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Aus der Bürgerversammlung

Billiges Bauland und Trinkwasser wie „Cola light“? So spannend ist es in Niederbergkirchen

Das Mehrzweckgebäude ist in die Jahre gekommen. Die Fenster müssen erneuert werden. Auch über eine neue Heizung wird nachgedacht.
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Das Mehrzweckgebäude ist in die Jahre gekommen. Die Fenster müssen erneuert werden. Auch über eine neue Heizung wird nachgedacht.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Teure Kinderbetreuung, billiges Bauland und dazu noch Glasfaser und Nahwärme: Bei der ersten Bürgerversammlung nach drei Jahren wusste Bürgermeister Werner Biedermann einiges zu berichten. Trotz Corona-Pandemie schaffte es Gemeinde sogar, Geld zu sparen. Und das hatte einen Grund.

Niederbergkirchen – Im dritten Jahr in Zeichen der Corona-Pandemie war dem Niederbergkirchener Bürgermeister Werner Biedermann (CSU) die Erleichterung anzusehen, dass er die Bürger nicht etwa schriftlich über die Vorkommnisse in seiner Gemeinde zu informieren braucht. Diesmal durfte er wieder leibhaftig im gut gefüllten Saal des Schützenwirts stehen, um im Rahmen der Bürgerversammlung Rückschau zu halten auf die vergangenen Jahre, die geprägt waren von immensen Investitionen. Biedermann erwähnte den Kindergartenneubau, der „gerade rechtzeitig“ durchgeführt worden sei, in Zeiten, in denen die Materialbeschaffung noch kein Problem gewesen sei.

Kindergarten billiger als erwartet

Mit 1,8 Millionen Euro sei der Neubau veranschlagt gewesen. Nicht zuletzt auch aufgrund der kurzfristigen Mehrwertsteuersenkung habe der Bau schließlich nur 1,5 Millionen gekostet. Nach Abzug der noch zu erwartenden Förderung wird der Eigenanteil der Gemeinde bei circa 783 400 Euro liegen, so Werner Biedermann. „Die Kosten und Mühen für den Kindergarten sind sinnvoll investiert, denn Kinder sind die Zukunft der Gemeinde.“

Schulen platzen bald aus allen Nähten

Ein wichtiger Punkt, den Biedermann gleich zu Beginn seiner Ausführungen gestellt hat. In denen nahm die Kinderbetreuung allgemein und auch der Erhalt der Grundschule im Ort eine wichtige Rolle ein. Der Bedarf an Krippenplätzen und Ganztagesbetreuung würden die Gemeinde weiterhin finanziell fordern. Die Prognose etwa, dass im Schuljahr 2026/2027 aus dem Schulverbund mit Niedertaufkirchen 125 Schulanfänger zu erwarten seien, stelle die Gemeinden schon jetzt schon vor große Herausforderungen. „Begleitete uns in der Vergangenheit die Sorge, den Schulstandort zu erhalten, diskutieren wir nun, wo wir die Schüler unterbringen könnten.“ Es sei durchaus möglich, dass man über eine Schulsprengeländerung reden müsse, so Biedermann, ohne konkret zu werden.

Trinkwasser sieht aus wie Cola light

Biedermann kam auch auf die Trinkwasserqualität zu sprechen, nachdem zuletzt immer wieder Verfärbungen beklagt worden sind. „Wenn Wasser wie ein Cola light ausschaut, dann hält sich der Trinkgenuss in Grenzen“, sah Biedermann ein, der anschließend aufgrund von Messungen beteuerte: „Die Wasserqualität ist in Ordnung!“ Zur Beseitigung der gesundheitlich unbedenklichen Verfärbungen im Trinkwasser sei ein Fachbüro beauftragt worden, Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

Starke Nachfrage nach Baugebieten

Im Baugebiet „Kollmannseck“ konnten die Erschließungsarbeiten für die 19 Bauparzellen abgeschlossen werden, so Biedermann weiter. „Wir hätten die Grundstücke auch im Bieterverfahren ergeben können, was uns 50 bis 100 Prozent höhere Einnahmen gebracht hätte. Aber wir wollten etwas für die Familien im Ort tu“, so Biedermann.

Zehn Grundstücke bereits verkauft

Der Gemeinderat habe deswegen Richtlinien für die Vergabe von preisvergünstigten Wohnbaugrundstücken an einkommensschwächere und weniger begüterte Personen, ein sogenanntes „Einheimischenmodell“, beschlossen. Auf dieser Grundlage seien bereits zehn der 16 in Gemeindebesitz befindlichen Bauparzellen vergeben worden. Die Anfragen, viele auch von auswärts, seien enorm gewesen. Für 40 Bauplätze in Niederbergkirchen und Erharting seien 270 Bewerbungen eingegangen, nannte Biedermann eine Zahl aus der Verwaltungsgemeinschaft Rohrbach.

