Bescheiden, hilfsbereit und immer seine Meinung vertreten

Josef Mittermüller †

Josef Mittermüller stirbt mit 68 Jahren – fast ein Vierteljahrhundert als Gemeinderat die Geschicke Erhartings mitgeprägt

Erharting – Das Dorfleben, die Landwirtschaft, aber in erster Linie die Familie – auf diesen drei Eckpfeilern baute Josef Mittermüller sein Leben. Seine Offenheit und Ehrlichkeit waren bei seinen Mitmenschen immer geschätzt. Im Alter von 68 Jahren ist der „Fischerbauer Sepp“, wie er auch bekannt war, nun nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben.

Josef Mittermüller kam am 22. Mai 1952 in Erharting auf die Welt, er wuchs mit einem Bruder und einer Schwester auf dem Fischerbauer-Anwesen auf. In Erharting besuchte er die Volksschule, es folgten die Landwirtschaftsschule und die landwirtschaftliche Fachschule, bevor er seinen Wehrdienst abzuleisten hatte.

In Renate Giel hat der Fischerbauer Sepp seine Liebe gefunden. 1977 traten die beiden vor den Traualter, drei Kindern – Claudia, Christian und Manuela – machten das Familienglück am Fischerweg perfekt.

Josef Mittermüller galt als Landwirt mit Leib und Seele, eine Passion, die er auch seinem Sohn Christian in die Wiege gelegt hatte. Gemeinsam taten sie 2011 den großen Schritt, bauten sich als Aussiedlerlandwirte eine neue Existenz mit einer modernen Landwirtschaft in Unterrohrbach auf, wo Josef Mittermüller seinem Sohn Christian und Schwiegertochter Maria fleißig unter die Arme griff beim Aufbau des Hofladens.

Die größte Freude des nun Verstorbenen waren seine zahlreichen Enkelkinder, denen er stets der liebe und sorgsame Opa war. Im August 2019 war aber großes Leid über die Fischerbauer-Familie gekommen, als seine Enkelin Vroni plötzlich verstarb. Schon vorher hatte seine Gesundheit stark gelitten nach einem landwirtschaftlichen Unfall, doch Aufgeben gab es nie bei Josef Mittermüller. Mit Zuversicht und Gottvertrauen bewältigte er die Schicksalsschläge.

Diakon Josef Breiteneicher beschrieb den „Fischerbauern“ als einen Mann, der sich stets für die Allgemeinheit eingesetzt hatte. „Stets bescheiden und hilfsbereit: So hat Dich jeder gekannt“, sagte Breiteneicher.

24 Jahre lang, von 1978 bis 2002, gehörte er dem Gemeinderat an, in dem sein offenes Wort stets Gewicht hatte. Er unterstützte viele Ortsvereine, gehörte als Gründungsmitglied auch dem Wirteerhaltungsverein an. „Denn d‘Kirch und s‘Wirtshaus g‘hörn z‘samm. Die Wirtshäuser sperren zu, und die Kirchen werden immer leerer“, mit einfühlsamen und persönlichen Worten ließ Breiteneicher im Seelengottesdienst das Leben des Verstorbenen Revue passieren.

Diakon Breiteneicher beschrieb ihn als Marienverehrer, der auch der Marianischen Männerkongregation über Jahrzehnte hinweg treu gewesen sei. Fast 50 Jahre war er Mitglied bei der KSK.

Eine seiner größten Leidenschaften war die Fischerei, das Räuchern und Grillen. Noch am 1. Mai stand der Fischerbauer Sepp selbst gut gelaunt hinter dem Grill, um an diesem Feiertag die Steckerlfische zuzubereiten. Für viele war es die letzte Begegnung mit dem Fischerbauer Sepp. Denn nur wenige Tage musste er ins Krankenhaus, nachdem er sich einen heimtückischen Keim eingefangen hatte. Es vergingen Tage zwischen Hoffen und Bangen. Schließlich war der Körper des 68-Jährigen so geschwächt, das er am 25. Mai, dem 43. Hochzeitstag, zu seinem Schöpfer heimgekehrt ist. je

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