dankbarkeit geäußert habe, dass es nun weitergeht mit der VHS in Neumarkt-St. Veit.

Zeitersparnis, eine gute Ökobilanz und die Steigerung des persönlichen Wohlbefindens – für Büge drei triftige Gründe, weshalb es so wichtig ist, eine Erwachsenenbildungseinrichtung vor Ort zu haben.

Ab September gibt es Kinoabende

Und so sprudeln Ideen für das Herbst-/Winderprogramm, für das sie das Kursangebot von 40 auf 80 Veranstaltungen verdoppeln will. Aussichtsreiche Gespräche dazu habe sie geführt, wenn sie vor allem die Bereiche Kunst und Kultur, Kreativ-Workshops sowie Kochen und Backen ausbauen will. Namhafte Dozenten hätten Mitarbeit signalisiert, nie darf Büge dabei den Blick auf ihr überschaubares Budget verlieren. Kooperationen mit Vereinen und etablierten Einrichtungen strebt sie an. Vieles hat sie selbst zu stemmen, „wie den Aufbau eines neuen Verwaltungsprogramms oder die Gestaltung einer neuen, zeitgemäßen Internetseite.“ Sie will die VHS mehr in die Öffentlichkeit rücken, dazu soll ein Tag der offenen Tür im September dienen, an dem nicht nur Einblick in Kursräume und Büros gewährt wird, sondern auch die Kursleiter vorgestellt werden. Und auch das neue Programm wird dann soweit fertig sein, daraus verrät Büge nur eines: Einmal im Monat, immer am letzten Freitag im Monat, soll es Kino-Filmabende geben, für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene, um sich hinterher auszutauschen. Ihre Augen glänzen, wenn sie ihre Ideen schildert. „Ich finde das alles sehr spannend!“

Das neue Büro der VHS im Herzoglichen Kasten ist mittwochs von 10 bis 11.30 Uhr, außerdem donnerstags von 17 bis 18.30 Uhr besetzt. Telefonisch ist das Büro unter 0162/18 74 164 erreichbar.

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