Blasmusik und Gartenarbeit sind seine Hobbys

Mit großem Fachwissen über die Landwirtschaft unterstützt Josef Reindl, der auf 85 Lebensjahre zurückblickt, die „Lohkirchener Nostalgiefreunde“.
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Mit großem Fachwissen über die Landwirtschaft unterstützt Josef Reindl, der auf 85 Lebensjahre zurückblickt, die „Lohkirchener Nostalgiefreunde“.

Lohkirchen – Zum 85. Geburtstag von Josef Reindl aus Konrading bei Lohkirchen gab es heuer nur eine kleine Feier im engsten Familienkreis.

Dennoch gratulierten viele per Telefon. Auch die Bürgermeister Siegfried Schick und Martin Gruber übermittelten so die Glückwünsche der Gemeinde.

Geboren wurde da „Bauer s`Konrading“ – wie er überall in Lohkirchen bekannt ist – am 6. Juni 1935 in Konrading. Mit nur sechs Monaten verlor er seinen Vater. Josef Reindl wuchs mit seinen drei Geschwistern am elterlichen Hof auf. Die Kindheit war geprägt von der Kriegszeit. Oft fiel die Schule deswegen aus. Der Jubilar absolvierte eine Ausbildung zum Landwirt und schloss diese 1958 nach drei Semestern an der Landwirtschaftschule in Mühldorf ab.

1961 übernahm Josef das elterliche Anwesen und trat mit seiner Reserl Schneider aus Lamprechten vor den Traualtar. Diese hatte er beim Tanzen kennengelernt. Inzwischen sind sie fast 60 Jahre glücklich verheiratet. Aus der harmonischen Beziehung gingen die Kinder Sepp, Resi und Hedwig hervor. Mittlerweile ist die Familie um sieben Enkel gewachsen. Lukas, Maxi und Lorenz machen ihn inzwischen zum stolzen Uropa.

1995 übergab Josef Reindl den Hof an Sohn Sepp. Ihn unterstützt der Jubilar weiterhin tatkräftig in allen Belangen. Dass zwei Enkelsöhne bereits den Abschluss als Landwirtschaftsmeister in der Tasche haben, macht Josef Reindl sehr stolz.

Er gilt als sehr gesellig. In allen Lohkirchener Ortsvereinen ist der Jubilar ein gern gesehenes Mitglied. Über zwölf Jahre gehörte er dem Gemeinderat an. Als Bauer mit Leib und Seele hatte er außerdem das Amt des Ortsobmanns von Lohkirchen inne. Viele Jahre gab er sein Wissen auch als Feldgeschworener weiter. Seine Aufgabe war, in Grenzangelegenheiten Schiedssprüche zu fällen. Seine Hilfe und Arbeit als Mitorganisator brachte er ein, als Lohkirchen den 1200 Geburtstag feierte.

Eines seiner Hobbys ist das Fußballschauen. Hier musste er aber ausharren: Wegen der Krise blieb das Zuschauen bei seinem Lieblingsverein FC Bayern lange auf der Strecke. Auch die Seniorennachmittage finden momentan nicht statt. Gerne reiste er früher mit seiner Reserl. Dazu ging es mit dem Kreisverband der Krieger-Soldaten-Kameradschaften durch Europa. Jetzt ist beiden die Fahrt zu anstrengend, aber sie schwelgen gerne in Erinnerungen.

Der Jubilar nimmt sich Zeit für seine Hobbys: die Blasmusik und der Garten. Hier obliegt das Gießen seiner Verantwortung. Mit Beginn der motorisierten Landwirtschaft kam sein weiteres Hobby – die Kaltblutpferde – etwas ins Hintertreffen. Dennoch blieben ein paar der edlen Rösser viele Jahre auf dem Hof. Mit ihnen nahm der Jubilar gerne an den damals stattfindenden Leonhardiumritten in Salmanskirchen teil.

Seine umfangreichen Kenntnisse rund um die Landwirtschaft und vor allem, was er über alte Maschinen weiß, bringt er jetzt beratend bei den „Lohkirchener Nostalgiefreunden“ ein. Diese sind froh, einen Fachmann an ihrer Seite zu haben. Denn wer sonst könnte das Wissen besser weitergeben, als ein Mann, der mit den alten Maschinen aufgewachsen ist. stn

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