Aufklärungsarbeit vom Anna Hospizverein: Rechtzeitig wichtige Vorbereitungen treffen

v. li. Ignaz Bürger als Vertreter der Pfarrei Niederbergkirchen und Anneliese Geisberger als Seniorensprecherin bedankten sich bei Klaus Huber für den informativen Vortrag mit einem kleinen Geschenk. bichler

Klaus Huber erklärt den Niederbergkirchener Senioren die Unterschiede vonBetreuungsvollmacht, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Niederbergkirchen/Gumattenkirchen– Zum letzten Seniorennachmittag hatte die Pfarrei Niederbergkirchen zusammen mit der Leitung des Seniorenkreises als Referenten Klaus Huber vom Anna Hospizverein in Mühldorf geladen. Huber erläuterte den Anwesenden die Unterschiede zwischen Betreuungsverfügung, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.

„Eine Betreuungsverfügung stellt einen Vorschlag an ein Gericht dar, wer mein gesetzliche Betreuer sein soll, falls ich nicht mehr in der Lage bin, eigenständige Entscheidungen zu treffen“, erklärte Huber.

Mit einer Vorsorgevollmacht könne man allerdings die Zuteilung eines mir unbekannten Betreuers verhindern. „Diese bevollmächtigt eine Person meines Vertrauens, mich in allen Angelegenheiten zu vertreten, die ich für richtig und wichtig halte bezüglich Gesundheitssorge und Pflegebedürftigkeit, Aufenthalt und Wohnungsangelegenheiten sowie Vermögenssorge, bei Behörden oder bezüglich Regelung der Bestattung, falls ich dazu selbst nicht mehr in der Lage bin.“ Zu beachten sei dabei, dass die Unterschrift sowohl des Vollmachtgebers und des Vollmachtnehmers nötig sind.Eine Beglaubigung durch das Landratsamt oder einen Notar sei sinnvoll, aber nicht zwingend erforderlich.

Eine Patientenverfügung regele dagegen, wie sich medizinisches Personal zu verhalten habe, wenn sich eine Person unmittelbar im Sterbeprozess befinde, selbst aber keine Entscheidungen mehr treffen kann, sei es infolge einer Demenzerkrankung „oder weil ich im Koma liege“.

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In ihr könne man etwa festlegen, dass man Wiederbelebungsmaßnahmen in einer derartigen Situation ablehnt oder künstliche Ernährung und dass man lediglich lindernde pflegerische Maßnahmen wünscht.

Sinnvoll sei es, diese Verfügung alle paar Jahre durch Unterschrift zu bestätigen. Sowohl für die Vorsorgevollmacht als auch für die Patientenverfügung sei es wichtig, dass sie für Angehörige zugänglich aufbewahrt wird, wies Huber am Ende seines Vortrages hin, dem sich nun Einzelfragen interessierter Senioren anschlossen. bic

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