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PILOTPROJEKT

„Batate“ vom bayerischen Acker: Landwirt aus Oberrohrbach versucht sich am Süßkartoffelanbau

Mit den vorgezogenen Stecklingen geht es für Gemüsebauer Manfred Auer und Sohn Sebastian hinaus aufs Feld.
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Mit den vorgezogenen Stecklingen geht es für Gemüsebauer Manfred Auer und Sohn Sebastian hinaus aufs Feld.
  • VonUrsula Huckemeyer
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Manfred Auer aus Oberrohrbach möchte es in diesem Jahr einfach wissen. Der Gemüsebauer traut sich was und betritt auf seinem Acker ganz neue Pfade. Er baut neben Salat, Kraut und Rüben erstmals Süßkartoffeln an. So sehen seine Pläne aus.

Niederbergkirchen – „Schuld“ an diesem Unterfangen war eigentlich ein Restaurantbesuch in Zeiten vor Corona. „Meine Familie und ich bestellten uns damals als Beilage Süßkartoffel-Pommes. Der Geschmack begeisterte uns auf Anhieb“, erzählt Auer. Es keimte langsam der Gedanke auf, selber dieses Gemüse zu ziehen. Der 50-Jährige probiert sowieso gerne Neues aus, wie er berichtet.

Landwirt erwartet bis zu zwei Tonnen Ertrag

Nach reiflicher Überlegung entschloss sich der Landwirt, das Projekt Süßkartoffel tatsächlich in Angriff zu nehmen. Zuerst wurden vorgezogene Stecklinge bestellt, mit denen eine neue Ära auf dem Gemüsehof eingezogen ist. Manfreds Gattin Ulrike sowie die Kinder Julia und Sebastian finden die exotische Pflanze auf dem heimischen Feld einfach nur spitzenmäßig.

Restaurantbesuch gab die Initialzündung

Die Süßkartoffel stammt ursprünglich aus Südamerika. Sie zählt zu den Windengewächsen und ist mit unserer heimischen Kartoffel nicht verwandt. Die Batate, wie die Süßkartoffel auch genannt wird, erobert zunehmend den deutschen Markt. Das Trendgemüse wird aus Ägypten und innerhalb Europas hauptsächlich aus Portugal und Spanien importiert.

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Im Herbst will Manfred Auer mit seinen Süßkartoffeln aus oberbayerischer Erde punkten. „Freilich ist dieser Anbau ein Versuch. Sollte alles klappen, dann erhoffe ich mir eine Ernte die zwischen ein und zwei Tonnen liegen könnte“.

Nicht nur die Süßkartoffel ist exotisch, Bauer Auer ist es jetzt auch, wie Dr. Bernhard Hübner vom Amt für Landwirtschaft in Töging bestätigt. „In unserem Dienstgebiet gibt es lediglich noch in Garching an der Alz einen Bauern, der ebenfalls Süßkartoffeln für die Direktvermarktung erzeugt“, weiß Dr. Hübner.

Schutzfolie baut sich vollständig ab

Die Lagerung der Süßkartoffel sei sehr schwierig und stelle hohe Ansprüche. Nach Ansicht Hübners werde der Anbau daher nur einen überschaubaren Anteil erreichen.

Von Erntesegen und Lagerung ist der Oberrohrbacher momentan noch weit entfernt. Anfang Juni war Handarbeit gefragt. Da setzte der Bauer mit Sohn Sebastian die Pflanzen erst mal durch eine Folie hinein ins Erdreich. Wie der experimentierfreudige Gemüsebauer erklärt, braucht es die aus Maisstärke bestehende Folie unbedingt. Sie unterdrücke anfangs das Unkraut. Die Folie baut sich nach einigen Wochen vollständig ab.

Lagerung wandelt Stärke in Zucker um

Das Gegenteil soll bei den Pflanzen der Fall sein. Sie müssen wachsen und gedeihen. Süßkartoffeln sind Pflanzenkrankheiten und Schädlingen gegenüber relativ robust. Lediglich Schnecken machen sich über die Bepflanzungen her. „Da bin ich aber auf der Hut“, sagt der Familienvater.

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Die Ernte im Herbst geht wieder mit reiner Handarbeit über die Bühne. Weil die Schale der Süßkartoffel sehr empfindlich ist, benötigen die Knollen nach dem Ausgraben eine besondere Behandlung. Sie werden circa drei Wochen bei etwa 30 Grad gelagert. Dadurch wird die Schale härter und die Stärke der Kartoffel wandelt sich in Zucker um. Für diesen Prozess steht bei Manfred Auer eine Garage bereit.

Und auch die Großmutter ist schon neugierig

Nach diesem Prozedere kann die rötliche Knolle monatelang in kühlen Gemäuern untergebracht werden. „An Kunden wird es nicht fehlen“, davon ist der Bauer überzeugt. Auch Großmutter Rosemarie Auer gesteht, noch nie Süßkartoffeln verspeist zu haben. „Ich bin sehr gespannt, ob die mir überhaupt schmecken!“

So geht der Anbau vor sich: Die Kultur wird vorsichtig durch eine Folie ins Erdreich gesetzt.

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