SANIERUNG

Bauarbeiten am Stadtplatz in Neumarkt-St. Veit haben begonnen, der Streit geht weiter

Nach jahrelanger Diskussion ist der Neumarkt-St. Veiter Stadtplatz seit gestern eine Baustelle. Jaensch
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Nach jahrelanger Diskussion ist der Neumarkt-St. Veiter Stadtplatz seit gestern eine Baustelle. Jaensch
  • Josef Enzinger
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Mit Erdarbeiten hat viel diskutierte Sanierung des Stadtplatzes in Neumarkt-St. Veit begonnen. Der Streit ist damit aber nicht beendet, es geht um die Kosten

Neumarkt-St. Veit – Nach Jahren der Diskussion und des Streits geht es endlich los: Die Baumaschinen sind angerückt, die Tiefbauarbeiten für die Stadtplatzsanierung haben begonnen. Die Wiederherstellung des Kanals und der Wasserleitungen stehen im Fokus dieses ersten Bauabschnittes.

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„Begonnen wird am unteren Stadtplatz bei der Gärtnerei Lächele mit der Hauptleitung der Wasserleitung“, beschreibt Neumarkt-St. Veits Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) den Auftakt der Arbeiten. Der Bauzaun werde entlang der Gehwegkante aufgestellt bis zur Straße, und bis unmittelbar vor dem Unteren Brunnen.

Kontaktmann zu den Anliegern

Nachdem die Stadt keine Info-Veranstaltung wegen Corona durchführen konnte, hat am vergangenen Montag eine Vorstellung der Baufirma Bauer und der andern Beteiligten bei den Anliegern beziehungsweise Geschäftstreibenden stattgefunden. Dabei sei der Bauablauf erläutert worden, sagt Baumgartner.

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Die Stadtplatzsanierung beginnt unterirdisch: Seit gestern werden Kanal- und Wasserleitungen erneuert.

Damit die Anwohner, Anlieger und Geschäftsleute stets vom aktuellen Stand der Arbeiten informiert sind, hat die Stadt Litfaßsäulen aufstellen lassen, auf denen der aktuelle Maßnahmenstand erläutert wird. Auch einen Verbindungsmann habe das Rathaus abgestellt, wenn Anlieger Fragen hätten oder Probleme auftauchen sollten.

Den Auftrag für die Wasser- und Kanalbauarbeiten am Stadtplatz und Johannesplatz hat der Stadtrat im nichtöffentlichen Teil der seiner jüngsten Sitzung an die Firma Andreas Bauer GmbH aus Mitterskirchen vergeben.

Bau wird um 20 Prozent teurer

Der voraussichtliche Gesamtpreis liegt bei rund 1,28 Millionen Euro und damit deutlich über der ersten Schätzung. Die lag bei etwa 20 Prozent niedriger bei 1,07 Millionen Euro. Zur Kostensteigerung will sich Erwin Baumgartner vor der offiziellen Bekanntgabe in der nächsten Stadtratssitzung nicht äußern. Dass es aber zu Kostensteigerungen kommen wird, wurde schon in einer früheren Sitzung des Gremiums befürchtet.

Man hätte früher anfangen können

UWG-Stadträtin Monika Eisenreich hatte bereits im Januar geäußert, dass die Stadt von der reduzierten Mehrwertsteuer hätte profitieren können, wenn die Sanierung bereits 2020 begonnen hätte. „Die Sanierung war ein Jahr lang blockiert. Das hat wahrscheinlich mehr Schaden verursacht!“, hatte Eisenreich damals auf die Verzögerung hingewiesen, die sich durch den Bürgerentscheid ergeben hatte.

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Weil die SPD eine Kostensteigerung befürchtete, hatte sie damals einen Antrag eingereicht, Einsparmöglichkeiten zu überprüfen, der allerdings keine Mehrheit im Gremium gefunden hat. Aktuell liegt ein Bürgerantrag vor, der ebenfalls eine mögliche Kostensenkung, etwa durch die Streichung von nicht dringend notwendigen Maßnahmen, bei der Stadtplatzsanierung zum Inhalt hat.

Streit im Stadtrat geht weiter

Damit ist klar, die Diskussionen um die Stadtplatzsanierung sind mit dem Baubeginn nicht abgeschlossen. Denn der SPD-Antrag muss in einer der nächsten Sitzungen des Stadtrats behandelt werden. Dann wird es auch wieder um Alternativen zu den aktuellen Planungen gehen, die schon früher Streitthema waren.

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