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40 Jahre Bandgeschichte

Bergdachsen aus Hörbering feiern Jubiläum – Benefizkonzert wegen Corona abgesagt

Voller Tatendrang für die nächste Saison: (von links) Georg Maier, Armin Hellfeuer, Ludwig Radl, Daniela Irngartinger, Michael Siegle, Michael Maier und Andreas Kaltenecker.
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Voller Tatendrang für die nächste Saison: (von links) Georg Maier, Armin Hellfeuer, Ludwig Radl, Daniela Irngartinger, Michael Siegle, Michael Maier und Andreas Kaltenecker.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Zwei Autos, zwei Kofferräume. Früher hat das gereicht, wenn sich das „Dachsberg-Trio“ auf den Weg gemacht hat, um eine Hochzeitsfeier musikalisch zu begleiten. Das ist 40 Jahre her, aus dem Trio ist inzwischen ein Septett geworden, die „Bergdachsen“.

Neumarkt-St. Veit Mit einem Hänger voller Equipment geht es für sie zu den Auftritten. Und das Programm beschränkt sich schon längst nicht nur auf das Liedgut der Oberkrainer. Bon Jovi, AC/DC, Austro-Pop: Man muss mit der Zeit gehen, sonst geht man mit der Zeit. Die „Bergdachsen“ sind geblieben. Geblieben ist auch Georg Maier (56). Er war der Mann der ersten Stunde, hat das Dachsberg-Trio mit aus der Taufe gehoben. Inzwischen musiziert er gemeinsam mit Sohnemann Michael (23) in der Band. „Wir sind genetisch vorbelastet“, verrät Georg Maier.

Schon dessen Vater, Konrad Maier, habe knapp 40 Jahre Musik gemacht, war mit der Tanzkapelle „Connys“ weitum bekannt. „Er hatte damals die Noten vom Tonband runtergeschrieben und dann nachgespielt“, sagt Maier.

Die Zahl der Auftritte hat sich vervielfacht

Den Wandel der Zeit hat der Senior-Maier hautnah miterlebt. „Früher war alles kabelgebunden, jetzt geht alles über Funk“, sagt er. Nur ein Beispiel, wie sich Technik im Laufe der Jahre verändert hat. Es ist nicht nur der Wandel vom analogen zum digitalen. Es sind mittlerweile nicht mehr Hunderte von Watt, die als Beleuchtung auf die Musiker runter strahlen. LED hat Einzug gehalten auf der Bühne, die seitdem bei Weitem nicht mehr so erhitzt wird.

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Wenn es heiß hergeht, dann allenfalls stimmungsmäßig. Und hier haben die Bergdachsen einiges zu leisten, um als angesagte Musikgruppe stets auf dem aktuellen Stand der Dinge zu bleiben. „Die Musik ist anspruchsvoller geworden, man muss auch immer auf dem Laufenden bleiben, Hits aus den Charts im Blick haben. „Die Leute wollen feiern, Spaß haben, Tanzen und mitsingen“, erzählt Michael Maier.

Stimmung und Qualität müssten passen. Die Auftritte hätten sich vervielfacht, sagt Maier. In der Hauptsaison, und die beginnt im Frühjahr mit den Hochzeiten, gebe es kaum ein Wochenende, an dem die „Bergdachsen“ nicht unterwegs seien. Klar, die Corona-Pandemie habe die Engagements extrem reduziert. Aber immer noch wird viel geheiratet. „Viele holen ihre Hochzeit jetzt nach, die vor einem Jahr noch Corona-bedingt verschoben werden musste“, sagt Michael Maier.

Alle Genres und Altersgruppen müssen bedient werden

Was sich im Vergleich zu den 1980er-Jahren noch geändert hat: Man muss immer am Ball bleiben, um auf sich aufmerksam zu machen.

Über sämtliche Kanäle der sozialen Medien will das Klientel bedient werden. Die „Bergdachsen“ spielen in Oberkrainer-Besetzung ebenso wie als Sechser-Formation. Die Hits der 1970er- bis 1990er-Jahre dürfen da auch nicht fehlen. „Wir bedienen alle Genres, je nachdem, was gewünscht ist. Wir müssen ja auch jedes Altersspektrum im Blick haben“, erzählt Michael Maier.

Im 40. Jahr ihres Bestehens wünschen sich auch die Bergdachsen wie viele andere Bands wieder mehr Normalität. Auftritte bei Faschingsbällen oder Vereinsfesten ohne Corona-Beschränkungen.

