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Larven statt Soja

Das große Krabbeln in Ranerding: Produktion von Insektenlarven im ehemaligen Schweinestall

Das Futtermittel der Zukunft – in Ranerding sollen bald Larven der Schwarzen Soldatenfliege gezüchtet werden.
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Das Futtermittel der Zukunft – in Ranerding sollen bald Larven der Schwarzen Soldatenfliege gezüchtet werden.
  • VonSabine Gillhuber
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Die Firma FarmInsect will in Oberbergkirchen in einem ehemaligen Schweinestall Insektenlarven züchten. Der Gemeinderat stimmt dafür, knüpft allerdings daran auch Bedingungen. Das verbrigt sich hinter der Idee.

Oberbergkirchen – In der jüngsten Gemeinderatssitzung lag ein Bauantrag zur Nutzungsänderung eines ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäudes in Ranerding vor. Statt Schweinen sollen sich dort bald Insektenlarven wohlfühlen.

Die Firma FarmInsect GmbH produziert diese in Zusammenarbeit mit den Landwirten als nachhaltiges und regionales Heimtierfutter und Tierfutter, wie es dazu in der Sitzung hieß.

Im Fokus des Start-up-Unternehmens: die Schwarze Soldatenfliege

In drei Mastkammern in einem ehemaligen Schweinestall in Ranerding sollen daher nun die Larven der Schwarzen Soldatenfliege gezüchtet werden, die nach einer Woche bereit sind zur „Ernte“ und tiefgefroren an Futtermittelhersteller geliefert werden können.

Larven anstatt Soja und Fischmehl

Wie es dazu beim Hersteller heißt, will FarmInsect Tierhaltung nachhaltiger und effizienter gestalten. „Dazu nutzen wir Insekten und die Konzepte der Kreislaufwirtschaft“, informiert FarmInsect auf seiner Internetseite. Die Herausforderungen und Bedürfnisse der Landwirte stünden im Mittelpunkt der Bestrebungen.

Regionale Insektenzucht als Perspektive für die Landwirtschaft

Mit dem Ansatz für die regionale Insektenzucht will man Landwirten die Perspektive eröffnen, ihre Proteinfuttermittel selbst herzustellen. Hintergrund: „Insekten sind seit 2017 in der EU als Futtermittel für Nutztiere zugelassen und bieten das Potenzial den Import von Soja oder Fischmehl durch eine regionale und nachhaltige Lösung zu ersetzen“, erläutert das Unternehmen im Internet. Dieses Potenzial will man für den Landwirt nutzbar machen.

Larven in hermetisch geschlossenen Klimakammern

Die Mast der Insektenlarven findet in hermetisch geschlossenen Klimakammern statt, zusätzlich gibt es Schleusen im Stall, ein Entkommen der Tiere muss daher niemand befürchten, wurde dazu in den Sitzungsunterlagen versichert.

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Die Produktion erfolgt ausschließlich unter der Woche. Geräuschimmissionen sind durch Sieb und Mischtopf ausschließlich an Werktagen für je zwei bis drei Stunden zu erwarten. Ein Umluftventilator ist innerhalb der Klimakammer mit circa zehn Zentimeter dicker Isolierung installiert. Der zu erwartende Innenpegel in der Halle beziehungsweise im Gebäude wird mit 50 bis 70 dB(A) angegeben.

Alle zwei Wochen wird Futtermittel angeliefert

Am Wochenende wird lediglich ein Mitarbeiter für einige Stunden vor Ort den Betrieb überwachen, hieß es in der Information. Alle zwei Wochen werden Futtermittel mit dem LKW angeliefert, was rund 30 Minuten dauert.

Alle zwei bis vier Wochen werden die gefrorenen Larven mit dem LKW abgeholt, die Beladung dauert nach Angabe des Unternehmens circa 15 Minuten. Das Wasser der Kistenreinigung wird laut Angabe des Antragstellers in die vorhandene Güllegrube eingeleitet.

Einleitung des Reinigungswassers in Kanal – sofern es die Kläranlage schultern kann

Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben geschlossen zu. Er wies zudem darauf hin, dass eine Einleitung des Reinigungswassers in den gemeindlichen Kanal nur nach Genehmigung durch die Gemeinde erfolgen kann, soweit die gemeindliche Kläranlage dafür ausgelegt ist.

Im Erweiterungsfall der Kläranlage zahlt der Antragsteller

Der Oberbergkirchener Gemeinderat war ebenfalls darin einig: Sollte die Kläranlage nicht ausreichend dafür sein, sind die Kosten für eine eventuell notwendige Erweiterung vom Antragsteller zu tragen.

Das sagt der Bürgermeister

Bürgermeister Michael Hausperger (CSU) freut sich darauf, dass Oberbergkirchen – wieder einmal – im Zentrum innovativer Ideen steht, nachdem erst vor wenigen Tagen die offizielle Freigabe zur neuen Glasfaser-Versorgung von bis zu 300 Mbit pro Sekunde frei gegeben wurde: „Das ist eine recht interessante Geschichte.

Der Landwirt nutzt eine innovative Idee, um die Stallungen weiter zu verwenden, die sonst stillgelegt worden wären.“ Die Nutzung zur Zucht von Larven sei immissionsarm und damit kein Vergleich zu den Immissionen, die etwa von einem Schweinzucht- oder Schweinehaltungsbetrieb ausgehen würden.

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