Mehrzweckgebäude bedarf einer Sanierung

Schäden an der Außenfassade des Mehrzweckgebäudes müssen im neuen Jahr behoben werden, fuhr Biedermann fort. Fenster und gegebenenfalls die Heizung müssen erneuert werden. Biedermann nannte als Richtzahl eine Summe von 50 000 Euro für die Turnhallensanierung, wobei zusätzlich auch über einen Sonnenschutz diskutiert werde. Der Austausch der Heizung sei durch das Energieeffizienznetzwerk vorgeschlagen worden. Vorab sei allerdings noch die Machbarkeit eines Wärmenetzes zu prüfen.

Umfrage im Ort zur Nahwärmeversorgung

Um den Bedarf einer Nahwärmeversorgung in Niederbergkirchen zu ermitteln seien für die Bereiche Dachsweg und Ettichinger Straße sowie für die Rohrbacher Straße Fragebögen ausgeteilt. Insgesamt seien 70 Haushalte befragt worden, 28 Befragte hätten ihr Interesse an einem Anschluss an ein mögliches Nahwärmenetz bekundet. Diese Informationen wertet nach Angaben Biedermanns das Institut für Systemische Energieversorgung an der Technischen Hochschule Landshut aus.

Diskussion um Nahwärmeversorgung

In Sachen Breitbandausbau verfolge die Gemeinde das Ziel, für alle Anwesen einen Glasfaseranschluss herbeizuführen. Nachdem sich inzwischen die Zuschusssituation geändert habe, bewerte die Gemeinde die finanziellen Auswirkungen nun aber neu und entscheide dann über das weitere Vorgehen.

Konstruktive Keritik ist immerzu erwünscht

Am Schluss appellierte Biedermann an die Bevölkerung: Wenn es Probleme gebe, dann könne man jederzeit die Gemeinde kontaktieren und auch Kritik äußern, „wenn sie konstruktiver Natur sind und zur Problemlösung beitragen“.

Schwierige Situation in den Krankenhäusern

Corona in Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg: Davon ist aktuell Mühldorfs Landrat Max Heimerl (CSU) konfrontiert, der vor allem die schwierige Situation in den Krankenhäusern des InnKlinikum ansprach. Vor zwei Wochen habe die statistisch erfasste Corona-Inzidenz mit weit über 1300 einen Höchststand erreicht, wobei Heimerl davon überzeugt ist, dass die tatsächlichen Zahlen an (nicht dokumentierten) Infektionen um das Drei- bis Vierfache höher lagen.

Landrat signalisiert: Krankenhaus Haag nur drei Monate zu

Die Isolation von fünf Tagen nach einem positiven PCR-Test bereite vor allem in den Krankenhäusern Probleme, weil Mitarbeiter ausfallen würden. Das Krankenhaus in Haag sei für die Dauer von drei Monaten geschlossen worden, um fehlendes Personal in Mühldorf entsprechend mit Pflegepersonal und Ärzten aus Haag zu ersetzen. Aber: „Haag wird wieder hochgefahren, wenn die Hochphase von Corona vorbei ist“, signalisierte Heimerl.

Immenses Defizit in den Krankenhäusern

Die Pandemie habe den Krankenhäusern des InnKlinikum ein immenses Defizit beschwert, machte Heimerl deutlich. Von 20 Millionen Euro ist die Rede, wovon der Landkreis Mühldorf die Hälfte zu tragen habe. Auf der einen Seite würden aufgrund der Pandemie wichtige Operationen wegfallen und damit auch wichtige Einnahmen wegbrechen. Auf der anderen Seite sei man mit hohen Energiepreisen und der Inflation konfrontiert. „Defizite in dieser Größenordnung werden wir uns nicht lange leisten können“, warnte Heimerl, der vom Bundesgesundheitsministerium entsprechende Ausgleichsleistungen fordert.

Flüchtlingsströme fordern Landkreis heraus

Einen weiteren Fokus legte der Mühldorfer Landrat auf die neuen Flüchtlingsströme, die sich nun auch durch den Ukraine-Krieg ergeben würden. Die Erstaufnahmeeinrichtungen seien bereits voll belegt, Heimerl bat deswegen um Unterstützung aus den Gemeinden: „Wir sind auf der Suche nach Immobilien, aber auch nach Grundstücken, auf denen wir Container aufstellen können.“ Die Alternative wäre ansonsten die Unterbringung von Geflüchteten in Turnhallen.

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