Termin wird im April nachgeholt

Ein solches Fest hatten die Bergdachsen eigentlich für den 12. November geplant. Ein Benefizkonzert für den „Hepberger Hoffnungslauf“, vertreten durch einen befreundeten Hochzeitslader Roland Woitsch. Die Einnahmen sollten aufgeteilt werden auf die Sternstunden, Unicef, Miriams Hoffnung und KlinikClowns.

So groß war das Interesse im Vorfeld, dass die Veranstaltung in ein größeres Etablissement in Piering verlegt werden musste. Doch jetzt haben die „Bergdachsen“ das Konzert abgesagt. „Die Inzidenz-Werte sind einfach zu hoch. Wir wollen das nicht verantworten“, sagt Seniorchef Georg Maier. Der neue Termin steht schon. Am 8. April soll jetzt das Konzert in Piering in der Zimmerei Braun stattfinden. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit.

Probenarbeit steht erst einmal im Vordergrund

Langweilig wird den Bergdachsen bis dahin nicht. Denn vor allem die „dunklen Monate“ ab November nutzt das Septett, um sich auf die Saison vorzubereiten. Probenarbeit ist dann angesagt, um ein neues Programm einzustudieren. Man will schließlich gewappnet sein, wenn wieder Tanzbälle, Sportlerpartys und große Hochzeiten zugelassen sein sollten.

Schon längst hat sich die Technik digitalisiert

Musik hat sich gewandelt: Unterhaltungsmusik ist nicht mehr die, die Georg Maier vor 40 Jahren kennengelernt hat, erzählt der 56-Jährige. „Als wir als Trio unterwegs waren, ist alles noch viel einfacher gewesen. Wir hatten nicht den Riesenaufwand, den wir jetzt mit sieben Leuten haben. Wir sind aus dem Auto gestiegen, mit dem Instrument in der Hand und haben drauf losgespielt.“ Drei Mann, oft ohne Anlage im Wirtshaus. „Und teilweise auch ohne Noten“, erinnert sich Maier. Dem Quetschnspieler des Dachsberg-Trios, Ludwig Spirkl, musste man nur ein Lied vorsingen, er hat es dann nachgespielt“, erzählt Maier. Die Unterhaltungsmusik damals habe eher im Hintergrund stattgefunden, der Anspruch sei nicht so groß gewesen wie heutzutage.

Für eine Brotzeit gespielt: Maier erinnert an die Kranzl in der Klosterschänke, an Kappenabende im Gasthaus Hinkerding. „Wir haben sogar bei Vereinsversammlungen und beim Rehessen gespielt. Oft für eine Brotzeit und ein bisserl Trinkgeld. Heute wäre das alles unvorstellbar“, berichtet Maier. „Die Leute hatten am Tisch ihre Gaudi. Jetzt aber wollen sie unterhalten werden. Das stellt die Musikgruppe im Laufe der Zeit vor immer neue Herausforderungen“, sagt Maier. Trompete, Quetschn, Bariton. Damit habe alles begonnen. Dann kam allmählich der Gesang hinzu. Die Gitarre bekam ihren Platz in der Gruppe, der E-Bass und das Keyboard.

Nächste Generation: Sohn Michael ist mit dabei, seit er zwölf Jahre alt ist. „Wenn der Bub nicht gewesen wäre, weiß ich nicht, ob ich noch spielen würde.“ So aber wird es nicht langweilig, denn die Kapelle mit sechs Musikern und einer Sängerin hat viel Gestaltungsspielraum, Lieder zu interpretieren. „Vor allem mit den Blasinstrumenten hat man viele Möglichkeiten.“

Modernes Equipment: Dass sich mit den jungen Wilden auch der Musikeinfluss ändert, nimmt Georg Maier stoisch hin. Sicherlich seien auch Stücke im Programm, die ihm nicht so zusagen: „Musik von AC/DC etwa gehört zur Weinstube dazu. Ein Lied mit zwei, drei Akkorden und einem krächzenden Sänger ist für mich keine kunstvolle Musik – aber die Leute wollen das!“ Moderne Musik auf der einen Seite, modernes Equipment auf der anderen. Die Umrüstung auf das digitale Mischpult zum Beispiel empfindet Maier schon als praktisch. Das Boxensystem habe sich geändert, inzwischen komme die Musik aus filigranen Säulen. Und die Liedtexte werden auf dem Tablet erst programmiert und dann gescrollt. Außer bei Urgestein Georg Maier. Der bleibt nach wie vor seinem Notenbüchlein treu. Und er freut sich, wenn die jungen Musiker hin und wieder bei ihm spicken.

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