Der Autoscooter als erfolgreicher Hochzeitsschmuser

Auf dem Volksfest in Mühldorf hat‘s gefunkt. Inzwischen sind Sigrid und Helmut Dittrich seit 50 Jahren verheiratet. Jaensch

Das war vor 50 Jahren: Jetzt feierte das Ehepaar Sigrid und Helmut Dittrich die Goldene Hochzeit

Neumarkt-St. Veit – Am 20. März 1949 erblickte Helmut Dittrich in Töging das Licht der Welt. Er besuchte dort die Schule und nach der Lehre zum Automechaniker in Mühldorf fand er in seiner Lehrwerkstatt Auto Riepl auch eine Anstellung. Ein weiterer großer Lichtblick ward ihm an anderer Stelle beschert, wo Autos eine große Rolle spielen: beim Autoscooter am Mühldorfer Volksfest traf er die Frau fürs Leben.

Was beim Autoscooter begann, setzte sich im Kino fort

Diese Frau hieß Sigrid Strobl und wurde in Neumarkt an der Rott geboren, wo sie mit mehreren Geschwistern aufwuchs. Nach der Schule erlernte sie im Mühldorf den Beruf der Pelznäherin. Schon 1967 luden die Chefs ihre Belegschaften zum Volksfest ein. Die junge Sigrid fand weniger Gefallen am Essen und Trinken in einem Bierzelt. Viel lieber ging sie mit ihren Freundinnen zum Autoscooter, wo sich damals die Jugend eben bevorzugt aufhielt.

Einer der jungen Burschen, „ein Töginger“, der sie schon ein paarmal gefährlich beim Fahren angerempelt hatte, lud sie tatsächlich zu sich ins Fahrzeug ein. „Es wurde noch ein feiner Volksfesttag“, erinnern sich die beiden.

Offensichtlich hatte es schon damals gefunkt. Denn ab September wiederholten sich die Treffen, nur war der Ort nun ein Kino oder Caféhaus, wo man nach längeren Spaziergängen ausruhte. Man fand großen Gefallen aneinander und einer Familienplanung stand nichts im Wege, zumal die Wehrpflicht dem Ehemann Helmut doch gewisse Vorteile bot.

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Am 7. Januar 1970 wurde in Töging geheiratet. Die junge Mutter Sigrid wohnte zunächst im Elternhaus, von wo aus sie ihrer Arbeit weiterhin nachgehen konnte. Und im April 1970 wurde die erste eigene Wohnung in der Rottstadt bezogen.

Helmut Dittrich arbeitete nach der Bundeswehrzeit bei einer Firma in Bad Aibling, der er insgesamt 30 Jahre lang die Treue hielt. Zusammen mit Schwiegervater Strobl baute die junge Familie sich in der Alten Teisinger Straße einen Bungalow, weshalb kaum Zeit für Urlaub, Reisen oder Hobby blieb.

Hobbies: Garten und am Haus basteln

„Mein Hobby ist der Garten“, strahlt die Hausfrau und zeigt vom geräumigen Wintergarten aus auf die große grüne Fläche, die sich bis zum Bahngleis zu erstrecken scheint. Der Hausherr hat sein „Häuschen“ immer erweitert.

Für Tochter Kerstin wurde ein Stockwerk draufgesetzt und auch sonst findet Helmut Dittrich immer noch Stellen, an denen er an seinem Heim basteln und es verschönern kann.

In diesem Heim genügen sich die beiden Eheleute. Sie brauchen keine Vereine, es genügen ihnen die gute Nachbarschaft und die Besuche der Tochter, die ihnen zwei Enkelsöhne schenkte. Auch der Kontakt zum Urenkel ist herzlich, was den beiden sichtlich Freude bereitet.

Ihren großen Jubeltag begingen die bescheidenen Eheleute recht ruhig, aber der Besuch des Bürgermeisters Erwin Baumgartner freute sie dann doch sehr, der mit den Glückwünschen der Stadt auch einen Geschenkkorb überbrachte. nz

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