B299 stark befahren - Bürgermeister wollen deswegen Trasse der B15neu nicht aufgeben

Blechlawine durch Egglkofen: Die Bürgermeister der Gemeinden an der B299 befürchten ein noch größeres Verkehrsaufkommen, wenn die Umfahrung von Landshut erst einmal fertig ist. Umfahrung bewerten sie als aufwendig, auf keinem Fall sollte man aber die raumgeordnete Trasse der B15neu aufgeben.
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Blechlawine durch Egglkofen: Die Bürgermeister der Gemeinden an der B299 befürchten ein noch größeres Verkehrsaufkommen, wenn die Umfahrung von Landshut erst einmal fertig ist. Umfahrung bewerten sie als aufwendig, auf keinem Fall sollte man aber die raumgeordnete Trasse der B15neu aufgeben.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Bürgermeister entlang der B299 wollen die Planungen auf der Trasse der B15neu nicht leichtfertig stoppen. Bodenkirchens Bürgermeisterin Monika Maier spricht von alarmierender Zunahme des Verkehrs auf der B299 und befürchtet zusätzliche Belastungen.

Neumarkt-St. Veit – Von Egglkofen bis Erharting schlängelt sich die B 299 durch den Landkreis Mühldorf und tangiert dazwischen auch die Stadt Neumarkt-St. Veit sowie die Gemeinden Niedertaufkirchen, Niederbergkirchen und Erharting. Knapp 20 Kilometer sind das im nordöstlichen Teil des Landkreises, auf den die Verkehrsströme von Nord nach Süd und in die entgegengesetzte Richtung fließen.

Treffen der Bürgermeister der B299-Gemeinden

Nachdem Schönbergs Bürgermeister und CSU-Kreisrat Alfred Lantenhammer die Bürgermeister der Gemeinde entlang der B 299 über seinen Antrag zur B 15 neu informiert hatte, veranlasste Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner am Donnerstag ein Treffen mit den Amtskollegen aus diesen Gemeinden im Rathaus Schloss Adlstein. Es gibt offenbar Gesprächsbedarf.

Stopp der Planungen nicht nachvollziehbar

Und am Ende eine gemeinsame Meinung: „Das Ergebnis dieses Treffens war, dass wir das Vorgehen mittels einer Resolution die weiteren Planungen einer B 15 neu zu stoppen, nicht nachvollziehen können“, teilt Erwin Baumgartner die übereinstimmenden Ansichten dieser Runde mit.

Forderung: Umgehung

Die Forderung nach dem Bau von Umgehungsstraßen für die betroffenen Ortschaften an der B 299 seien zwar löblich, wie die Bürgermeister in einer gemeinsamen Erklärung kundtun. Doch sie seien eben nur eine Forderung, „die Aufgabe der raumgeordneten Trasse jedoch final“.

Bereits jetzt Rückstau am Kreisel bei Aich

Unter diesen Bürgermeisterin befand sich auch die Gemeindechefin von Bodenkirchen Monika Maier. Sie kann ein Lied in puncto Verkehrsbelastung singen. Zwei Monate wurde der Verkehr durch die Dörfer ihrer Gemeinde Bodenkirchen umgeleitet, weil an der B 388 Sanierungsmaßnahmen angefallen waren.

„Die Lebensqualität war stark eingeschränkt, man konnte sich wegen des Lärms nicht einmal in den Garten setzen.“ Die Bundesstraße sei zwar seit Mittwoch wieder freigegeben, doch die Belastung der B 299, ob nun in Richtung Landshut oder A 94 sei weiterhin enorm. „Dabei hat der Verkehr besonders in den vergangenen drei Jahren stark zugenommen. Am Kreisverkehr in Aich staut sich mittlerweile der Verkehr in beide Richtungen zurück.“

Lieber Umweg als Nadelöhr

Was ihr in den vergangenen Monaten seit Öffnung der A 94 aufgefallen sei und was ihr auch Bürgermeister anderer Kommunen bestätigt hätten: „Bevor die Verkehrsteilnehmer das Nadelöhr in Landshut auf sich nehmen, wählen sie jetzt die südliche Route zur A 94, um nach München zu kommen. Die Verkehrsströme verlagern sich in Richtung Süden. Schon jetzt!“

Einer stark wachsenden Region Rechnung tragen

Die Leidtragenden sind die Gemeinden entlang der B 299, sagt Maier, „aber auch die Kommunen, auf deren Landstraßen auf dem Weg nach Mühldorf oder Ampfing ausgewichen wird.“ Sie begrüßt Lantenhammers Initiative, weil sie findet, dass weiterhin alle Möglichkeiten und Varianten offen bleiben sollten, um eine Verkehrsentlastung herbeizuführen. Sie meint: „Jeder Landkreis muss seinen Teil dazu beitragen, dass es zu keinem Kollaps auf unseren Straßen kommt.“ Denn eines ist klar: „Wir sind eine stark wachsende Region, die auch Chancen für das Gewerbe anbietet. Umso wichtiger ist es, dass sich alle betroffenen Landräte zusammensetzen und im Dialog tragfähige Lösungen finden.“

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Umfahrungen zählen offenbar nicht dazu: Übereinstimmend kamen die Bürgermeister im Neumarkter Rathaus nämlich zu dem Schluss, dass die Umgehungsstraßen von Aich, Egglkofen, Tegernbach, Feichten und Stetten beziehungsweise Rohrbach, Schoßbach und Ödmühle nicht nur zeit- und kostenaufwendig seien, sondern auch schwierig umzusetzen. Matthias Huber, Bürgermeister in Erharting, sagt dazu: „Wo soll denn bitte eine Umfahrung von Egglkofen gebaut werden? Wie soll eine Umfahrung am Stettner Berg oder bei Erharting aussehen?“

Beengte Verhältnisse in Erharting

Von den beengten Verhältnissen in Erharting ganz zu schweigen. Es würde nach Ansicht Hubers Jahre dauern, alleine für diese Umfahrungen Baurecht zu erhalten. Die Trasse der B 15 neu sei aber seit über 30 Jahren bereits raumgeordnet. „So etwas gebe ich doch nicht ohne Weiteres auf!“, meint Huber und argumentiert damit, dass der Bau einer schnurgeraden neun Kilometer langen Straße leichter umzusetzen sei als eine „stopselweise“ Entlastung entlang einer mehr als doppelt so langen Straße in Form von mehreren Umfahrungen.

Bürgermeister bittet Landrat um Gespräch

Sebastian Winkler, Bürgermeister aus Niedertaufkirchen, sagt, dass sein Ortskern durch den Nord-Süd-Verkehr belastet werde. Dieser werde zwar auch durch den Bau einer B 15 neu nicht weniger. Doch auch er rechnet damit: „Der Ortsteil Stetten wird mehr belastet, wenn die alte Trasse beibehalten würde.“ Viel mehr sagt er dazu nicht, er müsse sich erst noch genauer mit der Thematik befassen.

Bürgermeister fordern Verkehrszahlen

Tiefer in die Thematik eintreten, das ist das eine Ziel der der Bürgermeister. Aber auch auf den Dialog setzen sie. In Absprache mit den B 299-Bürgermeistern hat Baumgartner um einen Termin bei Landrat Maximilian Heimerl gebeten, entweder vor der Kreisausschusssitzung oder vor dem finalen Beschluss des Kreistags, „damit wir auch die Meinung und Gründe für die Resolution als betroffene Kommunen bekommen.“ Auch Zahlen werden angefordert: „Dabei wäre uns die Entwicklung des Verkehrs auf der B 299 mit und ohne B 15 neu im Landkreis sehr, sehr wichtig!“

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